Borussia Mönchengladbach: Die U23 siegt mit schnellem Sven Michel 1:0

Borussia Mönchengladbach: Die U23 siegt mit schnellem Sven Michel 1:0

Der Neue aus Siegen feiert guten Einstand. Sein Weg zum Profivertrag bei Borussia war ungewöhnlich.

Borussias U23 hat gestern das erste Testspiel der kurzen Rückrunden-Vorbereitung gewonnen, bevor der Regionalligist heute die Reise ins Trainingslager im türkischen Belek reist. Im Borussia-Park besiegte das Team von Trainer Sven Demandt Hessen Kassel 1:0. Kassel steht in der Regionalliga Südwest auf dem zweiten Tabellenplatz. Den Treffer erzielte Maik Odenthal in der 57. Minute. Vor der Pause parierte Borussias Torhüter Kevin Birk einen Strafstoß von Andreas Mayer.

Die wenigen Zuschauer, die bei Temperaturen unter null den Weg auf das Trainingsgelände im Borussia-Park fanden, durften dabei vor allem den ersten Auftritt der drei Winter-Verpflichtungen der Borussen verfolgen. Waren die Qualitäten von Dennis Dowidat nach nur sechsmonatiger Abwesenheit dabei keine wirkliche Überraschung, so deutete der mit einem Profivertrag ausgestattete Sven Michel an, was man von ihm in Zukunft erwarten darf.

Der 22-Jährige, der bei den Sportfreunden Siegen in der Hinrunde 14 Tore schoss, ist pfeilschnell, geht keinem Zweikampf aus dem Weg und kann so sicher eine Mannschaft auch mitreißen. "Mein Weg war ja eher ungewöhnlich, und natürlich läuft hier alles vier professioneller als in Siegen. Aber die Mannschaft hat mich so toll aufgenommen, dass ich mich nach einer Woche schon richtig heimisch fühle", sagt Michel.

Mit dem Wort "ungewöhnlich" spielt er darauf an, dass er vor seinem Wechsel nach Siegen vor zwei Jahren noch für SuS Niederschelden in der Landesliga Westfalen kickte, sich dann in Siegen über die Zweite in den Mittelpunkt der Ersten Mannschaft gespielt hat — und jetzt einen Profivertrag erhielt. Damit sieht er sich aber längst nicht am Ziel seiner Träume.

"Das habe ich erst erreicht, wenn ich da vorne in der ersten Elf spiele", sagt er und zeigt auf das große Stadion des Bundesligisten. Ein Jahr hat er schon bei einem großen Verein verbracht. "In der U14 war ich mal für ein Jahr bei Borussia Dortmund. Aber in dem Alter kann man das alles noch nicht so verarbeiten." Sich selbst weiß er dabei aber gut einzuschätzen. "Ich bin nicht der größte Techniker, aber ich habe ein Kämpferherz."

Und das kann die U23 im Abstiegskampf sehr gut gebrauchen. "Meine 14 Tore der Hinrunde in Siegen zählen nicht. Ich fange jetzt wieder bei null an. Aber ich habe mit dieser Mannschaft keine Bedenken, dass wir Erfolg haben werden", vermittelt er seinen ersten Eindruck von der Mannschaft. Und dass er unbelastet von der unglücklichen Hinrunde ist, kann wie bei Dowidat und dem dritten Neuling Benjamin Barg sicher kein Fehler sein. "Bei Benni werden wir Geduld haben müssen, weil er ein halbes Jahr nicht gespielt hat. Aber die Integration der Neuen ging wirklich schnell", sagt Trainer Sven Demandt.

(kpn)
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