„Er ist einer meiner besten Freunde“ Gladbachs Co-Trainer Peintinger über sein Verhältnis zu Hütter

Mönchengladbach · Seit über 20 Jahren ist Borussias Co-Trainer Christian Peintinger mit Adi Hütter befreundet. Daraus entstand vor sechs Jahren ein Arbeitsverhältnis, aus Freunden wurden Kollegen. Peintinger erzählt, wie es dazu kam und erinnert sich an den Tag zurück, der sein Leben veränderte.

Seit Sommer Co-Trainer bei Borussia Mönchengladbach und ein enger Vertrauter von Chefcoach Adi Hütter: Christian Peintinger.

Seit Sommer Co-Trainer bei Borussia Mönchengladbach und ein enger Vertrauter von Chefcoach Adi Hütter: Christian Peintinger.

Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Päffgen

An den Tag, als für Christian Peintinger ein neues Leben begann, kann er sich noch ganz genau erinnern. „Wir waren mit unseren Familien in Oberösterreich wandern. Adi erhielt einen Anruf, ob er sich vorstellen könnte, in die Schweiz zu Young Boys Bern zu gehen. Wir waren auf dem Weg zum Gipfel und er hat lange telefoniert“, erzählt Peintinger im „Fohlenpodcast“-Gespräch mit Stadionsprecher Torsten Knippertz.

Jene Wanderung fand im Jahr 2015 statt, als Peintinger seinen Trainerjob in Österreich beim SC Kalsdorf nur nebenberuflich ausübte. „Dann hat Adi mich gefragt, ob ich mitgehen würde“, so Peintinger, für den mit dem Wechsel zu den Young Boys Bern ein Traum in Erfüllung ging, denn mit dieser Entscheidung machte er das Co-Trainer-Dasein zu seinem Hauptjob.

Sein Angestellten-Verhältnis bei der Wirtschaftskammer Österreich musste er dafür aufgeben. Von den Erfahrungen, die er dort gesammelt hat, profitiert er noch heute. „Ich war in der Abteilung der Lehrlingsausbildung zuständig und habe Betriebe kontrolliert, die einen Antrag gestellt haben, Lehrlinge ausbilden zu dürfen“, sagt Peintinger. „Auch dort spricht man mit Menschen und versucht, jungen Menschen und dem Betrieb weiterzuhelfen. Im Fußball ist es nichts Anderes“, sagt er und betont, dass ihm das heute vor allem in der Kommunikation mit jungen Spielern helfen würde.

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Mit Hütter verbindet ihn eine lange Freundschaft. Kennengelernt haben sich beide vor über 20 Jahren in Graz. Hütter spielte damals für den Grazer AK, Peintinger hatte seinen Lebensmittelpunkt dort. „Da ist auch unsere Freundschaft entstanden. Als er nach Salzburg zurückgegangen ist, blieb diese bestehen. Wir haben viel telefoniert und uns gelegentlich gesehen“, sagt Peintinger, der Bern 2018 mit Hütter zum Meistertitel in der Schweiz führte. Gemeinsam ging es 2018 nach Frankfurt und eben drei Jahre später zu Borussia.

„Wir hatten erst eine Freundschaft über Distanz, jetzt sind wir quasi rund um die Uhr zusammen. Das ist wie in einer Beziehung: Man muss sich erst dran gewöhnen. Die Hierarchie im Beruf muss man akzeptieren, aber als Freund kann man ihm alles sagen“, berichtet der 54-Jährige. „Adi ist einer meiner besten Freunde. Und wir denken Fußball gleich. Somit kann ich mich mit dem Spiel, das wir bei den Vereinen implementieren zu versuchen, auch voll identifizieren“, so Peintinger.

Was die Fußballphilosophie angeht, sei er sich mit Hütter seit jeher einig. „Grundsätzlich wollen wir begeisternden und attraktiven Fußball spielen. Wir versuchen mit Power und Dynamik nach vorne zu spielen. Natürlich muss man riskieren, dass hinten gewisse Räume aufgehen. Aber ich denke auch, dass der Zuschauer lieber ein 3:2 als ein 1:0 sieht“, betont er.

Der Weg mit Borussia hat für Hütter und Peintinger gerade erst begonnen. Geht es nach Peintinger, wird er auch in Zukunft stets zu Hütters engsten Vertrauten zählen – sowohl auf als auch neben dem Fußballplatz. „Solange Adi mich als Co-Trainer haben will, werde ich bei ihm bleiben“, ist sich Peintinger sicher.

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