Bundesliga 2019/20: Borussia Mönchengladbach gewinnt gegen FSV Mainz und rückt vorerst auf Platz zwei

Gladbach dreht gegen Mainz das Spiel : Plea und Neuhaus schießen Borussia zum Sieg

Die Gladbacher gewinnen das Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 durch einen Doppelpack des Franzosen und ein sehenswertes Traumtor eines Jokers. Wie im Hinspiel hatte Borussia jedoch zunächst in Rückstand gelegen. Es war der achte Heimsieg in Folge.

Noch einmal ertönte sein Name durch den Borussia-Park. „Criiiens“ riefen Borussia Mönchengladbachs Fans in der Nordkurve im Anschluss an eine Schweigeminute, mit der Borussia vor dem Anpfiff des Bundesligaspiels gegen den FSV Mainz 05 nochmals an ihren legendären Torjäger Hans-Jörg Criens, der am zweiten Weihnachtstag verstorben und am Freitag beigesetzt worden war. Nach dem Spiel jubelten die Fans vor allem einem seiner vielen Nachfolger im Gladbacher Angriffszentrum zu. Denn Alassane Plea bescherte den Gladbachern den ersten Rückrundensieg. Wie schon im Hinspiel (3:1) musste Borussia indes dabei einen Rückstand umbiegen. Mit dem 3:1 (1:1) vor 49.175 Zuschauern verbesserten sich die Gladbacher zunächst wieder auf den zweiten Tabellenplatz.

Trainer Marco Rose hatte seine Startformation im Vergleich zum Spiel beim FC Schalke 04 auf vier Positionen verändert. Fabian Johnson verteidigte auf der rechten Seite für den gelbgesperrten Stefan Lainer und der wiedergenese Nico Elvedi kam in der Innenverteidigung für den verletzten Tony Jantschke. Zudem ersetzten Christoph Kramer und Lars Stindl im Mittelfeld Jonas Hofmann und Breel Embolo. Und zumindest Rechtsverteidiger Johnson stand auch gleich im Fokus.

Zunächst zeigte der US-Amerikaner zwei beherzte Antritte auf der rechten Seite, die indes wirkungslos blieben. Dann jedoch reagierte der Routinier nach einem weiten Schlag Moussa Niakhatés zu spät auf den gestarteten Quaison. Der Mainzer Angreifer bedankte sich und schoss den Gast nach elf Minuten in Führung. Die Szene passte zu einer von Ungenauigkeiten und Missverständnissen geprägten Anfangsphase der spielbestimmenden Gladbacher, die sich jedoch immer wieder im engmaschigen Abwehrnetz der Mainzer festliefen.

Es dauerte bis zur 16. Minute, ehe Christoph Kramer den ersten Gladbacher Torschuss abgab, sein Versuch aus zentraler Position ging allerdings deutlich über das Tor. Mainz blieb zunächst gefährlicher, nach einem Ballverlust Nico Elvedis prüfte Jean-Paul Boetius Borussias Schlussmann Yann Sommer mit einem Flachschuss (19.). Wenige Minuten später kam Gladbach jedoch dank seines Stoßstürmers zurück ins Spiel.

Alassane Plea war im Mittelfeld von gleich drei Mainzern angegangen worden, Oscar Wendt trat den fälligen Freistoß an den Fünfmeterraum, wo Plea völlig frei vor Robin Zentner auftauchte und keine Mühe mehr hatte, volley zum 1:1 zu verwandeln (24.). Es war nicht nur Borussias erstes Tor in der Rückrunde, sondern auch die Fortsetzung einer Serie: Zum 14. Mal in Folge traf Borussia in einem Heimspiel gegen Mainz – Bestwert für Gladbach in der Bundesliga.

Plea beflügelte dieser Treffer sichtlich, der Franzose bediente sechs Minuten später mit einer scharfen Hereingabe seinen Landsmann Marcus Thuram, der den Ball an die Unterkante der Latte verlängerte. Und kurz darauf kam der 26-Jährige nach einem Zweikampf an der Strafraumgrenze zu Fall. Rose beschwerte sich beim Vierten Offiziellen Christof Günsch, woraufhin Schiedsrichter Felix Zwayer den Gladbacher Coach mit der Gelben Karte verwarnte.

Mainz tat sich nun schwerer, für Entlastung zu sorgen, Borussia wusste die Feldüberlegenheit aber vor der Pause nicht mehr in eine Führung umzumünzen. Ein Schuss Oscar Wendts wurde kurz vor der Torlinie geblockt. Und kurz vor dem Halbzeitpfiff schlug Plea nach einer Kopfball-Verlängerung Matthias Ginters über den Ball.

Auch nach dem Wiederbeginn übernahm Borussia sofort wieder das Kommando. Zählbares kam aber bei aussichtsreichen Vorstößen von Denis Zakaria und nochmals Wendt nicht heraus. Zudem zögerte Thuram wenig später nach einem Plea-Zuspiel mit dem Abschluss (51.). Ähnlich war es kurz darauf, als Kramer im Sechszehner flankte, statt selbst abzuziehen. Die Anfangsviertelstunde der zweiten Halbzeit war Gladbachs bislang stärkste Phase, Mainz überstand sie jedoch schadlos – und wäre beinahe kurz darauf selbst wieder in Führung gegangen. Doch Sommer parierte einen Schlenzer des eingewechselten Daniel Brosinski sehenswert. Eine Führung wäre zu diesem Zeitpunkt allerdings nur auf der anderen Seite verdient gewesen, und die Gladbacher arbeiteten weiter daran, die Partie vollständig zu drehen. Zunächst wurde ein Schuss des glücklosen Thuram noch zur Ecke gelängt, dann scheiterte Patrick Herrmann nach einem klasse Steilpass Pleas an Zentner (65.). Der Mainzer Torwart bewahrte seine Mannschaft auch sechs Minuten später vor dem Rückstand, als er Pleas Versuch mit der Innenseite noch um den Pfosten lenkte.

Rose versuchte es für die letzten knapp 20 Minuten mit neuem Offensiv-Personal: Florian Neuhaus und Breel Embolo kamen für Kapitän Stindl und Thuram. Und der Einsatz Embolos sollte sich schnell auszahlen. Der Schweizer holte einen Freistoß heraus, den Wendt und Herrmann schnell ausführten, die anschließende Flanke verwertete erneut Plea zum 2:1 (76.). Der Franzose, der schon beim 3:1 im Hinspiel zum spielentscheidenden 2:1 getroffen hatte, erzielte damit seinen siebten Saisontreffer. Wenig später hätte Embolo alles klar machen können, sein Flachschuss landete jedoch am Pfosten. Und dann verpasste Plea noch seinen Dreierpack, als er nach einer Hereingabe Johnsons etwas zu hoch zielte. So blieb es eng, und Sommer musste noch zweimal zupacken, nach einem Onisiwo-Kopfball und reaktionsschnell nach einer durch Elvedi abgefälschten Flanke. Neuhaus setzte mit einem Traumtor aus fast 40 Metern (88.) den Schlusspunkt.

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