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Eintracht Frankfurt: Präsident Peter Fischer rehabilitiert Adi Hütter

Fischer nimmt neuen Gladbach-Coach in Schutz : Eintracht-Präsident findet Hütters Verhalten „völlig okay“

Adi Hütter hat mit seiner Abschieds-Ankündigung in Frankfurt ähnliche Unruhe entfacht wie Marco Rose in Gladbach. Eintracht-Präsident Peter Fischer zeigt in einem Interview nun aber kein böses Blut mehr gegenüber dem neuen Borussia-Trainer.

Am 3. Juli wird Adi Hütter seine erste Einheit als Trainer von Borussia Mönchengladbach leiten. Bereits seit Sonntag ist er in Salzburg in der Heimat und hat von dort ein Fazit seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt gezogen.

„Wir sind Fünfter, haben 60 Punkte erreicht, die beste Saison seit 30 Jahren gespielt und viele Spieler und Werte entwickelt“, sagte Hütter der „Bild“. Mit nur sieben Punkten aus den sechs Spielen seit der Verkündung seines Gladbach-Wechsel, darunter ein 0:4 gegen Borussia, hat Frankfurt jedoch die erstmalige Qualifikation für die Champions League verpasst, lag am Ende einen Zähler hinter dem VfL Wolfsburg.

Besonders die 3:4-Pleite beim FC Schalke 04 am vorletzten Spieltag ließ die Stimmung intern sowie im Umfeld der Eintracht hochkochen, in etwa so, wie Hütters Gladbach-Vorgänger Marco Rose es Anfang März nach dem DFB-Pokal-Aus gegen seinen künftigen Arbeitgeber Borussia Dortmund erlebt hatte. Ein paar Aussagen der Frankfurter Vereinsführung sind Hütter durchaus sauer aufgestoßen: „Es ist sehr schade, dass die drei erfolgreichen Jahre hier in Frankfurt am Ende von der ein oder anderen Seite so abgewertet werden“, sagte er.

Präsident Peter Fischer meinte Hütter damit offensichtlich nicht. Denn der hat den Trainer in einem „Bild“-Interview nun rehabilitiert. „Dass Adi Hütter Ende Februar ‚Ich bleibe‘ sagte, war zu diesem Zeitpunkt völlig okay und hat uns geholfen. Da gab es auch keine Anfrage von Gladbach. Dass er dann anders entschieden hat, liegt meiner Meinung nach nicht am Abgang von Fredi Bobic. Fredi und er, das war nicht die große Liebesbeziehung, die machen nicht ständig Urlaub im Zweimann-Zelt“, sagte Fischer, der deutlich genervter vom Abgang des langjährigen Sportvorstands Bobic erzählt: „Das langgezogene Fredi-Theater ging mir manchmal schon furchtbar auf die Eier, um es sehr deutlich zu sagen.“

In der Führungsetage sei debattiert worden, ob Hütter freigestellt werden solle – mit der finalen Entscheidung, die Saison mit ihm zu beenden, weil es keine Garantie für bessere Ergebnisse ohne ihn gegeben habe: „Es war eine schwierige Kiste. Und ich schwöre, es gab keinerlei Indizien, dass es Probleme gab. Keiner hat uns gesagt: ‚Es geht nicht mehr mit Hütter.‘“

Der 50-Jährige hatte Mitte April einen Vertrag bis 2023 bei Borussia unterschrieben, dank der zwischenzeitlichen Rekord-Ablösesumme über 7,5 Millionen Euro konnte Hütter die Eintracht verlassen.

(jaso)