Borussia: Der Frust sitzt tief

Borussia: Der Frust sitzt tief

Tobias Levels stemmte sich mit allen Mitteln gegen die Niederlage, doch umsonst: Borussia verlor 0:4 gegen den VfL Wolfsburg. Den Vergleich der Spielmacher entschied Zvjezdan Misimovic gegen Juan Arango klar für sich.

Tobias Levels wollte etwas bewegen. Der Rechtsverteidiger hatte mit kraftvollen Flankenläufen versucht, Torgefahr heraufzubeschwören, hatte sich immer wieder den Ball geholt und auch im Zweikampf Akzente gesetzt, was ihm die einzige Gelbe Karte des Spiels einbrachte. Doch genutzt hat es nichts. Weswegen Levels, kurz bevor Borussias 0:4-Niederlage gegen den Deutschen Meister VfL Wolfsburg amtlich war, mit puterrotem Kopf umher rannte – der Anstrengung wegen, aber wohl auch vor Wut.

"Das hat nicht geklappt"

"Der Frust sitzt tief", gab der 23-Jährige nach dem deprimierenden Nachmittag zu. "Dem muss Luft gemacht werden", kündigte der Vize-Kapitän nach zuletzt vier nicht gewonnenen Spielen und 0:7 Toren in den Partien in Dortmund und nun gegen Wolfsburg eine offene Aussprache der Borussen an. "Wir machen einfach die Tore nicht", weiß Levels, womit er aber nur einen Teil des aktuellen Problems der Gladbacher anriss.

"Wir müssen es wieder mit elf Mann gemeinsam machen", hatte Abwehrchef Dante vor dem Vergleich mit den "Wölfen" gefordert. Doch davon war abermals nichts zu spüren. Dante war entsprechend angesäuert, schon während der Partie schimpfte der Brasilianer immer wieder mit seinen Kollegen. Levels hatte "versucht, an die Grenze zu gehen und so dem Team zu helfen, aber das hat nicht geklappt".

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Dass sich die Borussen nach wie vor in einem Lernprozess befinden, darauf weist Trainer Michael Frontzeck immer wieder hin. Gegen Wolfsburg haben sie gelernt, wie weit sie an schlechten Tagen davon entfernt sind, einem richtig gut aufspielenden Team voll herrlicher Einzelkönner Paroli zu bieten.

Der Blick auf jene in beiden Mannschaften, die für die Kreativität zuständig sind, verdeutlicht das: Zvjezdan Misimovic, die "10" der Wolfsburger, war der Dreh- und Angelpunkt des Spiels seines Teams, er kontrollierte das Tempo, verteilte die Bälle geschickt und schoss das wichtige 1:0 mit einem strammen und wohl unhaltbaren Rechtsschuss selbst (41.). Auf der anderen Seite war Juan Arango zwar "stets bemüht", doch produzierte der Venezolaner, den die Borussen wegen seines unberechenbaren linkes Fußes als Sinnstifter eingeplant haben, nichts, was seinen Kollegen den nötigen Elan hätte geben können.

Ein paar harmlose Fernschussversuche und anfangs ein Freistoß auf den Hinterkopf Raul Bobadillas, das war es schon. Zudem ist Arangos Körpersprache nicht positiv, er wirkt oftmals lethargisch, ja unmotiviert.

Ganz anders Tobias Levels, der sich mit seinen Mitteln gegen die Niederlage stemmte. Ein Levels war gegen die coolen Wolfsburger jedoch zu wenig. Und hätte Borussias Torwart Logan Bailly nicht recht gut gehalten an diesem Tag, dann wäre die Geschichte noch viel unschöner ausgegangen.

(RP)