Borussia Mönchengladbach: Die Bank als Schritt nach vorn

Borussia Mönchengladbach: Die Bank als Schritt nach vorn

Amin Younes gehörte beim 0:0 gegen den SC Freiburg erstmals zu Borussias Aufgebot. Der 18-Jährige empfand "ein tolles Gefühl". Er kam als U8-Spieler zu Borussia, jetzt ist er vielleicht nah dran am Bundesliga-Debüt.

Da saß Amin Younes nun auf der Ersatzbank und schaute sich mit neugierigen Augen um. Im Sommer 2011 hat er seinen ersten Profivertrag unterschrieben bei Borussia, am Samstag gehörte er erstmals zum Bundesliga-Aufgebot. Gespielt hat der 18-Jährige nicht, dafür lief es nicht gut genug beim 0:0 gegen den SC Freiburg. "Ich hatte überlegt, ihn für einen Moment zu bringen.

Aber für einen jungen Spieler muss es der richtige Moment sein", sagte Trainer Lucien Favre später. Dem Schweizer gefällt Younes' Art zu spielen. "Er ist schnell, ist gut im eins gegen eins und kann gute Pässe spielen", lobt Favre den kleinen Kerl (1,68 Meter, Vertrag bis 2013 plus ein Jahr Option), der noch in der A-Jugend spielen könnte. Younes freut sich über das Lob seines Vorgesetzten.

Und darüber, dass er das Gefühl erleben durfte, "dabei zu sein". Als U8-Spieler kam der Düsseldorfer zu Borussia, als C-Jugendlicher wurde er Westdeutscher Meister mit Gladbach, er war früher Balljunge, schon auf dem Bökelberg und dann auch im Borussia-Park. Nun ist er ganz nah dran an der Bundesliga.

"Ich stehe noch vor dem Anfang"

"Natürlich ist ein Traum wahr geworden, es war für mich der nächste Schritt", sagt Younes. Doch er weiß: "Ich stehe noch vor dem Anfang. Es geht erst richtig los, wenn man auch gespielt hat. Das Gute ist, dass es viele Leute im Verein gibt, die mir immer sagen, was ich noch verbessern kann", sagt er und meint Favre, aber auch Sportdirektor Max Eberl und Nachwuchs-Chef Roland Virkus, "der mich immer gefördert hat".

Ein bisschen so ist es auch im Leben jenseits des Fußballs: Younes ist auf dem Weg, aber noch nicht auf der Überholspur. Er werkelt an seinem Führerschein, auch da ist er auf der Zielgeraden. Derzeit fährt er noch mit dem Kollegen Niklas Dams nach Gladbach, "er wohnt ein paar Minuten entfernt".

Im Januar war Younes erstmals mit den Profis im Trainingslager. Wie alle Neulinge musste er singen. Er entschied sich für die deutsche Nationalhymne. Die kennt der U19-Nationalspieler aus den Nachwuchsteams des DFB. "Beim ersten Mal klappte es nicht so gut, er musste zweimal singen", erinnert sich Patrick Herrmann und grinst.

Herrmann ist für Younes eine der Bezugspersonen im Team, wie auch Tolga Cigerci, der in der Winterpause aus Wolfsburg kam. "Tolga ist ein guter Freund geworden, wie Patrick. Ich bin ein Riesenfan von Patrick. Er spielt richtig gut und ist total in Ordnung", sagt Younes. Derzeit ist er indes näher am Team als der verletzte Freund (siehe Infokasten).

Herrmann traut Younes, Sohn eines libanesischen Vaters und einer deutschen Mutter, zu, die Bundesliga zu packen. "Amin wird in dieser Saison bestimmt seine Einsätze bekommen", sagt er. Younes will geduldig warten. "Der Trainer kann am besten beurteilen, wann ich so weit bin", sagt er. Für das Aufgebot hat es schon gereicht — und vielleicht kommt schon bald der richtige Moment für den ersten Einsatz.

Training Heute 10 und 16 Uhr

(RP/rl/top)