Vor Duell mit Borussia Davies ist Bayerns Corona-Fall Nummer neun – „Sie würden das Spiel gerne absetzen“

München/Mönchengladbach · Bayern München gehen vor dem Duell mit Borussia Mönchengladbach die Spieler aus, am Mittwoch gab es einen positiven Coronatest bei Alphonso Davies. Gladbach-Manager Max Eberl hatte kurz zuvor verraten, dass die Bayern das Spiel gerne verlegen würden.

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Foto: dpa/Tobias Hase

Borussia Mönchengladbach hat in der Corona-Pandemie schon einiges erlebt: das erste Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte zum Beispiel oder ein Champions-League-Heimspiel in Ungarn. Es könnte sich ein weiteres kurioses Kapitel dazugesellen, denn der Rückrundenauftakt beim FC Bayern steht aufgrund zahlreicher Corona-Fälle auf der Kippe. Borussia selbst hat es nach der kurzen Winterpause mit vier Neuinfizierten schon heftig erwischt, der Rekordmeister zählt seit Mittwochnachmittag neun.

Alphonso Davies, der in den Tagen zuvor noch mit der Mannschaft trainiert hatte, wurde am Mittwoch positiv auf Corona getestet, teilten die Münchner mit. Damit spitzt sich die Lage immer weiter zu. Gladbachs Manager Max Eberl hatte zwei Stunden zuvor auf der Pressekonferenz gesagt: „Ich habe von der Liga was gehört und mit Brazzo telefoniert, das ist selbstverständlich“, so Eberl, der von einem Gespräch mit Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic berichtete. „Ja, es ist so, dass Bayern gerne das Spiel absetzen würde. Aber das entscheidet die Liga, nicht wir. Da haben wir keinen Einfluss drauf. Wir müssen uns auf das Spiel vorbereiten und davon ausgehen, dass am Freitag gespielt wird“, so Eberl. Trainer Adi Hütter betonte, dass die Situation keinen Einfluss auf die Spielvorbereitung habe. „Wir bereiten uns ganz normal so vor, wie wenn das Spiel stattfinden würde“, sagte Hütter.

Am Samstag hatten Manuel Neuer, Kingsley Coman, Corentin Tolisso und Omar Richards für die ersten schlechten Nachrichten beim FC Bayern gesorgt, am Montag folgten Lucas Hernández und Tanguy Nianzou, am Dienstag Leroy Sané und Dayot Upamecano. In der DFL-Spielordnung heißt es unter „Absetzung wegen Erkrankung von Spielern“, dass ein entsprechender Antrag „unverzüglich nach Bekanntwerden“ gestellt werden müsse. Der entscheidende Absatz lautet: „Dem Antrag ist nicht stattzugeben, wenn mehr als 15 spielberechtigte Lizenzspieler und/oder in der Lizenzmannschaft spielberechtigte Amateure/Vertragsspieler zur Verfügung stehen. Unter diesen müssen sich mindestens neun Lizenzspieler, darunter ein Torwart, befinden.“ Zu den 16 Spielern müssen auch gesperrte und verletzte Spieler gezählt werden, da es sich dabei um „sporttypische Sachverhalte“ handelt.

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Foto: dpa/Carmen Jaspersen

„Es gibt dazu ein Regelwerk, an das wir uns wie alle anderen auch halten werden“, sagte Salihamidzic. „Es sieht so aus, dass wir spielen, und dann werden wir auch in das Spiel gehen, um es zu gewinnen“, ergänzte der 45-Jährige, allerdings noch bevor der Fall Davies bestätigt worden war.

Dass es bei den Bayern personell immer dünner wird, liegt neben den neuen Corona-Fällen auch am Wechsel des Ex-Borussen Michael Cuisance zum FC Venedig sowie die Afrika-Cup-Teilnahme von Eric Maxim Choupo-Moting (Kamerun) und Bouna Sarr (Senegal) bei. Mit diesem Trio wäre die kritische Grenze noch weiter entfernt. Entwarnung in Sachen Covid-19 gab es bei Josip Stanisic, der sich allerdings nach seinem Muskelbündelriss ohnehin in der Reha befindet. Serge Gnabry und Leon Goretzka trainierten zuletzt noch individuell, wobei Gnabry am Dienstag zur Mannschaft zurückkehrte. Joshua Kimmich ist nach wochenlanger Corona-Pause erst seit Montag wieder dabei.

Aus dem offiziellen Profikader stehen darüber hinaus die Torhüter Sven Ulreich und Christian Früchtl, die Abwehrspieler Benjamin Pavard, Niklas Süle, der am Mittwoch allerdings aufgrund von Rückenproblemen nicht mit der Mannschaft trainierte, die Mittelfeldspieler Marcel Sabitzer, Marc Roca und Malik Tillman sowie die Angreifer Robert Lewandowski, Thomas Müller und Jamal Musiala zur Verfügung. Die Mindestzahl an Lizenzspielern wäre somit erreicht, dann käme es auf die spielberechtigten Lizenzspieler und spielberechtigten Amateurspieler an. Einige davon wie Taylor Booth oder Bright Arrey-Mbi kennt Borussia bereits vom 2:0-Testspielerfolg gegen Bayerns B- und C-Elf in der Sommervorbereitung. Sie so schnell in der Bundesliga wiederzutreffen, hätte Trainer Adi Hütter sicher nicht erwartet.

Ein möglicher Nachholtermin wäre laut Spielordnung klar geregelt: „Ausgefallene und abgebrochene Meisterschaftsspiele müssen grundsätzlich spätestens am folgenden spielfreien Dienstag oder Mittwoch angesetzt werden.“ Ob am 11. oder 12. Januar genügend Bayern-Spieler aus der Quarantäne entlassen wären, ist derzeit aber noch offen. Am 18. und 19. Januar findet das DFB-Pokal-Achtelfinale statt. Da haben die Bayern zwar frei nach ihrer 0:5-Niederlage in Gladbach, Borussia tritt aber bei Hannover 96 an. Ab dem 24. Januar steht dann eine Länderspielperiode im Kalender.

 Dayot Upamecano ist einer von acht Profis des FC Bayern München, die Covid-19 haben.

Dayot Upamecano ist einer von acht Profis des FC Bayern München, die Covid-19 haben.

Foto: dpa/Marius Becker

Entscheidend für eine Verschiebung wäre letztendlich ein Antrag des FC Bayern, sobald ihm nicht mehr genügend gesunde und spielberechtigte Spieler zur Verfügung stehen. Auf die Regularien haben sich die DFL-Mitglieder vor dem Hintergrund der Pandemie gemeinsam verständigt. Borussia müsste zwar auf bis zu sieben Profis verzichten: Denis Zakaria, Joe Scally, Keanan Bennetts, Mamadou Doucouré (alle Covid-19), Jordan Beyer (gerade erst wieder im Training), Jonas Hofmann (Reha nach Knie-OP) und Ramy Bensebaini (Afrika-Cup). Doch den Fohlen dürfte es ganz gelegen kommen, wenn am Freitag in der Allianz-Arena der Ball rollt.