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Borussia Mönchengladbach: Borussia setzt sich von der Konkurrenz ab

Borussia Mönchengladbach : Borussia setzt sich von der Konkurrenz ab

Es gab Zeiten, da war man in Mönchengladbach zufrieden, ja glücklich, wenn die heimische Borussia 40 Punkte ihr Eigen nennen und so ein weiteres Jahr Erstliga-Existenz angehen konnte. Wohlgemerkt: nach 34 Spieltagen. Seit dem 2:0 gegen Aufsteiger SC Paderborn kann Borussia wieder einmal just diese 40 Punkte vorweisen, allein das Ganze bereits am 23. Spieltag.

Die Zeiten sind eben längst bessere geworden in Mönchengladbach, und so freuen sich die Borussen als Tabellendritter dieser Tage über fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Nicht-Champions-League-Platz. "Nach zwei Dritteln der Saison haben wir uns eine herausragende Ausgangsposition geschaffen — nicht mehr, aber auch nicht weniger", sagte Borussias Sportdirektor Max Eberl.

Drei Tage nach dem so emotionalen wie spektakulären Ausscheiden in der Europa League gegen Titelverteidiger FC Sevilla gelang Lucien Favres Mannschaft das mentale Umschalten von Enttäuschung auf Ansporn, von Europacup-Kür auf Bundesliga-Pflicht erstaunlich gut. Manche Profis hatten sich ja am Donnerstagabend auch aus der Europa League mit der Ansage verabschiedet, nun alles daran setzen zu wollen, in der kommenden Saison eine Stufe höher in der Königsklasse mitmischen zu dürfen. Dementsprechend gingen die Gladbacher die Partie gegen die in dieser Saison bis dato in ihren fünf Sonntagsspielen ungeschlagenen Ostwestfalen an.

Nach ein paar Minuten Anlaufzeit zogen die Borussen kein atemberaubendes, aber stellenweise durchaus erneut ansehnliches Kombinationsspiel auf, vor allem über die beiden agilen Flügelspieler Ibrahima Traoré und Fabian Johnson ging es gefährlich nach vorne. Und während Traoré mit seinen Torschuss-Versuchen zunächst erfolglos blieb, bugsierte US-Nationalspieler Johnson einen abgefälschten Flachschuss zur 1:0 Führung ins Tor. Die Paderborner ihrerseits hielten im Rahmen ihrer limitierten Möglichkeiten mit und — weil die Borussen es unterließen, aus zahlreichen Torraumszenen früher das 2:0 zu machen — die Partie bis zehn Minuten vor Schluss offen. Vor allem Raffael hätte mit einer Großchance per Kopf bereits kurz nach der Pause für die Vorentscheidung sorgen können.

So aber schlug das Pendel erst endgültig in Richtung der Fohlen aus, als der eingewechselte Patrick Herrmann ebenfalls per abgefälschtem Flachschuss traf. Herrmann verpasste später noch ein mögliches 3:0, weil sein Schuss an den Pfosten klatschte. Borussia gelang damit im zehnten Anlauf der erste Saisonsieg in der Liga im Anschluss an ein Europa-League-Spiel. Es war zudem der fünfte Heimsieg in Serie. Paderborn steht derweil erstmals in dieser Saison auf Rang 16. "Wir wollten so schnell wie möglich das zweite Tor schießen. Das ist uns leider erst kurz vor Schluss gelungen. Insgesamt war der Sieg hochverdient für uns, er fällt sicherlich ein Tor zu niedrig aus", sagte Favre.

Wie Weltmeister Christoph Kramer stand übrigens auch Nationalmannschaftskollege Max Kruse nicht in der Startelf der Gastgeber — ihn hatte die bewährte Favre'sche Rotation getroffen. Seit publik ist, dass Kruse Borussia im Sommer für eine festgeschriebene Ablösesumme für zwölf Millionen Euro vorzeitig verlassen kann, gedeiht das Gerücht, Schalke und der BVB würden sich um Borussias Nummer zehn bemühen. Am Rande des Revierderbys am Samstag wollten die beiden Manager Horst Heldt und Michael Zorc indes nichts Erhellendes beisteuern. "Was andere erzählen, darüber schmunzle ich. Max ist bei uns, und da sind wir auch sehr froh drüber. Er soll auch bei uns bleiben. Was im Sommer ist, wird man dann sehen", sagte Eberl.

Kruses Berater, Ex-Profi Thomas Strunz, hatte unlängst betont, Kruse sei es wichtig, in der neuen Saison Champions League spielen zu können. Die Wahrscheinlichkeit dazu ist derzeit bei Borussia am größten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussia - Paderborn: Einzelkritik