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Borussia Mönchengladbach: Favre sah die Zukunft

Borussia Mönchengladbach : Favre sah die Zukunft

Tolga Cigerci und Alexander Ring gaben bei Borussias 3:0 in Mainz ihr Startelf-Debüt, Julian Korb kam zum ersten Mal in der Bundesliga zum Einsatz. Alle drei zeigten, dass sie gute Alternativen sind.

Mainz Tolga Cigerci war zufrieden. 73 Minuten hatte er bei Borussias 3:0 in Mainz mitgewirkt. Es waren 73 wichtige Minuten für ihn. Gleich in der ersten Minute seines ersten Spiels von Beginn an fabrizierte der Mittelfeldmann, von Wolfsburg ausgeliehen, einen piekfeinen Pass. Der Ball sauste exakt in den Lauf des Kollegen Alexander Ring, der wie Cigerci sein Startelf-Debüt gab. Schon da zeigte Cigerci seine Qualität im Spielaufbau, später leitete sein Zuspiel auf Filip Daems das 1:0 durch Marco Reus ein. Zudem war er laufbereit und arbeitete defensiv konzentriert. "Ich denke, ich habe eine gute Leistung abgeliefert", sagte Cigerci und lächelte.

So sah es auch sein Trainer. "Er hat seine Kreativität gezeigt und auch im taktischen Bereich überzeugt", sagte Lucien Favre. Für den Schweizer gab es in Mainz die Gelegenheit, in die Zukunft zu schauen. Am Ende durfte sich auch Julian Korb, ein defensiverer "Sechser", erstmals in der Bundesliga zeigen. Seit 2004 ist er das 20. Talent aus dem eigenen Nachwuchs, das es in Bundesliga schafft. "Auch er hat es gut gemacht. Die jungen Spieler kommen langsam", sagte Favre.

Cigerci, der sein Bewerbungsspiel wie Ring in quietschorangenen Schuhen absolvierte, hatte zuvor nur 60 Sekunden gehabt, um sich zu präsentieren. Das war in Kaiserslautern. Nun fehlte der verletzte Havard Nordtveit, da war die Gelegenheit günstig. Cigerci könnte in der neuen Saison einer der Kandidaten sein für die Nachfolge des scheidenden Roman Neustädter. Der kreative Part im zentralen hinteren Mittelfeld ist jedenfalls genau sein Ding, versicherte Cigerci.

Für den Job jedoch soll personell nachgelegt werden. Die Borussen tasten sich mehr und mehr an den Kauf des Schweizers Granit Xhaka heran. "Soll er kommen, ich werde mich anbieten und es ihm nicht leichtmachen", sagte Cigerci. Respekt hat er ganz sicher vor dem anstehenden Konkurrenzkampf, aber keine Angst vor der Zukunft. Samstag hat sie für ihn richtig begonnen. Cigerci zeigte, dass er eine Alternative ist.

Das tat erneut auch Alexander Ring, der schon bei seinen vorangegangenen Einsätzen immer wieder auffällig geworden war mit gefährlichen Aktionen. Der Finne war viel unterwegs, ihm fehlte jedoch ab und an die Standfestigkeit. Zweimal hatte er die Chance, seinen Debüt-Treffer zu markieren, doch das klappte nicht. Einmal hoppelte der Ball indes denkbar knapp am Mainzer Tor vorbei.

Julian Korb verspürte ein "Supergefühl, ich freue mich, dass der Trainer mir die Chance gegeben hat". Ein paar Minuten mehr hätte er zwar gern gespielt in dieser Saison, seiner ersten bei den Profis. Aber "es ist gut, dass ich am Ende noch dabei sein durfte". So geht Korb wie das gesamte Team mit einem guten Gefühl in die Pause.

Cigerci genoss es sichtlich, über sein Startelf-Debüt zu plaudern. Ein paar Tage noch, dann ist Urlaub. Vielleicht geht es auf die Malediven, sagte Cigerci, aber entschieden hat er das noch nicht. Doch das war nicht wichtig an diesem Tag, der ihm zeigte, dass "der Trainer uns jungen Spielern vertraut". Favre kümmert sich aber nicht nur um die Beine der Jünglinge. Alexander Ring musste zwischenzeitlich an der Seitenlinie bei ihm vorstellig werden und seinen Kaugummi entsorgen.

Hier geht es zur Infostrecke: Borussia Mönchengladbach: Wir übersetzen die Favre-Sätze

(RP/can)