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Coronavirus: Borussia Mönchengladbach hat nach Sieg im Geisterderby eine Champions-League-Versicherung

Spiel gegen Frankfurt ausgesetzt : Der Derbysieg ist Borussias Champions-League-Versicherung

In Zeiten der Corona-Krise ist nicht gesichert, dass die Saison zu Ende gespielt werden kann. Deswegen ist der Erfolg gegen Köln für Borussia erst recht elementar im Kampf um die Champions League.

Am Freitag hat die Deutsche Fußball-Liga entschieden, dass dieser Bundesliga-Spieltag wegen der Verbreitung des Coronavirus ausgesetzt wird. Für Montag ist eine Versammlung des Ligaverbandes mit den Vertretern der Vereine in Frankfurt anberaumt, in dem das weitere Vorgehen besprochen wird. Das Gremium wird den Klubs vorschlagen, auch den folgenden Spieltag erstmal nicht zu spielen. Weil danach die Länderspielpause ansteht, hätte sich die Bundesliga dann drei Wochen Zeit verschafft, in der die Hoffnung besteht, dass sich die Lage um den Coronavirus so sehr normalisiert, dass der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

Ob das aber wirklich möglich sein wird, kann keiner einschätzen, genau wie, ob die Liga überhaupt noch die letzten neun Spiele austragen kann. Aktuell ist nichts sicher – und deswegen sind die drei Punkte der Gladbacher gegen Köln am vergangenen Mittwoch noch wichtiger. Denn Borussia hat durch den Derbysieg Platz vier zurückerobert, das würde am Ende der Saison die Qualifikation für die Champions League bedeuten. 30 Millionen Euro wären in etwa garantiert, Geld, das man sich auch wegen der finanziellen Verluste, die die Corona-Krise auf jeden Fall mit sich bringen wird, nicht entgehen lassen will.

Es geht also seit dem Köln-Spiel auch darum, mit einzelnen Siegen die Zukunft des Klubs zu stärken. „Wir beißen uns da oben fest, das war unser Ziel“, sagte Trainer Marco Rose nach dem Sieg im Geisterderby am Mittwoch. „Wir wissen, dass es immer mehr um die Wurst und um die Ergebnisse geht. Deswegen waren die Punkte gegen starke Kölner sehr wichtig.“

Als Rose das sagte, dürfte ihm aber noch nicht klar gewesen sein, dass diese drei Zähler noch wichtiger gewesen sein könnten als er in diesem Moment dachte. Denn bislang konnte nicht ausgeschlossen werden, dass die Saison vorzeitig abgebrochen werden muss. Sollte dieses Worst-Case-Szenario eintreten, wäre wohl die aktuelle Tabelle das Endergebnis – und Borussia wäre als Vierter tatsächlich für die Champions League qualifiziert. Mit dem Sieg im Geisterderby hat sich Gladbach also eine Art Champions-League-Versicherung gesichert.

„Wir müssen jedes Spiel angehen, als ob es das letzte ist“, sagte Düsseldorfs Trainer Uwe Rösler unter der Woche, dieses Motto kann man auf alle Bundesligisten übertragen, auch Borussia, und sollte das auch ihre Denkweise gewesen sein, hat sie es gegen Köln bestens umgesetzt. Mit 120 Kilometern Laufleistung rannten die Gladbacher etwa sechs Kilometer mehr als ihr Gegner, das war ein wichtiger Faktor beim 2:1-Erfolg.

Die Gladbacher machten dies, weil sie sich bei allem notwendigen Fokus auf das Wichtigste, die Gesundheit,  in der Corona-Krise nicht das kaputtmachen wollen, was sie sich in den vorigen 24 Spielen aufgebaut haben. „Ich will in der Champions League spielen, das ist klar. Wir alle sagen, dass wir das wollen“, sagte Christoph Kramer nach dem Köln-Spiel.

So gilt für Borussia seit dem Geisterderby: Jedes Spiel ist ein Endspiel, jeder Sieg die Versicherung dafür, dass der Erfolg gesichert ist, sofern die Saison abgebrochen werden muss. Gladbach hat vorgesorgt für die ungewissen nächsten Wochen. Auch wenn alle natürlich hoffen, dass alle Spieltage noch ausgetragen werden können und Borussia nach 34 Partien ganz „regulär“ noch immer zu den Top vier der Liga gehören wird.