Borussia: Es ist halt das Derby schlechthin

Borussia : Es ist halt das Derby schlechthin

Interview Borussias Trainer Jos Luhukay war "Co" beim 1. FC Köln, Alexander Voigt machte fast 200 Profispiele für Gladbachs heutigen Gegner. Der Trainer und der Verteidiger erzählen von ihren Verbindungen nach Köln und was sie vom brisanten Treffer der rheinischen Rivalen erwarten.

Herr Luhukay, Herr Voigt, freuen Sie sich auf das Derby bei Ihrem Ex-Arbeitgeber 1. FC Köln?

Luhukay: Natürlich. Ich hatte drei gute Jahre dort. Wir sind zweimal aufgestiegen, einmal sogar als Zweitliga-Meister. Ich fühle mich mit diesen Erfolgen sehr verbunden, weil ich als Co-Trainer sehr viel Verantwortung und Freiheiten hatte. Gerade mit Huub Stevens und Friedhelm Funkel hat es sehr gut gepasst, mit Friedhelm verbindet mich noch heute eine Freundschaft. Von meiner damaligen Mannschaft ist nur noch Matthias Scherz übrig geblieben. Da ist also keine große Verbindung. Und wenn ich recht überlege, ist es mein erstes Spiel als Cheftrainer gegen den 1. FC. Als ich in Paderborn gearbeitet habe, war Köln in der Bundesliga.

Voigt: Es ist immer sehr schön, im Kölner Stadion zu spielen. Die Atmosphäre ist phänomenal. Der FC war immer mein Klub. Heute aber ist es emotional ein großer Abstand.

Nicht nur emotional, sondern auch räumlich. Sie sind von Köln an den Stadtrand von Mönchengladbach umgezogen...

Das heißt, Sie kommen heute als echter Gladbacher zurück zum FC.

Voigt: Ich bin jetzt zu 100 Prozent Borusse. Ich identifiziere mich voll und ganz mit dem Klub.

Da dürften die FC-Fans nicht sonderlich erfreut sein. Was erwarten Sie?

In Aachen gab es für Sie ja schon einen Vorgeschmack — dort wurde der Kollege Sascha Rösler übel beschimpft.

Voigt: Ja, das war schon heftig. Aber Sascha sagte schon zu mir, dass sich viele Schimpfworte, die er beim 1:1 zu hören bekommen hat, nicht auf meinen Namen reimen. Andererseits: Die Fans werden sich sicher was einfallen lassen. Ich hoffe aber, dass die Fans beider Lager vernünftig bleiben, trotz der aufgeheizten Stimmung.

Herr Luhukay, wo liegen die Unterschiede zwischen Borussia und dem FC?

Luhukay: Die sind gar nicht so groß. Beides sind Traditionsvereine, beide haben ein tolles Stadion und super Fans. Unser Trainingsgelände ist allerdings größer und bietet mehr Möglichkeiten. Insgesamt ist es ein Duell auf Augenhöhe. Köln hat wie wir eine starke Mannschaft mit Erfahrung und guter individueller Qualität.

Der 1. FC steht aber mehr unter Druck, weil er gewinnen muss, um nicht an Boden zu verlieren.

Dem Ihre Kumpels in Köln sicher schon entgegen fiebern, Herr Voigt?

Wie ist Ihre Bilanz mit Köln gegen Gladbach?

Werden Sie gegen den 1. FC Köln spielen oder müssen Sie zurück auf die Ersatzbank?

Wie stehen seine Chancen, Herr Luhukay?

Luhukay: Alex hat sich gut und sehr positiv zurück gemeldet. Klar, dass Alex in Köln spielen will. Aber ich entscheide erst heute.

Wie lautet Ihr Tipp?

Luhukay: Wir wollen jedes Spiel gewinnen, könnten aber auch mit einem Punkt leben.

Voigt: Mit ist egal, wie es ausgeht. Hauptsache wir gewinnen das Spiel.

Wer steigt auf?

Voigt: Neben uns könnten es die Hoffenheimer schaffen, die sind bärenstark. Den dritten Aufsteiger machen Köln und Mainz unter sich aus. Da wäre mir der FC dann natürlich lieber, auch wenn ich mich mit der aktuellen Mannschaft nicht so gut identifizieren kann. Dem Verein gönne ich es. Dann gibt es auch nächste Saison in der Bundesliga ein tolles Derby.

Karsten Kellermann stellte die Fragen.

Hier geht es zur Infostrecke: Die denkwürdigsten Spiele der Borussia in Köln

(RP)