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Breel Embolo: Gladbach liegt laut Virkus kein Angebot aus Monaco vor

Schweizer im Trainingslager angekommen : Borussia liegt laut Virkus kein Angebot für Embolo vor

Am Mittwoch ist Breel Embolo im Trainingslager von Borussia Mönchengladbach angekommen. Über die Zukunft des Schweizer Stürmers wird indes heftig spekuliert. Die AS Monaco soll schon ein Angebot abgegeben haben. Wir haben mit Sportdirektor Roland Virkus gesprochen.

Daniel Farke weiß, was es braucht, um Mittelstürmer zu sein. Borussias Trainer war selbst einer, zwar nicht im Profifußball, aber auf gehobenem Amateur-Niveau. Und da hat er gut getroffen, einmal war er sogar der beste Tormacher der Oberliga Westfalen. Aktuell ist er dabei, aus seiner Gladbacher Mannschaft die geeigneten Kandidaten für das Angriffszentrum herauszufiltern.

Farke hat einige Kandidaten. Marcus Thuram zum Beispiel. Der hat beim 4:2 im ersten Testspiel bei Rot-Weiss Essen am vergangenen Freitag im 4-2-3-1-System die vorderste Spitze gespielt und auf seine Art interpretiert: mit vielen Tiefenläufen und viel Zug zum Tor. Zweimal traf er, zudem holte er den Elfmeter zum 3:1 heraus. Farke ist angetan vom Franzosen, das hat er zuletzt kundgetan. Und er sieht ihn in Tornähe auch gut aufgehoben.

Alassane Plea und Lars Stindl könnten den Job ebenfalls machen, beide haben einen guten Abschluss und ihre Tauglichkeit ganz vorn bereits nachgewiesen. Stindl schoss aus dieser Position heraus Deutschland 2017 zum Confed-Cup-Sieg, Plea hat die meisten seiner Profispiele in der Angriffsmitte verbracht.

Vergangene Saison war vor allem Breel Embolo der Mittelstürmer im 3-4-2-1-System von Ex-Trainer Adi Hütter. Das gefiel dem Schweizer offenbar, er schoss neun Tore in der Bundesliga, so viele wie nie zuvor, zudem traf er zweimal im DFB-Pokal. Dass er mit seiner Wucht und seiner Unermüdlichkeit eine interessante Alternative für Farke wäre im Reigen der möglichen Mittelstürmer, ist klar.

Embolo kam am Mittwoch mit den anderen Nationalspielern – darunter Yann Sommer, Jonas Hofmann, Stefan Lainer und Joe Scally – ins Trainingslager der Borussen am Tegernsee, Nico Elvedi war schon am Dienstagabend angereist. „Auch für den Teamgeist innerhalb der Mannschaft ist so ein Trainingslager wichtig. Deswegen ist es auch wichtig, dass die Nationalspieler hier dazukommen“, sagt Farke. Nach ihrer Ankunft stand für die „Neuankömmlinge“ im Hotel zunächst die obligatorische Leistungsdiagnostik an, am Donnerstag steigen sie dann ins Training ein.

Aber ist Embolo gekommen, um zu bleiben? Es wird heftig spekuliert über ihn. Die AS Monaco soll interessiert sein am 25-Jährigen, den Borussia 2019 für elf Millionen von Schalke 04 geholt hatte. Die Franzosen sollen laut „Sky“ sogar schon ein Angebot im unteren zweistelligen Millionen-Bereich abgegeben haben.

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Dass Embolo ein Wechselkandidat ist in diesem Sommer, ist bekannt. Aktuell läuft sein Vertrag bis 2023, die Option zur Verlängerung um ein weiteres Jahr hat Borussia noch nicht gezogen, das hat Manager Roland Virkus klargestellt. Er hat auch gesagt, dass er Embolo ebenso wie Marcus Thuram und Alassane Plea, um die sich ebenfalls Wechselgerüchte ranken, ihrer Qualität wegen halten will. Was Thuram angeht, hatte Farke zu Beginn dieser Woche klar gesagt, dass er ihn am liebsten behalten will. Doch letztlich wird in allen drei Fällen ein eventuelles Angebot die Geschichte regeln.

Borussia hat zuletzt Ko Itakura geholt ohne ein Gegengeschäft. Um weitere Transfers zu tätigen, müssten Spieler gehen, wie Virkus zuletzt im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt hatte. Das Ziel ist, keine ablösefreien Abgänge zu haben, doch letztlich entscheiden auch die Spieler mit. Und wenn Embolos Abgang dann vielleicht eine Tür aufmacht, „sind wir auf alles vorbereitet“, versichert Virkus.

Nun, da Embolo und die anderen, über deren Zukunft diskutiert wird, angekommen sind im Trainingslager, wird es zahlreiche Gespräche geben. Virkus wird sondieren, wie die Lage jeweils ist. „Die Spieler sind nun wieder da, wir werden mit allen sprechen. Es ist klar, dass etwas kommen kann, aber aktuell liegen uns keine Anfragen vor. Wenn es Begehrlichkeiten gibt, muss man offen darüber sprechen und sie dann professionell abarbeiten, um Lösungen zu finden, die für alle gut sind“, sagte Virkus in Rottach-Egern im Gespräch mit unserer Redaktion. Dass sich der Kreis der Mittelstürmer-Optionen noch wandeln wird, ist durchaus möglich.

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