Virkus kündigt Generalanalyse an Borussia will über Farke nach dem letzten Spiel entscheiden

Exklusiv | Mönchengladbach · Eine kurzfristige Trennung von Trainer Daniel Farke steht für Borussia Mönchengladbach nicht zur Debatte. Manager Roland Virkus kündigt gegenüber unserer Redaktion eine Generalanalyse nach dem 34. Spieltag an. Was er bis dahin von allen Beteiligten erwartet.

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Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Roland Virkus hat sich Zeit genommen, um die Ereignisse des Wochenendes zu verarbeiten. Die 2:5-Niederlage bei Borussia Dortmund hat den Manager von Borussia Mönchengladbach sehr geärgert, vor allem die Art und Weise, wie sich die Mannschaft verkauft hat, insbesondere vor der Pause. Flankiert wurde das Ganze von dem Gerücht, Gladbach werde sich von Trainer Daniel Farke trennen und ihn durch U23-Coach Eugen Polanski ersetzen, womöglich schon kurz nach dem Spiel beim BVB. Bereits während des Debakels im alten Westfalenstadion hatte es sich verbreitet und war mit dem Abpfiff in der Öffentlichkeit angekommen.

Am Montag erklärte Virkus auf Nachfrage unserer Redaktion: „Nach so einem Spiel willst du erst mal klarkommen mit deinen Emotionen. Deshalb wollte ich unmittelbar danach nichts sagen. Ich war total enttäuscht, das Spiel hat mich schon mitgenommen. Wir wollen die Saison jetzt zu Ende spielen, auch mit diesem Trainer. Es steht nicht zur Debatte, dass wir uns in den nächsten beiden Wochen von Daniel Farke trennen.“ Gleichwohl und trotz des Vertrags bis 2025 ist nicht sicher, ob Farke über die Saison hinaus Trainer der Borussen bleibt.

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Die Gladbacher werden die letzten beiden Spiele bei Bayer Leverkusen und gegen den FC Augsburg abwarten und dann in Klausur gehen – ergebnisoffen. „Wir werden uns zusammensetzen und alles analysieren, dazu gehört natürlich auch der Trainer. Aus den Ergebnissen dieser Analyse werden wir unsere Schlüsse ziehen. Darum geht es, und es fokussiert sich nicht nur auf den Trainer, es geht um alles. Deshalb wollte ich am Samstag und Sonntag auch keine Gerüchte kommentieren“, sagte Virkus. Was die Spekulationen um Polanski angeht, sagte Virkus: „Er ist unser U23-Trainer.“

Vor knapp zwei Wochen hatte Virkus gesagt, Farke habe eine Chance verdient, sich über die Saison hinaus zu beweisen. „In Norwich gab es für Daniel eine ähnliche Situation, und wir haben genau hingeguckt, was da passiert ist. Eine Mannschaft war im Neuaufbau, und diese Situation ist mit der in Mönchengladbach zu vergleichen. Man muss das ehrlich betrachten. Daniel hat gezeigt, dass er das meistern kann“, so der Sportdirektor. Doch ist der Wankelmut dieser Saison, den das Debakel von Dortmund im Anschluss an ein gutes Spiel gegen den VfL Bochum (2:0) einmal mehr illustriert, ebenso wenig aus der Welt wie die defensive Instabilität. Das Team hat sich unter Farke wenig entwickelt.

Wobei Virkus da auch explizit die Spieler in die Pflicht nimmt. „Die Mannschaft ist verantwortlich für so ein Spiel“, sagte der Manager. Eben dies hat er den Protagonisten der Horrorshow vom Samstagabend auch mitgeteilt. Führungskräfte der Gruppe wie Jonas Hofmann und Julian Weigl versicherten, dass es stimme zwischen Trainer und Team. Farke selbst wollte „keinen flammenden Appell“ für sich selbst halten.

Die geplanten zwei freien Tage wurden um einen gekürzt, die Borussen treffen sich am Dienstag wieder. „Es gibt einiges aufzuarbeiten“, sagte Virkus. „Das Fußballspielen fängt mit dem Verteidigen an, und es ist entscheidend, dass wir diszipliniert als Gemeinschaft auftreten. Wenn du nach 30 Minuten 0:4 hinten liegst, hast du das sicher nicht als Gemeinschaft gemacht. Als in der zweiten Halbzeit der Fokus auf dem Verteidigen lag, gab es auch die eine oder andere Offensivaktion. Darum wird es auch in den letzten beiden Spielen gehen.“

Die Eindrücke zum Ausklang werden einfließen in die Analyse, ähnlich wie vergangene Saison. Da gab es kurz vor dem finalen Akt gegen 1899 Hoffenheim ein klärendes Gespräch mit dem damaligen Trainer Adi Hütter, da kam man nicht zusammen, Hütter und der Klub erklärten nach dem Hoffenheim-Spiel die Trennung. Damals war der Rückzug des Trainers überraschend, dieses Mal wäre es nicht so.

Farke selbst wird sich wohl nicht zurückziehen, doch dass er nach den Geschehnissen der vergangenen Wochen nicht mehr unbeschädigt ist, muss konstatiert werden. Ein Punkteschnitt von 1,22 in dieser Saison (39 Punkte), in diesem Jahr liegt der Schnitt bei eins (17 Punkte in 17 Spielen), die nach wie vor zu hohe Gegentor-Frequenz (53 bislang), all das sorgt für viel Unruhe rund um den Klub – und befeuert schließlich Gerüchte wie das am Samstag. Allein die Wucht, mit der das Gerücht Borussia traf, belegt, wie schwierig die Situation in Gladbach ist. Dass es einen großen Umbruch im Team geben soll im Sommer, das war längst kommuniziert. Doch ist nun auch die Trainerfrage offen. Sie soll sich nach dem letzten Spiel entscheiden.

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