Wegen des DFL-Investors Was Borussias Fans vom Klub fordern

Mönchengladbach · Borussia Fans haben einen offenen Brief an die Vereinsführung geschrieben. Es geht um den Investoren-Einstieg bei der DFL. Was die Fans denken, was sie vom Verein erwarten.

Gladbach-Fans mit Goldtaler-Protest gegen DFL-Investor
12 Bilder

Goldtaler-Protest der Gladbach-Fans gegen DFL-Investor

12 Bilder
Foto: dpa/Federico Gambarini

Borussias Chefetage und die Fans des Klubs sind nicht einer Meinung in der Frage des Investoren-Einstiegs bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Mit knapper Mehrheit wurde in einer zweiten Abstimmung im Dezember auf Liga-Ebene dafür entschieden – dass Gladbach mit „Ja“ stimmen würde, hatte Geschäftsführer Stephan Schippers vorab mitgeteilt.

Nun machen die Fans in einem offenen Brief an den Klub nochmals auf sich aufmerksam. „Mit Blick auf die Proteste der vergangenen Wochen, in Mönchengladbach sowie in Deutschland insgesamt, quer durch alle Kurven des Landes, möchten wir den Verein trotzdem dazu aufrufen, seine Position zu überdenken“, heißt es in dem am Freitag auf der Internetseite des FPMG Supporters Club im Namen vieler Fan-Klubs veröffentlichten Schreiben.

Choreos bei Borussia Mönchengladbach – ein Überblick
40 Bilder

Die Choreos der Borussia-Fans

40 Bilder
Foto: dpa/Bernd Thissen

In den vergangenen Wochen hatte es an den Bundesliga-Spieltagen regelmäßig Protestaktionen der Fans in allen Stadien gegeben, in Gladbach waren immer wieder Schokotaler auf den Rasen geflogen, so auch andernorts. Auch Tennisbälle waren als Flugobjekte gegen die DFL-Entscheidung im Einsatz. Untermalt wurde das mit eindeutigen Plakaten. „Nein zu Investoren bei der DFL“, war zum Beispiel beim 3:1 gegen Stuttgart auf einem Plakat zu lesen.

Die Fans führen an, dass lediglich die Stimme von Hannover- 96-Boss Martin Kind den Ausschlag gegeben habe bei der Abstimmung, die er – die er „entgegen der klaren Weisung seines Stammvereins“ gegeben habe. „Dass dieser Sachverhalt bis heute von den Verantwortlichen totgeschwiegen, da ein absurdes Geheimnis draus gemacht und eine transparente Kommunikation mit oder gar Einbindung von Fans mal wieder vermieden wird, setzt dem Ganzen die Krone auf. Diese Tatsache allein ist Grund genug für einen Stopp des Prozesses oder zumindest die Wiederholung der Abstimmung, bei der alle Vereine ein klares und offenes Votum abgeben müssen“, fordern die Fans mehr Transparenz in der Sache.

Borussia Mönchengladbach: Aufstellung beim FSV Mainz 05
24 Bilder

So könnte Borussias Startelf in Mainz aussehen

24 Bilder
Foto: dpa/Marius Becker

Proteste werden „verzweifelter und störender“

Ihre Stimme sei bei der Entscheidung nicht gehört worden, monieren die Fans. Weswegen die Proteste „verzweifelter und störender“ würden – immer wieder gab es zuletzt Phasen ohne Support und minutenlange Spielunterbrechungen. „Unser Fußball entwickelt sich seit Jahren in eine völlig falsche Richtung, die Spirale der Kommerzialisierung nimmt immer absurdere Züge an, Wettbewerbsgleichheit ist gerade in der Bundesliga zum absoluten Fremdwort geworden und von einer Demut, die während Corona gepredigt wurde, ist längst nichts zu erkennen“, schreiben die Fans.

Sie stellen klar: „Die Fanszene Mönchengladbach hat vor den zwei bisherigen Abstimmungen mit geschlossenen Choreos deutlich gemacht, dass sie ein klares Nein in dieser Angelegenheit vertritt und dies auch vom Verein erwartet. Diese Stimme ist nicht gehört worden, was dazu geführt hat, dass der Protest auch in Mönchengladbach verzweifelter und störender wurde“, heißt es.

Forderungen der Fans an den Verein

Und: „Wir fordern den Verein daher abschließend dazu auf, dass er sich für einen endgültigen Stop des Einstiegsprozesses oder zumindest eine neue und nicht-geheime Wahl einsetzt.“

Die Frage ist: Wie sehr entzweit die Investoren-Frage den Klub und die aktive Fanszene? Schippers hatte den Investoren-Einstieg durchaus als notwendig für die Entwicklung des deutschen Profifußballs definiert, ein Zurückrudern scheint da schwierig.

„Wir wollen konkurrenzfähig sein, sportlich erfolgreich sein, aber das bedeutet auch, dass wir dafür die wirtschaftlichen Voraussetzungen schaffen müssen. Daher müssen wir die Weiterentwicklung des Modells vorantreiben und auch den Medienpartnern zeigen, dass wir bereit sind, in unser Medienprodukt zu investieren, es attraktiver zu machen“, sagte Gladbachs Geschäftsführer Anfang Dezember.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort