Borussia: Das Derby – Spiel der Nerven

Borussia: Das Derby – Spiel der Nerven

Mönchengladbach (RPO). Der kanadische Stürmer Rob Friend und seine Mönchengladbacher Kollegen wollen heute (20.30 Uhr/ <a href="http://ticker.rp-online.de/bundesliga/rpo/" target="_blank">Live-Ticker</a>) beim Bundesligaspiel in Köln den Negativtrend von zuletzt zwei hohen Niederlagen stoppen. Der FC ist seit sechs Spielen sieglos.

Rob Friend ist ein kerniger Bursche. Einer wie er mag Derbys wie das seiner Borussen heute beim 1. FC Köln. Schnell, hart und intensiv sind solche Spiele, wie Friends Kollege Michael Bradley weiß. An die Reise nach Köln in der vergangenen Saison erinnert sich Friend, der kanadische Stürmer, gern. "Das war ein tolles Spiel", sagt der Gladbacher über den 4:2-Sieg, bei dem er das 3:1 erzielte. Es war die beste Auswärtsdarbietung Borussias in der verkorksten Spielzeit, in der sich das Team erst mit zwei 1:0-Siegen in letzter Minute rettete.

Vor dem heutigen Vergleich beim ewigen Rivalen aus der Domstadt haben die Borussen bereits 30 Zähler beisammen und liegen mit sieben Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge im relativ sicheren Mittelfeld. Nur: Zuletzt gab es vier Spiele ohne Sieg und innerhalb einer Woche deftige Niederlagen in Dortmund (0:3) und gegen Wolfsburg (0:4).

Keine schöne Woche

"Es war keine schöne Woche für uns", sagt Sportdirektor Max Eberl. In Köln, erklärt Trainer Michael Frontzeck, "wollen wir den Trend der zwei Niederlagen stoppen". Gerade das Derby, findet Vizepräsident Rainer Bonhof, der mit Borussia fünfmal Meister wurde und später auch beim FC spielte, sei eine günstige Gelegenheit, "eine Reaktion zu zeigen".

Frontzeck weiß, dass der im Vorteil ist, der es hinbekommt, "die Nerven zu behalten und zugleich aggressiv zu sein". So, wie es die Borussen in der vergangenen Saison gemacht haben: Gnadenlos effektiv spielten sie am 14. März, angetrieben von einem nimmermüden Michael Bradley, der zwei Tore erzielte.

  • Fotos : Fotos: Borussen heiß auf das Derby

Diese Dynamik zeigte der Amerikaner zuletzt nicht, und auch nicht der Rest des Teams. "Wir haben in den letzten Spielen nicht das gebracht, was wir uns vorgestellt haben", sagt Bradley. In Köln soll das wieder anders werden. Bradley: "Wir wissen, dass wir als Team kompakt stehen müssen, dann kehren wir in die Erfolgsspur zurück."

Dazu jedoch müssen auch Tore her. Seit 309 Minuten gibt es keinen Treffer eines Gladbacher Angreifers. "Aber wir haben kein Sturmproblem", versichert Friend. "Es braucht elf Spieler, um erfolgreich zu sein. Da kann man nicht mit dem Finger auf die Stürmer zeigen. Wenn keine guten Bälle kommen, kann man auch nicht treffen."

Neue Chance für Friend

Friend war zuletzt nur zweite Wahl. In Köln wird sich das wohl ändern. Roberto Colautti, der mit Raúl Bobadilla den "Gaucho-Angriff" bildete, spielte in Dortmund und gegen Wolfsburg schwach. "Rob hat sich nach seinen Einwechslungen richtig gut dargestellt", betont Frontzeck. Der Trainer erwägt, dem einen oder anderen eine Pause zu gönnen. So könnte Friend von Beginn an spielen.

"Ich bin hungrig darauf und wäre beim Derby gern von Anfang an dabei", erklärt Friend. Die Kölner sind seit sechs Spielen sieglos. "Sie wollen vor heimischer Kulisse die letzten Ergebnisse vergessen machen. Sie wollen ihren Fans einen Sieg schenken, aber das wollen wir auch", sagt Michael Bradley. Zwei Rivalen, ein Ziel: "Ich bin sicher, beide werden alles geben", sagt Friend. Darum ist es ein Spiel, das ihm gefällt.

(RP)