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Ex-Gladbacher ter Stegen und de Jong treffen mit dem FC Barcelona auf den FC Bayern

Erstmals in der Königsklasse gegen die Bayern? : Ein Ex-Borussen-Duo bei Barca, mit dem so nicht zu rechnen war

Marc-André ter Stegen war 2014 ein logischer Transfer des FC Barcelona. Über den früheren Gladbacher Luuk de Jong hingegen wundern sich die Fans der Katalanen.

Als Marc-André ter Stegen 2014 zum FC Barcelona ging, war das ein logischer Transfer. Jung war Borussias damalige Nummer eins zwar, aber er galt schon als einer der besten Fußballer unter den Torhütern. Genau solche braucht der FC Barcelona für sein Spiel. Ter Stegen wurde in Barcelona zum Weltklasse-Keeper und ist nach dem Abgang von Spielern wie Lionel Messi oder Antoine Griezmann einer der Top-Stars bei den Katalanen.

Dass nun einer, mit dem ter Stegen früher in Gladbach zur ersten Generation Europa der Neuzeit gehörte, Luuk de Jong, zum zweiten Mal sein Teamkollege ist, überrascht dagegen. Denn de Jong ist eine typische Nummer 9, ein Strafraumspieler, der von Flanken lebt. Mit dem Barca-typischen Tiki-Taka tat er sich einst in Gladbach jedoch schwer, bei Lucien Favres „Borussia Barcelona“ kam der heute 31-Jährige nicht zurecht.

Weswegen de Jong als das teuerste Transfermissverständnis in Gladbach gilt. Manager Max Eberl, der de Jong 2012 von Twente Enschede für 12,5 Millionen Euro holte, dürfte den aktuellen Wechsel daher mit einer gewissen Genugtuung zur Kenntnis genommen haben. Es passte damals nicht mit De Jong und dem Favre-Gladbach, aber Qualität ist offenbar dann doch reichlich da. De Jong entfaltete diese aber erst bei der PSV Eindhoven (112 Tore in 240 Spielen) und dem FC Sevilla (19 Tore in 94 Spielen inklusive Doppelpack im Europa-League-Finale 2020).

Somit stehen zum dritten Mal zwei vorherige Borussen gemeinsam im Kader einem der beiden spanischen Top-Vereins. Erstmals war das von 1977 bis 1979 der Fall, als Henning Jensen († 2017) und Uli Stielike für Real Madrid spielten und in 44 Spielen (96 für Gladbach) zusammen für die Königlichen auf dem Platz standen. Später waren Robert Enke (†) und Patrik Andersson zeitgleich beim FC Barcelona, machten aber kein Spiel zusammen.

Was nicht wenige in Barcelona wundert, nämlich, dass der klassische Mittelstürmer de Jong auf den falschen Neuner Griezmann, mithin ein typischer Stürmer nach Barca-Art, folgt, ist für Trainer Ronald Koemann durchaus logisch.

 „Er wurde schon seit Anfang August in Betracht gezogen. Ich wollte einen anderen Stürmer als die, die wir haben, und ich dachte an ihn, weil ich ihn gut kenne. Ich habe mich sogar gefragt, wie es möglich ist, dass Barça noch nie einen Stürmer wie Luuk hatte. Er gibt uns verschiedene Möglichkeiten, vor allem in der Luft, bei Freistößen und Ecken. Bei Flanken ist er gefährlicher als Neymar. Wir können mit ihm direkter spielen. Ich bin glücklich über seine Verpflichtung“, sagte Koemann, in dessen Zeit als niederländischer Bonds-Coach (2018 bis 2020) sich de Jong im Nationalteam etablierte.

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Dass Barca mit de Jong, der von Sevilla ausgeliehen ist und zunächst mal nur das Gehalt kostet, das die Katalanen übernehmen, im Vergleich zu Griezmann auch eine günstigere Variante ist, sei am Rande angemerkt, die angedachte Rückhol-Aktion von Neymar wäre weit teurer gewesen, war aber nicht realisierbar.

Weil das Liga-Spiel gegen seinen Ex-Verein FC Sevilla am Samstag verlegt wurde, könnte Koeman im Champions-League-Spiel am Dienstag (20.45 Uhr) gegen die Bayern erstmals auf de Jongs Qualitäten setzen. Tut er das, wäre es das 45. gemeinsame Spiel von ter Stegen und de Jong, dem Ex-Borussen-Duo beim FC Barcelona, mit dem so nicht zu rechnen war.

Während ter Stegen mit Gladbach und Barca immerhin schon dreimal gegen die Bayern gewonnen hat, ist de Jongs Bilanz bitter: Fünf Spiele machte er gegen den deutschen Rekordmeister mit, zwei mit Gladbach, zwei mit Eindhoven und eines mit Sevilla, und alle fünf gingen verloren. Nun könnte de Jong, so er am Dienstag tatsächlich debütiert, seine eigene Bilanz schönen und dem neuen Klub zugleich helfen, das 2:8 gegen die Bayern von 2020 aufzuarbeiten.