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Champions-League-Aus: Borussia Mönchengladbach noch einmal 0:2 gegen Manchester City

Raus aus der Champions League : Borussia setzt Niederlagen-Flut gegen Manchester City fort

Borussia Mönchengladbach hat sich mit einem weiteren 0:2 gegen Manchester City einigermaßen anständig aus der Champions League verabschiedet. Marco Roses Mannschaft war bei der siebten Pleite in Folge aber klar unterlegen.

Der Tag begann mit einem Glückwunsch. Den gab es in gesungener Form für Borussia Mönchengladbachs Mittelfeldspieler Florian Neuhaus, der am Dienstag 24 Jahre alt wurde. Dass der Neu-Nationalspieler vermutlich einen sensationellen Einzug seines Teams ins Viertelfinale der Champions League auf dem Wunschzettel zum Geburtstag stehen hatte, ist anzunehmen.

Doch nach 18 Minuten wusste er, dass es nur ein frommer Wunsch gewesen war, denn da erzielte Ilkay Gündogan nach einem wunderbaren Pass von Phil Foden bereits das zweite Tor für City, kurz zuvor hatte Kevin De Bruyne den Ball zum 1:0 in den Torwinkel geknallt. Da war klar: Borussias Europa-Tour würde nach der siebten Pflichtspiel-Niederlage am Stück am 16. März 2021 in Budapest ihr Ende finden. 0:2 stand es dann auch nach 90 Minuten in der Puskas Arena.

Von nun an geht es allein darum, die bisher verkorkste Bundesliga-Saison irgendwie zu retten. Damit müssen die Borussen am Samstag erneut gegen ein blau-weißes Team anfangen, indes nicht gegen das derzeit vielleicht beste Europas, sondern das Schlusslicht der Bundesliga: Schalke 04.

Geburtstagskind Neuhaus gehörte zur Startelf und bildete mit Denis Zakaria die Doppelsechs. Davor sollten Jonas Hofmann, Lars Stindl, Marcus Thuram und Breel Embolo, der als zentrale Spitze anstelle Alassane Pleas spielte, City in Verlegenheit bringen mit Speed (Embolo) und Eins-gegen-Eins-Qualitäten (Thuram). Beide hatten den Auftrag, den Gegner im Spielaufbau früh zu attackieren, Präsenz zu zeigen und Unruhe zu erzeugen, um die Passmaschine der Citizens nicht ins Rollen kommen zu lassen.

Wie es gehen konnte, machte sich Roses Team dann selbst in der 9. Minute vor: Zakaria eroberte den Ball an der rechten Außenlinie, nahm Stindl mit, der Tiefe ins Spiel brachte, als er Embolo schickte. Der Schweizer schloss schnell ab und City-Torwart Ederson wehrte den abgefälschten Ball zur Ecke ab. Das war es dann aber auch mit der Gladbacher Herrlichkeit, neun Minuten später war die Geschichte entschieden.

Zunächst war Stindl in der zwölften Minute am eigenen Strafraum zu instabil im Zweikampf gegen Riyad Mahrez, der dann den Torschützen De Bruyne bediente. Dessen Schuss war nicht nur unhaltbar für Yann Sommer, sondern auch extrem ernüchternd für Gladbach. Was an Hoffnung möglicherweise da war, vielleicht eine Sensation zu schaffen mitten hinein in die Krise, zerbarst in dem Moment, als De Bruynes Ball vom Querbalken ins Tornetz prallte.

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Und dann Fodens Pass, nachdem Neuhaus zu ungestüm vorgeprescht war und damit den entscheidenden Raum geöffnet hatte, ja das war ein edles Stück Fußball, und ganz cool dann Gündogans Abschluss. Daran hatte City-Trainer Pep Guardiola ganz viel Spaß, er lachte und klatschte an der Seitenlinie, während die Köpfe der Borussen nochmal ein Stück weiter sanken.

70 Prozent Ballbesitz, 308 Pässe mit einer Erfolgsquote von 90 Prozent, auch diese Zahlen, die nach 30 Minuten zu Buche standen, belegten die Kräfteverhältnisse des gesamten Abends. Für die Gladbacher ging es nun nur noch darum, sich irgendwie ehrenhaft aus der Affäre zu ziehen und das Ergebnis in erträglichen Grenzen zu halten.

Embolo schoss nach 41 Minuten nach Zakarias Pass knapp am Tor vorbei, die zweite Chance, im Gesamtergebnis beider Spiele nicht mit einer offensiven Null dazustehen. Es blieb aber dabei. Das gab es in Borussias Europapokal-Geschichte zuvor nur zweimal: 1960 bei der internationalen Premiere gegen die Glasgow Rangers (0:3, 0:8) und 1987 im Uefa-Cup-Halbfinale gegen Dundee United (0:0, 0:2).

Ab Mittwoch ist das Thema nun Schalke. Dass die Debatte um Trainer Marco Rose angesichts der immer weiter anschwellenden Niederlagen-Flut wieder neue Fahrt aufnehmen wird, liegt in der Natur der Sache. Mehr als sieben Pflichtspiel-Niederlagen in Folge kassierte Gladbach in seiner Vereinshistorie erst einmal: in der Saison 1989/90. Geht auch das Schalke-Spiel verloren, wäre es somit ein eingestellter Vereinsrekord. Wenn dann vielleicht doch noch mal die Rose-Frage gestellt werden würde in der folgenden Länderspiel-Pause, wäre das keine Überraschung.

Statistik:

Manchester: Ederson - Walker, Stones, Ruben (70. Laporte), Joao Cancelo (63. Zinchenko) - Rodrigo (63. Fernandinho) - Bernardo Silva (75. Agüero), Gündogan (69. Sterling) - Mahrez, De Bruyne, Foden. - Trainer: Guardiola

Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Elvedi (88. Jantschke), Bensebaini (88. Wendt) - Zakaria, Neuhaus - Hofmann, Stindl (80. Traore), Thuram (65. Plea) - Embolo (65. Wolf). - Trainer: Rose

Schiedsrichter: Sergej Karasew (Russland)

Tore: 1:0 De Bruyne (12.), 2:0 Gündogan (18.)

Zuschauer: keine (in Budapest)

Beste Spieler: Foden, Gündogan - Embolo

Gelbe Karten: Joao Cancelo (2), Fernandinho (2) - Lainer (3)

Torschüsse: 9:6

Ecken: 7:2

Ballbesitz: 65:35 %

Zweikämpfe: 92:87

Hier geht es zur Bilderstrecke: Manchester City - Borussia: die Fohlen in der Einzelkritik