Schweizer als Kapitän und Torjäger Borussias Embolo zeigt neue Qualitäten

Mönchengladbach · Breel Embolo ist vor dem Tor plötzlich ein Vollstrecker. Gegen Berlin war er zudem erstmals Kapitän der Borussen. Sein Fallrückzieher gegen Schachtjor Donezk scheint einen positiven Effekt gehabt zu haben.

 Breel Embolo (Mitte) trifft gegen Berlins Torhüter Alexander Schwolow zum 1:1.

Breel Embolo (Mitte) trifft gegen Berlins Torhüter Alexander Schwolow zum 1:1.

Foto: dpa/Marius Becker

Drei Wochen ist es her, Borussia hatte gerade 1:1 gegen den FC Augsburg gespielt, da war die einhellige Meinung, dass beim Stürmer Breel Embolo eine gewisse Angst vor dem Torschuss auszumachen sei. In jenem Spiel hatte er drei, vier Chancen der Kategorie „Hochkaräter“ ausgelassen und war so, trotz der ganzen Arbeit, die er für das Team gemacht hatte, ein wenig die tragische Figur des Tages.

Sechs Spiele später hat sich die die Wahrnehmung geändert. Embolo hat gegen Schachtjor Donezk ein tolles Tor erzielt per Fallrückzieher, damit steht er sogar zur Wahl Kostenpflichtiger Inhalt beim „Tor des Monats“ der ARD-Sportschau. Danach hat er in der Liga zweimal getroffen, erst zum 1:0 beim 2:2 in Freiburg und nun zum 1:1-Endstand gegen Hertha BSC. Womit er Borussia vor einer Heimniederlage bewahrte.

Beide Treffer, den im Breisgau und den gegen Berlin, erzielte Embolo im Stil eines klassischen Vollstreckers, gegen den Sport-Club schloss er kühl ab allein vor dem Torwart, gegen Hertha stand er total richtig und war mit dem Knie erfolgreich. Er hat offenbar eine Entwicklung gemacht, hat nun die nötige Coolness vor dem Tor. Möglich, dass er sich mit seinem akrobatischen Treffer gegen Donezk den Weg freigeschossen hat für die einfacheren Treffer.

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Sein Tor gegen Hertha legte ihm nach der edlen Hereingabe von Florian Neuhaus ausgerechnet Matthias Ginter per Kopf auf. Der Kollege, den Embolo vor der Saison als dritten Kapitän abgelöst hat, weil er bei der teaminternen Wahl vorn lag. Weswegen Embolo nun, da Yann Sommer wegen seiner Adduktoren-Probleme fehlte und Lars Stindl zu den Borussen gehörte, die eine Pause erhielten, erstmals Borussias Team als Kapitän anführte.

Embolo ist der vierte Schweizer, der die Binde in Gladbach trug, zuvor waren es Jörg Stiel, Granit Xhaka und eben Sommer. „Für mich kam es heute Morgen etwas überraschend, dass ich in diesem Spiel als Kapitän auflaufen würde. Natürlich hat es mich aber gefreut“, gab Embolo zu Protokoll. 

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Dass es ihm eine Ehre ist, Borussias Kapitänsbinde zu tragen, belegt auch seine Leistung am Samstag gegen Hertha BSC. Es war spürbar, dass er vorangehen wollte, dass er Vorbild sein wollte in dem schwierigen Spiel, das von Beginn an eine Frage des Willens war, mehr als eines des spielerischen Aspekts. Das sind genau die Spiele, die einer wie Embolo liebt. Er ist ein Kämpfertyp, einer, der immer ans Limit geht, auch wenn es weh tut. Solche Typen lieben die Fans, weil es Identifikationsfiguren sind. Es gelingt nicht immer alles, aber man nimmt es ihnen immer ab, dass sie alles dafür tun, etwas zu bewegen für das Team.

So war es bei Embolo auch gegen Berlin. Vor der Pause war Embolo sichtlich gewillt, doch war das Fleisch noch schwach, einige Bälle sprangen ihm arg weit weg vom Fuß. Und dann gab es noch das eine oder andere Mal was auf die Socken von den Berlinern. Nach der Pause war Embolo einer der wesentlichen Antreiber. „Breel hat mächtig angeschoben in der zweiten Halbzeit. Er hat gezeigt, dass er bereit ist, Verantwortung zu übernehmen“, sagte Trainer Marco Rose.

Embolo hat einen Schritt voran gemacht, auch, weil er konstant spielen darf. Seit dem vierten Spieltag gehört er in der Bundesliga zur Startelf der Borussen, dreimal in den letzten vier Bundesligaspielen stand er über 90 Minuten auf dem Rasen. Embolo ist zu einer festen Größe geworden für Rose, mal als Zehner, mal als Sturmführer. Gegen Hertha war er das Zentrum des Angriffs, Hannes Wolf spielte dahinter, später dann Stindl.

Rose wollte Embolos Wucht in vorderster Reihe, um Hertha damit weh zu tun. Als Ginters Kopfball von rechts heranflog, tat Embolo genau das, als er den Ball ins Netz beförderte. Es war sein drittes Tor dieser Saison. Dass weitere dazu kommen werden, davon ist auszugehen wegen der neuen Qualitäten, die Embolo nun hat.

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