„Bei Adi ist mehr Brisanz drin“ Borussias Trainer trifft gegen Frankfurt nicht nur auf Freunde

Mönchengladbach · Vor dem Spiel der Gladbacher gegen die Eintracht ist aus Frankfurt zu hören, welche Auswirkungen die Abschieds-Ankündigung von Adi Hütter im April hatte. Was Hütter zum Wiedersehen sagt und vor welchem Spieler der SGE er besonders warnt.

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Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Viel Zeit auf dem Trainingsplatz haben die Gladbacher seit der 1:4-Pleite am vergangenen Samstag bei RB Leipzig nicht verbringen können. Neben dem Auslaufen am Sonntag gab es eine 50-minütige Einheit am Montag und das Abschlusstraining am Dienstag – mehr war aufgrund der bevorstehenden Partie am Mittwoch gegen Eintracht Frankfurt (18.30 Uhr) nicht drin.

Neben dem Rasen hat Borussias Trainer Adi Hütter in den vergangenen Tagen zahlreiche Gespräche geführt. „Wir reden wirklich sehr viel. Es ist wichtig, dass wir uns austauschen“, sagte Hütter, der die Aufmerksamkeit auch auf das Fußballerische lenkte. „Wir müssen zurück zu den Sachen, die wir in vielen Spielen gut gemacht haben. Wir dürfen uns nicht zurückziehen. Das ist nicht unser Spiel“, sagte Hütter und verwies gleichzeitig auf das fehlende Selbstvertrauen seiner Mannschaft, das dafür sorgen könne, dass man „eher einen Schritt zurück macht“.

Mit der Eintracht wird Hütters Ex-Klub zu Gast im Borussia-Park sein. In 141 Pflichtspielen stand der 51-Jährige bis zum Mai dieses Jahres als Chef in Frankfurt an der Seitenlinie. Sein dortiger Weggang kam überraschend und sorgte für Trubel. Nachdem er Ende Februar noch gesagt hatte, dass er in Frankfurt bleiben werde, wurde sechs Wochen später sein Abschied und der Wechsel nach Gladbach offiziell verkündet. Einer der Hauptgründe für Hütters Umdenken soll der Abgang von Eintrachts Sportvorstand Fredi Bobic gewesen sein, der sich erst nach Hütters „Ich bleibe“-Aussage bestätigte.

Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann sagte vor dem Wiedersehen in einer Sendung des Hessischen Rundfunks: „Als Niko Kovac gegangen ist, gab es zum Ende auch Verwerfungen. das Verhältnis war aber ungetrübt, weil es im Stil und Miteinander immer Klarheit und offene Worte gab“, so Hellmann, der noch weiter ins Detail ging. „Bei Adi ist mehr Brisanz drin, weil es auf mehreren Ebenen, auch bei den Spielern, nicht ganz geräuschlos von sich ging. Da spielt und schwingt einiges mit am Mittwoch“, ist sich Hellmann sicher. Zumal die Eintracht nach der Bekanntgabe des Hütter-Wechsels auf den letzten Metern der Saison noch von Platz vier auf fünf fiel und die Teilnahme an der Champions League verspielte.

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Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Wiedersehensfreude verspürt Hütter vor dem Duell trotzdem. „Ich freue mich auf viele, weil ich mich mit vielen sehr gut verstanden habe. Wenn man drei Jahre dort gearbeitet hat, ist es sicher ein besonderes Spiel“, so Hütter. Dass es einige Frankfurter geben dürfte, die sich über einen Sieg gegen den Ex-Trainer besonders freuen würden, wollte SGE-Trainer Glasner nicht überbewerten. „Es ist immer so, wenn ein Trainer den Klub verlässt: Es gibt welche, die traurig sind, welche die froh sind und ein paar, denen es am A... vorbeigeht“, sagte er.

Glasners Vorgänger kennt die Spielanlage der Frankfurter gut und hat sie in den vergangenen Monaten weiter beobachtet. „Ich habe nicht das Gefühl, dass Frankfurt einen komplett anderen Fußball als vorher spielt. Es ist eine Mannschaft, die physisch, technisch und taktisch sehr gut Fußball spielt“, sagte Hütter. Zu Saisonbeginn war die SGE mit einer Niederlage und wettbewerbsübergreifend sechs Unentschieden nacheinander gestartet, mittlerweile ist sie in der Liga auf Platz neun angekommen und hat in der Europa League den Gruppensieg geholt. „Sie hatten vor ein paar Wochen noch große Probleme und haben sich selbst rausgekämpft. Es gilt, dass wir diese Mannschaft mit unseren Stärken bespielen, das wird unser Ansatz sein. Wir wollen unbedingt einiges gutmachen“, sagte Hütter angesichts der drei Niederlagen seines Teams nacheinander.

 Ob Filip Kostic (M.), in dem Adi Hütter eine Gefahr für seine Mannschaft sieht, und Ex-Borusse Martin Hinteregger am Mittwoch auch in Gladbach jubeln werden?

Ob Filip Kostic (M.), in dem Adi Hütter eine Gefahr für seine Mannschaft sieht, und Ex-Borusse Martin Hinteregger am Mittwoch auch in Gladbach jubeln werden?

Foto: dpa/Arne Dedert

Ein besonderes Auge wird Borussia auf Filip Kostic werfen müssen, der in 19 Einsätzen bereits an zwölf Treffern (drei Tore, neun Vorlagen) beteiligt war. „Seit er wieder mehr über die Seite kommt, ist Frankfurt um einiges gefährlicher“, sagte Hütter über den serbischen Linksfuß. „Er ist ein Spieler, der Power-Fußball spielen kann. Wir werden aber nicht unser ganzes Spiel auf ihn auslegen, sondern wollen selbst auch aktiv werden“, sagte er. Ob das gelingt, wird sich am Mittwochabend zeigen.