Heimspiel in Gladbach möglich Rocco Reitz bleibt vor der EM länger als geplant beim DFB-Team

Update | Mönchengladbach · Rocco Reitz darf noch bis zum 7. Juni beim DFB-Team weilen, das sich auf die EM vorbereitet. Reitz könnte demnach auch in den beiden Testspielen vor dem Turnier zum Kader gehören. Die freudige Nachricht erhielt Gladbachs Shootingstar an seinem Geburtstag.

 Gladbachs Rocco Reitz (M.) neben Thomas Müller und Benjamin Henrichs.

Gladbachs Rocco Reitz (M.) neben Thomas Müller und Benjamin Henrichs.

Foto: dpa/Federico Gambarini

Während sich die meisten Profis von Borussia Mönchengladbach seit vergangener Woche im Urlaub befinden, trainiert Rocco Reitz seit Montag mit dem DFB-Team. Der Mittelfeldspieler ist dem Ruf von Bundestrainer Julian Nagelsmann gefolgt, der den Gladbacher neben Brajan Gruda (Mainz 05) als Perspektivspieler ursprünglich nur für das fünftägige Trainingslager in Thüringen nominiert hatte.

Doch statt am Freitag abzureisen, geht es für Reitz und Gruda in die Verlängerung. Wie der DFB am Mittwoch mitgeteilt hat, werden die beiden U21-Nationalspieler bis nach dem Testspiel am 7. Juni bei der Nationalmannschaft weilen. Reitz erhielt die Nachricht ausgerechnet an seinem 22. Geburtstag.

Zum Abschluss der EM-Vorbereitung trifft die Nagelsmann-Elf dann in Mönchengladbach auf Griechenland, vier Tage zuvor steht das Duell mit der Ukraine auf dem Programm. Reitz und Gruda dürfen sich zumindest Hoffnung auf einen Kurzeinsatz machen, Reitz könnte damit theoretisch sogar im heimischen Borussia-Park seine Premiere feiern. Die Generalprobe vor dem Turnier dürfte Nagelsmann aber in erster Linie dazu nutzen, eine potenzielle Startelf für das erste EM-Auftaktspiel gegen Schottland (14. Juni) zu testen.

Nagelsmann hatte die Nominierung von Reitz und Gruda wie folgt begründet: „Einige unserer Nationalspieler stoßen später zur Mannschaft. Um auch in der ersten Zeit der Vorbereitung optimal trainieren zu können, falls auch mal der eine oder andere angeschlagen ist, möchten wir gern jungen Perspektivspielern die Möglichkeit geben, sich im Kreis der A-Mannschaft zu zeigen.“

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Borussias Eigengewächse aus dem Fohlenstall

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Foto: AFP/UWE KRAFT

Reitz war drittbester Torschütze in Gladbach

Reitz, der bislang vier U21-Länderspiele absolviert hat, hatte mit Blick auf die Tage beim DFB-Team gesagt: „Für mich ist es immer eine Ehre, den Adler auf der Brust zu tragen. Daher freue ich mich riesig, dass ich zum ersten Mal im Kreis der Nationalmannschaft dabei sein darf und dort wichtige Erfahrungen sammeln kann.“

Hinter Reitz liegt seine erste Saison als Bundesliga-Stammspieler, nachdem er sich die Bundesliga-Reife zuvor über zwei Leihen beim belgischen Erstligisten VV St. Truiden erarbeitet hatte. Unter Gladbachs Trainer Gerardo Seoane kam er in jedem Ligaspiel zum Einsatz, 24-mal gehörte Reitz dabei zur Startelf, vor allem im Herbst stach er mit teils sehr überzeugenden Auftritten heraus. In diese Zeit fällt auch sein Debüt bei der U21, für die der quirlige Borusse als Joker gleich mit einem Doppelpack glänzte. Mit sechs Toren hat er die Saison in Gladbach hinter Alassane Plea (sieben) und Robin Hack (zehn) als drittbester Torschütze seines Teams abgeschlossen.

Reitz will sich was abschauen von „den besten deutschen Spielern“

Die Berücksichtigung von Nagelsmann ist für Reitz, der seinen Vertrag in Gladbach bis 2028 verlängert hat, eine Belohnung – und ein Zeichen an ihn, dass er es zumindest schon geschafft hat, sich ins Blickfeld des Bundestrainers zu spielen. „Er war sehr nervös bei der Ankunft, das ist sympathisch“, sagte Nagelsmann am Montag. Die Tür für eine überraschende EM-Nominierung hatte der DFB-Coach zumindest noch einen Spalt offengehalten. „Es ist erst mal nur für das Training, aber es besteht auch eine gewisse Chance, es kann immer was passieren.“

Für Reitz ist die Zeit in Blankenhain im Weimarer Land in diesen Tagen der erste Kontakt mit der A-Nationalmannschaft. „Ich freue mich darauf, alle persönlich kennenzulernen und mir in diesen Tagen vieles von den aktuell besten deutschen Spielern abschauen zu können“, sagt Reitz. Ende der Woche geht es nun ins Base Camp nach Herzogenaurach.

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