DFB-Pokal: Borussia Mönchengladbach spielt erstmals gegen den SV Sandhausen

25 Jahre nach dem letzten Titel : Borussia startet in Sandhausen die Jagd auf „etwas Blechernes“

Im DFB-Pokal startet Borussia zwischen dem 9. und 12. August beim SV Sandhausen. Es ist der Auftakt des erneuten Versuchs, „etwas Blechernes“ zu holen, wie Sportdirektor Max Eberl es nennt.

Borussia steht vor einer Jubiläumssaison. Wenn am 23. Mai 2020 im Berliner Olympiastadion der Sieger des DFB-Pokals gekürt wird, ist es 25 Jahre her, dass die Gladbacher einen Titel gewonnen haben. 1995 gewann das von Bernd Krauss trainierte Team den nationalen Pokal durch ein 3:0 gegen den VfL Wolfsburg, Martin Dahlin, Stefan Effenberg und Heiko Herrlich waren die Torschützen. Seitdem gab es keinen Titel mehr für Borussia, deren Sportdirektor Max Eberl die inzwischen geflügelte Bezeichnung geprägt hat, er wolle endlich einmal „etwas Blechernes“ mit den Gladbachern gewinnen. Seit 1999 ist Eberl bei Borussia, die Zweitliga-Meisterschaft 2008 geht bei ihm natürlich nicht als „etwas Blechernes“ durch.

Der Sportdirektor weiß selbstverständlich, dass der kürzeste Weg zu einem Titel der DFB-Pokal ist. Sechs Siege sind dafür nötig, und seit Samstag weiß Borussia auch, wo sie zwischen dem 9. und 12. August den ersten einfahren muss, wenn es etwas werden soll mit der ersten Trophäe nach 25 Jahren: beim SV Sandhausen. Ex-Nationalspielerin Nia Künzer zog die Loskugeln aus der Trommel, die DFB-Vizepräsident Peter Frymuth öffnete. Für die neunte Paarung zog Künzer aus dem Lostopf, in dem die tieferklassigen Teams untergebracht sind, den SVS, der als Tabellenviertletzter der abgelaufenen Zweitliga-Saison so gerade noch in den „Amateur-Topf“ gefallen war, da die 18 Bundes- und die 14 besten Zweitligisten im „Profi-Topf“ zusammengefasst werden. Als Künzer dann die Kugel mit Borussia zog, war klar, dass die Gladbacher den nominell bestmöglichen Verein zugelost bekommen hatten.

Die Fans hatten sich bei einer Umfrage von RP Online eher ein Nachbarschaftsduell gewünscht und als Auftaktgegner Alemannia Aachen oder den KFC Uerdingen favorisiert. Nun geht es ins rund 320 Kilometer entfernte Stadion am Hardtwald in Baden-Württemberg. In der Paarung, die Künzer als nächstes loste, steckte übrigens auch noch ein wenig Borussia, denn Ex-Trainer Dieter Hecking wird bei seinem Pokal-Debüt mit dem Hamburger SV zum Chemnitzer FC fahren müssen.

Für Gladbachs neuen Trainer Marco Rose wird die Partie in Sandhausen sogar das erste Pflichtspiel sein, da die neue Bundesliga-Saison erst in der Woche darauf beginnt, doch neu ist der Gegner für den gesamten Klub. In der Geschichte beider Vereine gab es noch kein einziges Pflichtspiel der Profis gegeneinander, Anfang August steht also eine Premiere an. Immerhin gab es die Paarung zuletzt in der Saison 2017/18 im Viertelfinale des DFB-Pokals der A-Junioren, als Borussia 2:0 gewann. Mit dabei war Jordan Beyer, der also wie Florian Neuhaus, der als Leihspieler für Fortuna Düsseldorf in der Zweiten Liga gegen den SVS spielte, als aktueller Gladbacher Profi Sandhäuser Erfahrung hat. Auf der anderen Seite ist Joachim Stadler, der von 1991 bis 1997 93 Pflichtspiele für Borussia absolvierte und dabei ein Tor schoss, seit 2013 Leiter des Nachwuchszentrums in Sandhausen. Bis zum Ende der vergangenen Zweitliga-Saison stand beim SVS zudem in Tim Knipping ein Akteur in der Innenverteidigung, der 67 Regionalliga-Spiele für Borussias U23 (2014 bis 2016) bestritt.

Parallel verlief die vergangene Pokalsaison für beide Klubs: Der SVS gewann in Runde eins 6:0 beim Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen und schied dann mit einem 0:3 gegen seinen Liga-Konkurrenten 1. FC Heidenheim aus. Die Borussen starteten mit einem 11:1 bei Oberligist BSC Hastedt und scheiterten danach mit einem 0:5-Heimdebakel gegen Bayer Leverkusen. Da war die Jagd nach „etwas Blechernem“ abrupt vorbei. Den Weg zum bis dato letzten Titel hatte Borussia übrigens am 13. August 1994 beim inzwischen aufgelösten Greifswalder SC aus der Amateur-Oberliga begonnen. Die Gladbacher setzten sich nach 0:1-Rückstand dank der Treffer von Michael Klinkert, Holger Fach, Herrlich und Thomas Kastenmaier 4:1 durch. Max Eberl und die aktuellen Borussen hätten sicher nichts dagegen, wenn es 25 Jahre später ähnlich laufen würde.

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