Borussia Mönchengladbach: Borussias Japaner-Debüt

Borussia Mönchengladbach: Borussias Japaner-Debüt

Yuki Otsu machte bei 1899 Hoffenheim sein erstes Spiel im Gladbach-Trikot. Er ist der erste Japaner, der je für Borussia in der Bundesliga spielte. Der 21-Jährige konnte die Niederlage aber nicht mehr abwenden.

Sinsheim Es war ein historischer Moment, der eigentlich einen hübscheren Rahmen verdient hätte, als ein 0:1 bei 1899 Hoffenheim. Denn als Yuki Otsu sechs Minuten vor dem Ende den Rasen des Sinsheimer Stadions betrat, war es eine doppelte Premiere. Für den 21-Jährigen war es sein erstes Bundesliga-Spiel. Und Otsu ist der erste Japaner, der in der 111-jährigen Vereinsgeschichte in einem Pflichtspiel für Borussia spielte. Die Geschichte wäre richtig rund geworden, wenn Otsu ein Tor geschossen hätte, das dann das 1:1 gewesen wäre. Doch dazu bot sich dem Novizen keine Gelegenheit.

Immerhin zeigte er, dass er ein flinker Bursche ist und den Borussen künftig sicher noch mehr helfen wird als an diesem Tag. "Yuki hat sich im Training angeboten, darum hat er sich seine Chance verdient. Jetzt hat er sein Debüt hinter sich. Schade, dass es für ihn mit einer Niederlage begann", sagte Sportdirektor Max Eberl. Otsu war zuvor nur in der U23 oder Testspielen der Profis dabei.

Japan ist die 42. Nation, aus der sich Borussias Ausländer rekrutieren. Der erste Nicht-Deutsche im Gladbach-Trikot war am 20. August 1966 bei einem 0:0 gegen Schalke 04 der Jugoslawe Vladimir Durkovic. Norweger gab es danach schon einige, doch für Joshua King war es erst der zweite Einsatz, seit er von Manchester United ausgeliehen wurde. King konnte in den 15 Minuten, in denen er spielte, ebenfalls nichts bewegen, auch wenn er sich mühte. Zufrieden war er mit seiner Darbietung indes nicht, hofft aber, sich bald mehr zeigen zu können — wann, "das werden wir sehen".

Fällt Juan Arango im Pokal aus, braucht Lucien Favre Optionen, King und Otsu wären welche. Wie King kam ein weiterer Neuling zu seinem zweiten Einsatz: Oscar Wendt. Wie in Freiburg wirkte er mit, weil Filip Daems fehlte, dieses Mal wegen einer Grippe. Und wie in Freiburg erlebte der Schwede eine 0:1-Niederlage. "Das ärgert mich. Wenn du spielst, willst du auch gewinnen", sagte Wendt, der heute 26 Jahre alt wird.

Seine beste Aktion brachte Borussias einzige wirklich gute Chance auf den Weg. Kurz nach der Pause rannte Wendt an der linken Außenlinie entlang und flankte vor das Hoffenheimer Tor. Patrick Herrmann konnte dem Ball aber nicht die entscheidende Richtung geben. Ein Assist wäre für Wendt ein passendes Selbst-Geschenk gewesen, doch das und auch sonst was Zählbares war Wendt und seinen Kollegen nicht vergönnt.

"Wir hatten keinen guten Fluss im Offensivspiel, wir hatten den Ball viel zu selten in der Hoffenheimer Hälfte und haben ihn zu schnell verloren", analysierte Wendt, der besser spielte als bei seinem Debüt und die meisten Ballkontakte aller Borussen hatte. "Ich denke, meine Leistung war okay. Aber wenn wir nicht gewinnen, kann ich nicht zufrieden sein", sagte er.

(RP)