Borussia Mönchengladbach: Boykott geht am Ziel vorbei

Borussia Mönchengladbach : Boykott geht am Ziel vorbei

Boykott geht am Ziel vorbei Die, die zum Boykott des Derbys aufrufen, tun es, um die Fankultur zu bewahren. So schreiben es jedenfalls die Unterstützer.

Sie skizzieren eine von Politik, DFB und DFL zunehmend — und nun ganz konkret mittels personalisierter Tickets — gegängelte Fankultur, die am Scheideweg stehe. Allein, das Problem am Begriff Fankultur ist, dass er sich nicht klar greifen lässt.

Gehören die Pyrotechnik-Vorfälle und die rohe Gewalt rund um die Derbys der vergangenen Jahre auch zur Fankultur? Falls ja, sind also solche Dinge offenbar so schützenswert, dass man ihnen per Boykott das ursprünglichste Element der Fankultur opfert — nämlich die friedlich-fanatische Unterstützung der eigenen Mannschaft im Stadion.

Ja, FC-Chaoten haben mit ihrem Platzsturm im Februar das Fass zum Überlaufen gebracht, aber gefüllt haben es Angehörige beider Fanszenen über Jahre verlässlich. Deswegen wäre der zielführende Boykott der, der sich innerhalb der zwei Fanlager gegen die gewaltbereiten Mitglieder richtet. Denn wer diese schützt, hat eine Fankultur am Scheideweg letztlich mit zu verantworten.

(RP)