Borussia Mönchengladbach: Borussias großes Trainingslager-Zeugnis

Borussia Mönchengladbach : Borussias großes Trainingslager-Zeugnis

Alle mitgereisten Borussen kamen in Training und Spielen in der Türkei ausgiebig zum Einsatz. Positiv fielen Peniel Mlapa, Branimir Hrgota und Amin Younes auf. Janis Blaswich und Luuk de Jong hatten ihre Schwierigkeiten.

Alle Borussen kamen in Borussias Trainingslager in Belek in mindestens einem Spiel zum Einsatz und konnten sich Trainer Lucien Favre präsentieren. Doch was machten die Akteure draus? Eine Bestandsaufnahme — gegliedert nach Mannschaftsteilen:

Torhüter Marc-André ter Stegen hat das ganze Hickhack um seinen Vereinswechsel wohl nichts anhaben können. Aufgeräumt, konzentriert und dennoch gut gelaunt absolvierte der 21-Jährige sein Programm. Abgesehen von einer kleinen Oberschenkelverletzung warf Borussias Nummer eins nichts aus der Bahn.

Nicht ganz so souverän waren seine Ersatzleute. Janis Blaswich hätte im ersten Testspiel gegen Besiktas Istanbul gleich nach fünf Minuten mit einer Roten Karte vom Platz fliegen müssen, als er einen Angriff außerhalb des Strafraums mit der Hand abwehrte. Torwarttrainer Uwe Kamps schnappte sich den U23-Torhüter noch auf dem Platz, doch auch in Hälfte zwei wirkte Blaswich unsicher. Ein potenzieller Nachfolger für ter Stegen ist Blaswich nicht. Heimeroth spielte gegen St. Gallen zwar ordentlich, seine Strafraumbeherrschung wirkt im Vergleich zu ter Stegen jedoch weiter antiquiert.

Abwehr Alvaro Dominguez ist topfit, die Frage ist jedoch, wie das Befinden des Spaniers aussieht, wenn er die ersten Rückrundenspiele auf der Bank verbracht hat. Denn Borussias Defensive steht: An Julian Korb, Tony Jantschke, Martin Stranzl und Oscar Wendt führt aktuell kein Weg vorbei. Nach der Verletzung von Jantschke wurde der Konkurrenzkampf zwar kurzzeitig spannend. Doch die Ankündigung, dass Jantschke bald wieder trainieren kann, dürften die Chancen auf einen Wechsel vermindern.

Dabei verkaufte sich die zweite Garde gut. Filip Daems, Dominguez und Roel Brouwers lieferten in den Testspielen gute Leistungen ab. Es ist ein Konkurrenzkampf auf hohem Niveau. Angesichts der Tatsache, dass sowohl Stranzl als auch Korb bei vier Gelben Karten stehen, werden Wechsel demnächst ohnehin notwendig.

Lukas Rupp wird seine "Versetzung" auf die rechte Abwehrseite als Chance sehen müssen. Nur hier kann er sich einen neuen Vertrag bei Borussia verdienen. Im Mittelfeld ist die Konkurrenz einfach zu groß für den technisch doch etwas limitierten 23-Jährigen.

Mittelfeld Vier Spieler streiten um zwei Plätze in der Mittelfeldzentrale. Gut möglich, dass in der Rückrunde etwas mehr Fluktuation herrscht als zuletzt. Havard Nordtveit, der in der Hinrunde nur zweimal in der Startelf stand, hat sich mit guten, engagierten Leistungen zurückgemeldet. Thorben Marx zeigt sich zwar engagiert, spielt aber, wenn alle fit sind, keine Rolle auf der "Doppelsechs".

Auf den Außenbahnen gab es in Belek viel Betrieb. Sowohl Branimir Hrgota als auch Amin Younes überzeugten sowohl im Training als auch in den drei Testspielen mit ihrer Spielfreude. Younes ist einer der wenigen Borussen, die gleich mehrere Gegenspieler aussteigen lassen können. Hrgota hat erneut einen Schritt nach vorn gemacht. Die Frage ist, wie viel Mut Trainer Lucien Favre hat, für einen der beiden mal Patrick Herrmann oder Juan Arango auf der Bank zu lassen.

Von den Youngstern bekam vor allem Sinan Kurt etwas Spielzeit. Der 17-Jährige bringt Tempo mit und hat einen guten Schuss. Das gefiel nicht nur Favre.

Angriff Die größte Überraschung des Trainingslagers war wohl Peniel Mlapa. Obwohl er in der Hinrunde meist auf der Tribüne saß, war der 22-Jährige Borussias auffälligster Angreifer in seinen beiden Einsätzen. Er traf, er spielte engagiert und setzte auch Mitspieler in Szene. In der Form hätte er auch in der Bundesliga mal eine Chance verdient. Max Kruse spielte seinen Stiefel herunter, verbuchte gegen Istanbul einen epischen Fehlschuss über das Tor. Auch Raffael zeigte seinen gewohnten Spielwitz. Einzig Luuk de Jong fiel ein wenig ab. Mit seinen 135 Minuten gegen Besiktas und St. Gallen bekam der Niederländer mehr Spielzeit als in der kompletten Hinrunde. Er bemühte sich zwar, und doch wirkten seine Versuche immer ein wenig unglücklich. Gegen Besiktas hätte er ein Tor verdient gehabt. Für ihn gilt wie für Mlapa: Vielleicht wäre ein Vereinswechsel für ihre Karriere das Sinnvollste.

(RP)
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