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DFB-Pokal: Borussia Mönchengladbach blamiert sich mit 0:3 bei Hannover 96

0:3 beim Zweitligisten : Borussia blamiert sich in Hannover und fliegt aus dem Pokal

Borussia Mönchengladbach hat sich im Achtelfinale des DFB-Pokals kräftig blamiert. Beim Zweitligisten Hannover 96 lagen die Borussen bereits zur Halbzeit mit 0:2 hinten. Auch im weiteren Spielverlauf hatte das Team von Adi Hütter erschreckend wenig entgegenzusetzen.

Nach dem Aus Borussia Dortmunds am Dienstag stand fest: Die DFB-Pokalsieger der vergangenen 26 Jahre sind allesamt schon aus dem diesjährigen Wettbewerb ausgeschieden. Die beiden jüngsten Titelträger trafen am Mittwochabend im Achtelfinale aufeinander: Zweitligist Hannover 96, Sieger des Jahres 1992 und Favorit Borussia Mönchengladbach, letztmals Gewinner im Jahr 1995.

„Wir wollen es besser machen als die anderen Bundesligisten“, hatte Gladbachs Trainer Adi Hütter vor dem Anpfiff in der HDI-Arena gesagt. Aus diesem Vorhaben wurde nichts, bereits zur Halbzeit lag Borussia mit 0:2 hinten, am Ende fiel das Ergebnis mit 0:3 sogar noch höher aus.

Wie sah Gladbachs Aufstellung aus? Hütter musste auf Ramy Bensebaini (Afrika-Cup), Top-Torschütze Jonas Hofmann (Aufbautraining), Christoph Kramer (Erkältung) und Jordan Beyer (muskuläre Probleme) verzichten. Dafür war Denis Zakaria, der beim 1:2 gegen Leverkusen am vergangenen Wochenende angeschlagen gefehlt hatte, wieder im Kader. Zurück in Borussias Startelf war Matthias Ginter, um dessen Nicht-Berücksichtigung gegen Leverkusen seit Samstag viel diskutiert wurde. Neben ihm spielten Nico Elvedi und Winter-Zugang Marvin Friedrich in der Dreierkette. Die Außenbahnen gehörten Stefan Lainer und dem jungen Joe Scally, im zentralen Mittelfeld liefen Manu Koné und Florian Neuhaus auf, der damit eine defensivere Aufgabe als zuletzt bekam. Um Kapitän Lars Stindl herum, der in Hannover zurück an alter Wirkungsstätte war, stürmten Marcus Thuram und Alassane Plea. In Ginter, Scally, Thuram und Plea bot Hütter in Hannover vier Neue auf.

Wie fielen die Tore? Stindl hatte gerade Borussias ersten Torschuss abgegeben, da lief schon der Gegenangriff. Elvedi konnte einen langen Ball nicht klären, das nutzte Hannover in der vierten Minute eiskalt aus: Hendrik Weydandt kam weit vorne an den Ball und legte nach rechts rüber zum 19-jährigen Maximilian Beier, der Yann Sommer mit einem satten Schuss ins obere Eck keine Chance ließ und so die frühe Führung erzielen konnte.

Vier Tage nachdem Sommer gegen Leverkusen zwei Elfer parieren konnte, war er beim Strafstoß von Sebastian Kerk in der 36. Minute zwar in der richtigen Ecke und mit den Fingerspitzen am Ball, konnte den stramm platzierten Schuss von Hannovers Top-Scorer aber nicht entschärfen. Zuvor hatte Schiedsrichter Florian Badstübner nach dem Eingriff des Videoschiedsrichters und einem Handspiel von Friedrich auf den Punkt gezeigt. Kurz nach der Halbzeit ließ sich Borussia nach einer Standardsituation auskontern. Beier stürmte völlig allein auf Sommer zu und vollendete lässig mit dem Außenrist zum 3:0.

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War das Ergebnis angemessen? Absolut. Hannover war von Anfang an die engagiertere Mannschaft, die sich vom frühen Treffer zusätzlich beflügeln ließ. Borussia verlangsamte das Spiel häufig, es fehlte an Kreativität, Ideen, Tempo, Durchschlagskraft und Abschlüssen. Wie wenig die Gladbacher mit dem Ball anfangen konnten, zeigte die Tatsache, dass Borussia zum Zeitpunkt des 0:3-Rückstandes 62 Prozent Ballbesitz hatte. Die größten Borussen-Chancen hatten Neuhaus, der in der zwölften Minute freistehend vor Ron-Robert Zieler vergab und der eingewechselte Zakaria, der aus kurzer Distanz ebenfalls an Zieler scheiterte. Der 96-Schlussmann war es auch, der in der Nachspielzeit ein Eigentor und damit den Anschlusstreffer verhinderte und den Ball von der Linie kratzte. Darüber hinaus hätte das Ergebnis durchaus noch höher ausfallen können, wenn Hannover einige Konterchancen konsequenter ausgespielt hätte.

Welche Borussen fielen auf? Erst am Samstag hatte Friedrich bei seinem Borussia-Debüt einen Elfmeter verursacht, in Hannover war er dann erneut der Pechvogel: Einen Schuss von Beier blockte er mit ausgestrecktem Arm. Erst durch den VAR wurde daraus ein Elfmeter. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung des Schiedsrichters. Plea und Thuram, die zuletzt beide auf der Bank gesessen hatten, konnten vorne für keine Gefahr sorgen und wurden von Hütter folgerichtig bereits zur Pause ausgewechselt.

Was blieb sonst noch hängen? Von der 5:0-Gala gegen den FC Bayern wird bei Borussia so schnell niemand mehr sprechen. Den Grundstein für eine erfolgreiche Pokalrunde hatten sich die Gladbacher mit dem klaren Sieg im Oktober gegen den Titelfavoriten selbst gelegt, in Hannover platzten jegliche Träume von einer Finalteilnahme in Berlin. Für Borussia ist das Ausscheiden auch aus finanzieller Sicht bitter: Rund eine Million Euro hätte es für das Weiterkommen gegeben. Die Prämie und das Viertelfinale haben Hütter und seine Mannschaft leichtfertig verspielt. Nun wartet am Samstag in der Liga Union Berlin.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hannover - Borussia: die Fohlen in der Einzelkritik