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Champions League 20/21: Borussia Mönchengladbach spielt 2:2 gegen Real Madrid

2:2 in der Champions League : Real lässt Borussias Traum spät platzen

Marcus Thuram sah lange aus wie der Mann des Abends in Mönchengladbach. Nach einem Doppelpack des Franzosen drehte Real Madrid in der Schlussphase aber noch mal auf und verhinderte einen Heimsieg der Gladbacher.

Erstmals seit dem 23. November 2016, als es ein 1:1 gegen Manchester City gab, erklang am Dienstagabend die Champions-League-Hymne im Mönchengladbacher Borussia-Park. Ohrenzeugen gab es nur wenige an diesem Abend, an dem die Borussen das große Real Madrid empfingen, denn wegen der aktuellen Corona-Situation waren keine Zuschauer zugelassen bei diesem fußballerischen Großereignis.

Die hymnischen Klänge schienen die Prelude zu einem großen Abend für Borussia und insbesondere Marcus Thuram zu werden. Zweimal traf der Franzose gegen die „Königlichen“, die vom früheren Teamkollegen seines Vater Lilian in Frankreichs Nationalmannschaft, Zinedine Zidane, trainiert werden. Dich wie zuvor bei Inter Mailand brachte Borussia die Führung nicht über die Zeit. Karim Benzema schaffte in der 87. Minute den Anschluss, Casemiro glich in der dritten Minute der Nachspielzeit aus.

Trainer Marco Rose rotierte wie am Samstag in Mainz heftig, fünf neue Spieler gehörten zur Startformation. Kapitän Lars Stindl jedoch, mithin Gladbachs erfolgreichster Torschütze in der Champions League, der beim 2:2 bei Inter Mailand am ersten Königsklassen-Spieltag noch gefehlt hatte, gehörte dieses Mal zur Startelf. Seine Erfahrung, sein Spielwitz waren Rose dieses Mal wichtiger als die Wucht eines Breel Embolo. Stindl spielte im 4-2-1-3-System hinter dem Dreierangriff auf der Zehn. Borussia wollte den Giganten aus Spaniens Hauptstadt nicht nur bekämpfen, sondern auch bespielen.

Für die „Königlichen“ und Zidane ging es darum, nach der Auftaktniederlage gegen Schachtar Donzek zu ersten Punkten zu kommen, entsprechend waren die Madrilenen auf Spielkontrolle aus – Borussia versuchte sich indes von Beginn an im Pressing, auch wenn es zuweilen zu halbherzig ausfiel. Auf der leeren Tribüne waren die aufgeregten Reportagen der spanischen Radio-Reporter der Klangteppich eines Spiels, in dem Real dominierte, ohne ganz große Gefahr zu erzeugen, und Borussia auf Fehler des Gegners wartete, um dann zu kontern.

Zweimal hatte Borussia in der Vergangenheit gegen Real daheim gespielt, zuvor aber noch nicht in Glabach, sondern sowohl 1976 (2:2) und 1985, als es ein grandioses 5:1 gab, im Düsseldorfer Rheinstadion. Im ersten „echten“ Heimspiel waren die Gäste dominant und hatten durch Toni Kroos  eine erste Torannährung, doch seinen Fernschuss wehrte Yann Sommer ab (29.).

Doch dann passte ein Borussen-Konter und erwischte Real kalt: Nach einem Real-Ballverlust schalteten Jonas Hofmann und Alassane Plea schnell um, Plea bediente Thuram mit einem bemerkenswerten Pass und dieser schoss den Ball hoch oben hinein ins Tor – 1:0 für Gladbach. Der Rose-Plan, Real immer wieder zu überrumpeln und die wenigen sich bietenden Gelegenheiten dieser Art cool zu nutzen, ging gleich auf. „Da kommt was auf uns zu“, hatte Kroos seine Kollegen gewarnt. Nun wussten sie, was er meinte. Borussias Selbstvertrauen wuchs und weiterhin schafften es die Gladbacher, Reals Überlegenheit nicht zur Gefahr werden zu lassen.

Einmal blockte Matthias Ginter gut, zweimal reagierte Sommer richtig, das war es dann auch schon mit Madrids Chancen, auch wenn elf Torschüsse statistisch erfasst wurden. Bei den Borussen war es nur einer, der aber war drin. Eine extreme Effektivität. Nun galt es, Reals Druck weiter zu trotzen. Zumindest lag eine große Überraschung in der Luft. Dank eines Marcus Thuram, der in jedem Spiel für wesentliche Aktionen sorgt.

Was kommen würde nach der Pause, war sofort klar. Keine Minute war vorbei als Marco Asensio das Aluminium traf. Es galt, weiter standhaft zu bleiben, sich nicht zu sehr beeindrucken zu lassen und vielleicht nochmal so zuzuschlagen wie nach 33 Minuten. Das taten die Borussen nach 58 Minuten, erneut traf Thuram, dieses Mal mit einem Abstauber zum 2:0, nachdem Thibaut Courtois eine Direktabnahme Alassane Pleas nach vorn abgewehrt hatte. Doch Real blieb cool und kam tatsächlich zurück in ein schon verloren geglaubtes Spiel. Als dieses zu Ende war, lagen die Borussen am Boden. Enttäuscht. Sie standen wie in Mailand vor einem großen Sieg, doch sie schafften ihn nicht.

Statistik

Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini - Kramer - Hofmann, Neuhaus - Stindl (79. Wolf) - Plea (79. Embolo), Thuram (71. Herrmann). - Trainer: Rose

Real: Courtois - Lucas Vazquez, Ramos, Varane, Mendy - Casemiro - Kroos (71. Modric), Valverde - Asensio (84. Rodrygo), Benzema, Vinicius Junior (70. Hazard). - Trainer: Zidane

Schiedsrichter: Orel Grinfeld

Tore: 1:0 Thuram (33.), 2:0 Thuram (58.), 2:1 Benzema (87.), 2:2 Casemiro (90.+3)

Zuschauer: keine

Beste Spieler: Thuram, Plea - Valverde, Asensio

Gelbe Karten: Stindl, Bensebaini, Neuhaus - Casemiro

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussia - Real Madrid: die Bilder des Spiels