Borussia Mönchengladbach: Borussias Torproblem: Nur Mlapa trifft

Borussia Mönchengladbach : Borussias Torproblem: Nur Mlapa trifft

Die Gladbacher ließen beim 1:3 in Wolfsburg viele Chancen aus. Das ist schon länger ein Problem. Im April schossen die Borussen nur drei Tore. U23-Spieler Guiseppe Pisano ist mit einem Treffer bei der Wahl zum Tor des Monats dabei.

Peniel Mlapas Arbeitszeugnis war gut. Er schoss ein Tor in Wolfsburg, dafür brauchte er zwei Versuche. Er bereitete zudem zwei Torgelegenheiten seiner Kollegen vor, so viele wie kein anderer Borusse an diesem Tag. Und er schlug drei Flanken, auch das war ein Bestwert. Und er war nahezu an allen gefährlichen Aktionen der Gladbacher beteiligt. Damit hat sich Mlapa definitiv empfohlen, auch am Freitag gegen Schalke ein Startelf-Teilnehmer zu sein. So gesehen war es ein guter Tag für Mlapa.

Doch es war nicht der Tag, an dem sich die Borussen über ihre Tore freuten. Mlapa nicht. Und Roel Brouwers schon gar nicht. Dem niederländischen Verteidiger unterlief zum zweiten Mal in dieser Saison ein Eigentor. Er lenkte einen Schuss des Wolfsburgers Maximilian Arnold ins Netz. "Das ist natürlich unglücklich. Ich weiß nicht, ob der Ball sonst reingegangen wäre", befand Brouwers. Schon bei der 1:2-Niederlage gegen den VfB Stuttgart in der Hinrunde war ihm ein derartiges Missgeschick passiert, ein entscheidender Reflex zur Unzeit.

Peniel Mlapa traf in dasselbe Tor, doch auf der richtigen Seite. Er startete nach einem Zuckerpass von Juan Arango, übrigens der einzigen nennenswerten Aktion des Venezolaners, in den Wolfsburger Strafraum und schob den Ball Torwart Diego Benaglio durch die Beine hinein ins Netz. Endlich, ist man geneigt zu sagen, denn gegen Dortmund, Bremen und Augsburg hatte er in ähnlichen Situationen nicht das nötige Abschlussglück. So fühlte sich Mlapa dann auch wohl mit seinem Tor, dem zweiten in der Bundesliga für Gladbach, doch echte Freude kam nicht auf. "Ich hätte lieber nicht getroffen und Punkte geholt", sagte Mlapa. Schon sein Debüt-Tor für Borussia brachte nur einen Punkt, es war das 1:0 beim 1:1 gegen Bremen.

Der Treffer gegen Werder hat mit dem in Wolfsburg noch etwas gemeinsam: Bei der gemeinsamen Aktion von Borussia, deren Hauptsponsor Postbank und der Rheinischen Post steht es nun zur Wahl zum Tor des Monats April. Dass neben Mlapa und Luuk de Jongs Siegtor gegen Fürth, das ähnlich dem Mlapas in der Autostadt war — ein Pass in die Gasse, dann der Abschluss des Schützen flach hinein ins Tor — eine Direktabnahme des U23-Spieler Giuseppe Pisano im Spiel in Bochum in der Verlosung ist, verdeutlicht eine Schwäche des Teams von Lucien Favre: Neben den Toren von de Jong und Mlapa gab es im April nur das Elfmetertor von Filip Daems, das den 1:0-Sieg gegen Augsburg einbrachte. "Wir müssen Torschüsse üben", rät daher auch Mike Hanke, der aktuell mit Mlapa das Angriffsduo bildet.

In Wolfsburg ließen Havard Nordtveit, Patrick Herrmann und Hanke vielversprechende Gelegenheiten ungenutzt verstreichen. "Wir haben gut gespielt, aber unsere Chancen nicht genutzt, das war das Problem", sagte Mlapa. Immerhin: Vor einiger Zeit schafften es die Borussen nur selten, überhaupt Brauchbares vor dem Tor zu produzieren. Das klappte gegen Augsburg und in Wolfsburg besser, auch weil mehr offensive Aggressivität da war. 16 Torschüsse, zehn gegen Augsburg, sechs in Wolfsburg, gab es, doch nur zwei Treffer.

So haben die Borussen eine negative Torbilanz (-4). Die ist neben der aktuellen Auswärtsschwäche (nur vier Punkte in der Rückrunde) der größte Nachteil im Rennen um Europa. "Wir müssen einfacher spielen und effizienter sein", resümierte Lucien Favre in Wolfsburg.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bundesliga 12/13: Ter Stegen patzt gegen Wolfsburg

(RP/EW/can)