Borussia: Ein teurer Spaß

Borussia: Ein teurer Spaß

Eis und Schnee im und um das Stadion, die Rasenheizung wochenlang auf Hochtouren: Der ungewöhnlich kalte Winter treibt Borussias Kosten hoch. Und es kommen weniger Zuschauer. Macht der Verein sich Sorgen?

Nur 40.000 Besucher am vergangenen Samstag beim Spiel gegen Freiburg im Stadion. Zwei Wochen zuvor gegen Nürnberg waren es sogar nur 34.000 und gegen Bochum zum Rückrunden-Auftakt auch lediglich 36.000: Laufen Borussia die Zuschauer davon? Stephan Schippers, der kühle Rechner, bleibt gelassen: "Es mag im Moment so aussehen. Doch jetzt kommen ja noch die dicken Gegner", sagt Borussias Geschäftsführer. Der amtierende Deutsche Meister Wolfsburg und danach der interessante Hamburger SV, zum Saisonabschluss dann die schon jetzt ausverkauften beiden letzten Heimspiele gegen die Titelkandidaten FC Bayern und Leverkusen: "Wir werden am Ende einen Zuschauerschnitt von etwa 46.500 haben", schätzt Schippers.

Kein Schimpfen auf Winterpause

Das sind zwar 1000 weniger als in den drei vergangenen Spielzeiten. "Doch am Saisonende könnten wir nach den Vorausberechnungen der Vereine Fünfter in der Zuschauer-Tabelle der Bundesliga sein. Das wäre zwei Plätze besser als im Vorjahr", sagt Pressesprecher Markus Aretz, schon mit gewissem Stolz. Denn der Durchschnitt in der Liga sinkt. "Auch eine Folge der Wirtschaftskrise", weiß Stephan Schippers. "Bei uns zahlt sich auch aus, dass wir bei den Eintrittspreisen konstant geblieben sind."

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Dass Borussia endlich nicht wieder gegen den Bundesliga-Abstieg kämpft, ist zwar beruhigend. Doch zusammen mit der Tatsache, dass sie noch nicht so weit ist, internationale Ansprüche anzumelden, dem für hiesige Verhältnisse ungewöhnlich strengen Winter und schmaler gewordenen Geldbörsen überlegt es sich der eine oder andere Fußballfreund schon, ob er bei Eis und Schnee zum Beispiel zu einem Spiel gegen Nürnberg geht. "Zumal ein Drittel unserer Fans 100 oder mehr Kilometer anreisen muss", erläutert Schippers.

Eis, Schnee und Frost haben zudem Borussias Kosten in die Höhe getrieben. Nicht nur, dass Wege in und um das Stadion, die Zuschauerränge und das Spielfeld für die Spiele geräumt werden mussten. "Damit trainiert werden konnte, musste auch die Rasenheizung des Trainingsplatzes fast zwei Monate lang an vielen Tagen in Betrieb sein. Und jeder Tag Rasenheizung kostet 1500 Euro an Gas." Gut 60 000 Euro dürfte der "Spaß" gekostet haben.

Auf die erstmals stark verkürzte Winterpause in der Bundesliga mag Borussia dennoch nicht schimpfen. "Wir Vereine haben entschieden, dies zwei Jahre lang zu testen. Das müssen wir nun auch durchziehen", sagt Stephan Schippers. Ihn stört allerdings, dass die Sommerpause diesmal wegen der Weltmeisterschaft so lang sein wird: "Vom 8. Mai bis zum 21. August kein Bundesligaspiel und damit keine Zuschauereinnahmen. Wir hätten lieber Anfang August angefangen. Doch die DFL hat anders entschieden."

(RP)