Borussia Mönchengladbach: Dominguez kämpft mit gegen die Bayern

Borussia Mönchengladbach : Dominguez kämpft mit gegen die Bayern

Der spanische Innenverteidiger ersetzt im Topspiel Bayern Tony Jantschke, der wegen seiner Augenhöhlenverletzung nicht spielen kann. Einen schweren Job hat Julian Korb: Der Rechtsverteidiger bekommt es mit Franck Ribéry zu tun.

Borussia hat sich entschlossen, zusammen mit dem Gladbacher Fanprojekt ein Zeichen zu setzen. Gegen Rassismus und für Toleranz und Respekt. Darum wird es beim Rückrundenstart morgen gegen den FC Bayern München (20.30 Uhr, live bei ARD und Sky) an den Tribünendächern drei riesige Banner geben mit entsprechenden Aufrufen. "Auch das vierte Dach wird noch ein Banner bekommen", sagte Mediensprecher Markus Aretz gestern. Über das, was dann über der Haupttribüne stehen wird, "wollen wir unsere Fans entscheiden lassen", sagte Aretz.

Auch Borussias Profis wollen ein Zeichen setzen. Auf dem Rasen. Sie wollen den FC Bayern stoppen. Der Meister aller Klassen ist in der Bundesliga 41-mal am Stück unbesiegt — "und ich weiß, dass uns alle die Daumen drücken", sagte Lucien Favre. Borussias Trainer hat sich natürlich eine hübsche Taktik zurechtgelegt gegen das Team des von ihm sehr geschätzten Kollegen Pep Guardiola. Stark in der Balleroberung müsse Borussia sein, etwas wagen und Ballverluste vermeiden, sagte Favre.

Was ihn etwas ärgern dürfte, ist, dass er sein eingespieltes Team, das in der Hinrunde Dritter wurde, verändern muss. Das hat Favre dem Berliner Per Skjelbred zu verdanken, dessen Ellenbogen Tony Jantschke beim Testspiel in der Türkei an der Augenhöhle verletzte. Borussias Verteidiger hatte gehofft, gegen die Bayern mit einer Gesichtsmaske spielen zu können. Doch das geht nicht. Jantschke fehlt morgen ebenso wie Roel Brouwers, der sich beim finalen Testspiel in Bochum eine Zerrung im Adduktorenbereich zugezogen hat.

Doch Favre gehört nicht zu den Trainern, die Ausfälle ausführlich beklagen. Er ist einer, der Lösungen für alle Fälle parat hat. In diesem Fall heißt diese Alvaro Dominguez. Der spanische Verteidiger war nach seiner Schulterfraktur im Topspiel gegen Borussia Dortmund (2:0) am 5. Oktober lange ausgefallen, doch nun ist er wieder da. "Alvaro hat seit Dezember wieder mit der Mannschaft trainiert, über die Winterpause weiter gearbeitet und in der Vorbereitung Spielpraxis gesammelt. Er ist bereit", sagte Favre.

Zuletzt inspizierte er Dominguez' Leistungsvermögen in Bochum, wo der 24-Jährige mit Martin Stranzl die Innenverteidigung bildete. So wird es auch morgen sein — und so war es auch im Hinspiel gegen die Bayern. Dominguez erinnert sich daran ungern, schließlich unterliefen ihm binnen einer Minute zwei Handspiele, die jeweils mit einem Elfmeter geahndet wurden. Den ersten von Thomas Müller parierte Torwart Marc-André ter Stegen, den zweiten nutzte David Alaba zum 3:1. "Das ist Vergangenheit. Wir wollen den Bayern einen Kampf liefern", kündigte Dominguez an.

"Wir müssen stark im Eins-gegen-Eins sein", weiß Lucien Favre. Das gilt natürlich vor allem für die Defensivspieler, die den hochwertigen Bayern-Offensivkräften den Spaß am Spiel verderben sollen. Vor allem für Julian Korb wird es eine große Herausforderung. Korb wird es mit Franck Ribéry zu tun bekommen. Borussias junger Rechtsverteidiger ist seit dem 4:1 gegen Frankfurt am zehnten Spieltag fester Bestandteil des Teams, weil Tony Jantschke ins Zentrum gezogen wurde, als Dominguez und dann auch dessen eigentlicher Ersatz Brouwers ausfielen. Korb hat sich etabliert.

Er kann sich zur Vorbereitung auf die morgige Aufgabe Tipps von Jantschke holen. Der hatte Ribéry in den letzten Spielen gegen die Münchener meist recht gut im Griff. Nah dran sein am Franzosen, ihn nicht ins Dribbling kommen lassen — das dürften die wichtigsten Ansätze sein. Favre traut Korb (21) den Job ohne Zweifel zu. "Er hat zwei Jahre gewartet, er hat sich seinen Platz im Team verdient und macht es gut", sagte der Trainer. Fraglos will auch Julian Korb gegen die Bayern ein Zeichen setzen.

(RP)
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