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Christoph Kramer: ZDF-Experte sagte Englands Elfmeter-Fehlschüsse voraus

Zeit als EM-Experte vorbei : Borussias Christoph Kramer hat das TV-Publikum begeistert

Für Christoph Kramer ist am Sonntag seine Zeit als ZDF-Experte zu Ende gegangen. Bei den TV-Zuschauern hat Kramer in den vergangenen Wochen zahlreiche Pluspunkte gesammelt. Beim EM-Finale zwischen Italien und England lag er zudem erneut mit einer Prophezeiung richtig.

Während die meisten Gladbacher einen Tag nach dem 2:2 im ersten Testspiel der Saisonvorbereitung gegen Viktoria Köln das Finale der Europameisterschaft zwischen Italien und England (4:3 nach Elfmeterschießen) am Sonntagabend entspannt auf der Couch verfolgt haben dürften, hatte Christoph Kramer noch einen Termin auf dem Mainzer Lerchenberg. Ein letztes Mal war er dort im Fernsehstudio des ZDF zusammen mit Weltmeister-Kollege Per Mertesacker als EM-Experte im Einsatz.

Und erneut, das verriet Moderator Jochen Breyer, lag Kramer mit einer Elfmeter-Prognose richtig. Vor dem Final-Elfmeterschießen legte sich Gladbachs Mittelfeldspieler fest, dass die kurz zuvor eingewechselten Marcus Rashford und Jadon Sancho ihre Elfmeter verschießen würden. So kam es dann auch – und Kramer machte Englands Trainer Gareth Southgate dafür verantwortlich.

„Er hat sie während des ganzen Turniers links liegen gelassen. Sie sind blutjung. Dann sagt man denen in der 118. Minute, dass sie nur für das Elfmeterschießen reinkommen und den Ball reinschießen sollen“, sagte Kramer. Das sei „psychologisch einfach nicht gut“ gewesen. „Sie haben sowieso kein gutes Gefühl, weil sie das ganze Turnier der Mannschaft nicht wirklich helfen konnten, weil sie nicht wichtig waren“, so Kramer, der bereits den Fehlschuss von Frankreich-Star Kylian Mbappé im EM-Achtelfinale gegen die Schweiz vorausgesagt hatte.

Für Kramer ging in der Nacht von Sonntag auf Montag seine vierwöchige Tätigkeit als TV-Experte zu Ende. Und wie bei der Weltmeisterschaft 2018 kamen Kramers sachliche Analysen bei der überwiegenden Mehrheit der Zuschauer sehr gut an. Für das ZDF war Kramer mit seiner humorvollen Art während des Turniers ein Glücksfall.

In einer repräsentativen Umfrage des Nachrichtenportals „t-online“ und des Umfrageinstituts Civey landete er mit einer Durchschnittsnote der TV-Zuschauer 2,10 auf Platz zwei. Nur U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz, der für die ARD im Einsatz war, landete mit einer 2,08 vor Kramer. „Er hat einen sehr guten Blick für das Spiel und hat immer genau die richtigen Dinge angesprochen. Wenn er seine Erkenntnisse nun bei Borussia so auf den Platz bringt mit seinen Kollegen, wird sich sein Trainer Adi Hütter freuen“, schreibt Ur-Borusse Berti Vogts in seiner Kolumne für unserere Redaktion.

In den sozialen Netzwerken wurde Kramer im Turnierverlauf ebenfalls hochgelobt, negative Kommentare gab es selten. Die Zuschauer, so erweckte es den Eindruck, schienen es zu schätzen, dass dort ein noch aktiver Profi sitzt, der seine Analysen mit ihnen teilt und sich auch sprachlich auszudrücken weiß. „Christoph Kramer ist meine Neuentdeckung dieser EM: fachlich gute und auch sehr unterhaltsame Kommentare. Keine Fremdschäm-Momente. Naturtalent“, schrieb etwa die Twitter-Nutzerin „ESchorre“. Am Dienstag geht für Kramer der Alltag in Mönchengladbach weiter, dann hat Trainer Adi Hütter für 10.30 Uhr die erste Trainingseinheit der neuen Woche angesetzt.

Hier geht es zur Infostrecke: So feiern die TV-Zuschauer Christoph Kramer