Borussia Mönchengladbach: Dominguez ist bereit, Favre hat Optionen

Borussia Mönchengladbach : Dominguez ist bereit, Favre hat Optionen

Der spanische Verteidiger ersetzte bei Borussias 2:0 im Testspiel in Bochum den verletzten Tony Jantschke. "Ich bin 100 Prozent fit", sagte er. Der Trainer kann nun in der Defensive tüfteln.

Alvaro Dominguez war drei Monate verletzt. Der Spanier hat die Zeit nicht nur genutzt, um seinen Körper nach der Schulterfraktur wieder hinzukriegen. Er hat sich auch in der Sprache seiner aktuellen Wahlheimat fortgebildet. Nach dem Testspiel der Borussen in Bochum (2:0) gab Dominguez in ausgezeichnetem Deutsch Auskunft über seine Befindlichkeit. "Ich bin wieder 100 Prozent fit", sagte er.

In Bochum, wo Raffael und Peniel Mlapa trafen, spielte Dominguez für den verletzten Tony Jantschke neben Martin Stranzl in der Innenverteidigung. Ob das auch am Freitag, wenn mit dem Spiel gegen den FC Bayern München die Bundesliga-Rückrunde beginnt, so sein wird, darüber muss sich Trainer Lucien Favre nun in den kommenden Tagen Gedanken machen. Denn Tony Jantschke, der sich beim 3:0 gegen Hertha BSC im Gesicht verletzt hat, soll ab morgen wieder trainieren und wird wohl gegen die Bayern zur Verfügung stehen.

Favre hat also gute Alternativen, auch wenn er am Freitag wahrscheinlich auf Roel Brouwers verzichten muss. Der Niederländer zog sich in Bochum eine Zerrung im Adduktorenbereich zu. Richtig schlimm ist die Verletzung nicht, doch wird Brouwers wohl für das Bayern-Spiel nicht rechtzeitig schmerzfrei sein. Favre muss entscheiden, ob weiter Jantschke oder doch Dominguez neben Stranzl, der gesetzt ist, spielt.

Als die Saison mit dem ersten Spiel gegen Pep Guardiolas Superteam begann, hatte Dominguez einen fixen Platz im Gladbacher Defensivverbund. Er war beim 1:3 der unglückliche Hauptdarsteller, weil er binnen zwei Minuten zwei Handelfmeter verursachte, den zweiten nutzte David Alaba zum vorentscheidenden 3:1. "So etwas kann im Fußball passieren. Aber das ist Vergangenheit", sagte Dominguez. Er schaut nach vorn — und da sind wieder die Bayern. "Wir sind bereit für das Spiel", versicherte er. Ob er aktiv mitwirken darf, wird sich zeigen. "Ich weiß es natürlich nicht, aber die Chancen sind da", sagte er.

Vorausgesetzt Jantschke kann spielen und die Maske, die er tragen muss, ist kein Problem, könnte er indes Favres erste Wahl sein. Denn Jantschke, den Favre umfunktionierte, als einige Innenverteidiger fehlten, hat den Job richtig gut gemacht — so gut, dass er und Stranzl wohl des Trainers Lieblingsduo für die innere Sicherheit sind. Zumal Favre auch Julian Korbs Interpretation des Rechtsverteidiger-Jobs gut gefällt.

Trotzdem ist am Freitag auch die Variante mit Jantschke und Dominguez in der Startelf denkbar. Dann nämlich, wenn Favre Jantschke in diesem Spiel wieder zum rechten Verteidiger macht, um sich mit Frank Ribery zu beschäftigen. In den letzten Spielen gegen die Bayern hat sich Jantschke durchaus als Fachmann diese Aufgabe erwiesen und den verhinderten Weltfußballer meist recht gut im Griff gehabt. Rückt Jantschke nach außen, würde Dominguez im Zentrum spielen — und Julian Korb würde eine Pause bekommen.

"Es ist gut, dass wir Spieler haben, die mehrere Positionen spielen können. Ich könnte auch linker Verteidiger spielen", sagte Dominguez. Borussias Kader beschert Favre einige Optionen, der Schweizer kann in der Defensive tüfteln. Ungeachtet der Personaldebatten will Dominguez im zweiten Saisonteil mit Borussia weiter Erfolg haben. "Natürlich wollen auch Dortmund, Wolfsburg oder Schalke in die Champions League. Aber wir sind nach der Hinrunde Dritter und wollen es bleiben", kündigte Dominguez an.

(RP)
Mehr von RP ONLINE