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Borussia Mönchengladbach: "Der Schiedsrichter hätte zum Helden werden können"

Borussia Mönchengladbach : "Der Schiedsrichter hätte zum Helden werden können"

Der 1:0-Führungstreffer durch Lars Stindl erregt die Ingolstädter Gemüter, weil dem Gladbacher Kapitän der Ball an die Hand gesprungen war. Die Kritik entzündet sich an Schiedsrichter Christian Dingert.

Thema Nummer eins nach dem 2:0 (0:0)-Sieg von Borussia Mönchengladbach beim FC Ingolstadt war natürlich das 1:0 der Gäste, das Lars Stindl erzielt hatte, nachdem ihm der Ball von der Brust an die Hand und von da ins Tor gesprungen war. "Wir fühlen uns betrogen. Es ist ein schlechtes Gefühl, weil wir heute mindestens einen Punkt verdient gehabt hätten", sagte Ingolstadts Mittelfeldspieler Almog Cohen, der die Schuld beim Unparteiischen Christian Dingert sah. "Gladbach kriegt ein Geschenk und geht mit drei Punkten nach Hause. Aber der Schiedsrichter wollte nicht zu Lars gehen und ihn fragen. Das tut weh."

Ingolstadts Sportdirektor Thomas Linke legte nach: "Das ist aus meiner Sicht eine ganz klare Fehlentscheidung. Das hat auch das ganze Stadion gesehen. Schade ist, wenn es schon Proteste gibt in solchen Situationen, dass ein Schiedsrichter dann nicht zu dem Torschützen geht und ihn fragt, ob das Hand war oder nicht. Ich glaube, dann wäre die Sache aufgelöst gewesen. Wenn man sieht, was der Spieler nach dem Tor für eine Reaktion zeigt — der war eigentlich froh, dass er vom Schiedsrichter wegkam. Somit hätte der Schiedsrichter hier zum Helden werden können, aber das wollte er nicht."

Stindl erinnerte sich an die "knifflige Situation" nach der Ecke von Oscar Wendt: "Ich versuche da ein bisschen zu spekulieren, dass der Ball auf den zweiten Pfosten kommt. Er kommt durch, zu mir. Ich kriege ihn dann an die Brust und danach an die Hand, und von da aus geht er ins Tor. Ich glaube, so ein bisschen an meiner Reaktion hat man gesehen, dass das nicht ganz astrein war, aber es war keine Absicht von mir, eine Hand mit ins Spiel zu nehmen."

Sein Trainer Dieter Hecking sagte, man hätte sich nicht beschweren können, wenn die Szene abgepfiffen worden wäre, aber die Regel sei "weich", daher sei die Entscheidung auch vertretbar. Diese Regel besagt immerhin, dass ein Treffer regulär ist, wenn der Ball von einem anderen Körperteil an die Hand springt und von dort ins Tor, solange keine Absicht beim Spieler vorliegt. Das war im Heimspiel der Borussen gegen RB Leipzig vor Kurzem noch anders gewesen, wie Hecking erinnerte: "Gegen Leipzig hat Lars den Ball absichtlich mit der Hand ins Tor geschlagen, das war dann auch zu Recht eine Gelbe Karte."

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Auch Stindl verglich die beiden Szenen aus den beiden Spielen: "Das gegen Leipzig hat ja jeder gesehen. Das war ja auch kein Tor. Da wollte ich auch kein Tor für haben." Wäre der Schiedsrichter nun in Ingolstadt zu ihm gekommen, hätte er ihm das Handspiel bestätigt: "Ich würde ihn natürlich darauf hinweisen, dass der Ball an die Hand geht. Entscheidungstechnisch muss er das dann auslegen. Ich würde ihm sagen, dass es keine Absicht war. Bei dieser Emotionalität und Hektik ist es immer schwierig, die absolut richtige Entscheidung zu treffen. In diesem Moment kann ich die Proteste der Ingolstädter verstehen und nachvollziehen. Wir hätten das auch getan. Aber in dem Moment ist man einfach nur ein Stückweit glücklich, dass wir da 1:0 in Führung gegangen sind."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ball prallt von Stindls Hand ins Tor