1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

111 Gründe, Borussia Mönchengladbach zu lieben: "Die Geschichte von Heppos Frauen ist spannend"

111 Gründe, Borussia Mönchengladbach zu lieben : "Die Geschichte von Heppos Frauen ist spannend"

Der Journalist und Borussen-Fan aus Mönchengladbach, Sebastian Dalkowski, zählt in seinem neuen Buch 111 Gründe auf, Borussia Mönchengladbach zu lieben.

Herr Dalkowski, Sie haben ein Buch geschrieben, in dem Sie 111 Gründe nennen, Borussia Mönchengladbach zu lieben. Das Buch kommt am 15. Oktober auf den Markt. Was wäre der 112. Grund gewesen?

111 Gründe, Borussia Mönchengladbach zu lieben: "Die Geschichte von Heppos Frauen ist spannend"
Foto: Dieter Wiechmann

Sebastian Dalkowski Ehrlich gesagt, hätte ich auch 125 Gründe aufschreiben können. Was der 112. gewesen wäre? Hm. Vielleicht, der, dass Gladbach mit Igor Demo den wahren Fußballgott hatte, und nicht der BVB, wo Jürgen Kohler dafür gehalten wird. Oder, dass die Mama von Marcel Ketelaer eine Pommes-Bude hatte. Aus vielen Gründen, die ich aufgeschrieben habe, hätte man auch noch viele weitere herausfiltern können.

Auf gewisse Weise erzählen Sie über die 111 Gründe auch die Geschichte des Vereins.

Dalkowski Das ist richtig. Der Ansatz ist anders, eben nicht chronologisch. Aber ich denke, dass nichts Wichtiges aus Borussias Geschichte fehlt. Es fängt 1899 an und endet ihm Jahr 2013 mit Raffael. Für mich als spätgeborenen Gladbach-Fan war es spannend zu erfahren, was in meinem Klub vor dem Bundesligaaufstieg 1965 los war. Ich bin 1983 geboren, da waren solche Sachen weit weg. So war die Recherche zu dem Buch für mich gewissermaßen eine Bildungsreise.

Welcher der aufgeführten 111 Gründe ist der wichtigste Grund für Sie, Borussia zu lieben?

Dalkowski Ich denke, es ist der letzte Grund: Man ist Gladbach-Fan, das ist einfach so, und so richtig kann man nicht sagen, warum. Es ist eine Entscheidung des Herzens. Ich finde es gut, dass Borussia trotz der großen Erfolge in den 70ern immer irgendwie ein Underdog geblieben ist. Das ist sympathisch. Mit so etwas kann ich mich besser identifizieren als beispielsweise mit dem FC Bayern München.

Verdirbt das neu erworbene Tiefenwissen nicht das Fan-Sein?

Dalkowski Nein, sicher nicht. Es gab bei mir schon immer Phasen, in denen ich mich mehr oder weniger für Borussia interessiert habe. Jetzt, da ich das Buch gemacht habe, bin ich so tief drin wie nie zuvor. Man spürt, dass es ein besonderer Verein ist, wenn man in seine Geschichte und seine Geschichten eintaucht.

Sie sind bekennender Fan von Juan Arango. In wie vielen Gründen kommt er vor?

Dalkowski Er hat ein Kapitel bekommen wegen seiner spektakulären Tore, das ist doch klar. Der trifft halt lieber aus 44 Metern als aus fünf Metern. Echt cool. Außerdem ist sein Trikot das erste, das ich mir jemals geholt habe.

Für wen haben sie das Buch geschrieben?

Dalkowski Ich denke, es ist ein Buch für Leute, die auch mal andere Seiten von Borussia kennenlernen wollen. Es geht eher um die schrägen Randgeschichten. Zum Beispiel erzähle ich die Geschichte, wie es zu der Werbung mit dem Bordell kam. Heppos Frauen und der Club Harem, sie wissen, was ich meine. Die Geschichte von Heppos Frauen ist spannend. Ich habe mich mit dem Sohn des Club-Besitzers getroffen. Er hat mir gesagt, dass Fußball und Bordelle sich durchaus nah sind. Mehr sage ich dazu jetzt nicht. Und ich bin auch der Geschichte nachgegangen, warum Borussia die Internetseite www.borussia.de hat und nicht Borussia Dortmund. Die haben ja www.bvb.de. Na ja, witzig finde ich auch die Geschichte von Tante Titti und dem Fohlenstall. Das sind die Geschichten, die ich liebe. Es ist wohl kein ganz typisches Fußball-Buch.

Wie schwer ist es Ihnen gefallen, 111 Gründe zusammenzukriegen?

Dalkowski Es wäre wohl schwerer gewesen, 111 Gründe zu finden, wenn es um 1899 Hoffenheim gegangen wäre. Die ersten 30 Gründe lagen auf der Hand, danach musste ich natürlich suchen. Aber es ist ein großer Fundus, wie gesagt, ich hätte auch 125 Gründe aufschreiben können. Bei dem einen oder anderen Grund, der mit statistischen Sachen zu tun hat, habe ich dann bis zuletzt gezittert. Zum Beispiel wäre es blöd gewesen, wenn Filip Daems plötzlich einen Elfmeter verschossen hätte. Aber ich konnte mich auf unseren Mr. 100 Prozent verlassen.

KARSTEN KELLERMANN SPRACH MIT SEBASTIAN DALKOWSKI.

(RP)