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Borussia Mönchengladbach: Borussia nimmt Anlauf auf das große Ziel

Borussia Mönchengladbach : Borussia nimmt Anlauf auf das große Ziel

Ganz Gladbach freut sich auf das Europacup-Hinspiel in Sarajevo. "Wir sind Favorit, aber es wird kein Selbstläufer", sagt Max Eberl.

Weil Borussia den Favre'schen Grundsatz des "Von Spiel zu Spiel Denken" bis in jede Pore verinnerlicht hat, freuen sie sich auch erst seit Sonntag "offiziell" auf das Hinspiel in der Europa-League-Qualifikation am Donnerstag beim FK Sarajevo (20.45 Uhr/Live-Ticker). Doch so kurz die Vorfreude ist, so heftig hat sie den Verein erfasst. "Wir sind richtig heiß auf den Europapokal. Die Gruppenphase zu erreichen, das ist unser großes Ziel, unser großer Traum", sagte Sportdirektor Max Eberl. Er widersteht dann auch explizit dem in der Liga nicht unbekannten Reflex, vor dem ersten Europacup-Spiel die Freude mit dem Hinweis auf die Gefahren der Dreifachbelastung zu übertünchen. "Wir wollen diese Dreifachbelastung. Man hat sich nicht ein Jahr dafür gequält, um jetzt zu sagen: ,Wir haben Angst vor der Dreifachbelastung!'. Das Thema ist bei uns absolut keins. Wir hoffen, dass wir die Dreifachbelastung mindestens bis zum Winter haben", sagte Eberl.

Alle Borussen-Augen richten sich nun auf Sarajewo. Ein knapp 100 Personen umfassender Tross fliegt Mittwochmittag per Charter nach Bosnien. Im Hotel hatte auch Deutschlands U 21 vor ein paar Jahren mal logiert. Teammanager Steffen Korell brachte von seiner Vorabreise in der vergangenen Woche ein detailliertes Reiseprogramm sowie Eindrücke von Stadt, Gegner und Gegebenheiten vor Ort mit. "Es hätte uns härter treffen können, was die Logistik angeht", sagte Korell. Eberls Blickwinkel dominiert derweil das Sportliche: "Dass wir Favorit sind, lässt sich nicht leugnen. Wenn es um Fußball geht, glaube ich, dass wir mehr Qualität besitzen. Es ist aber kein Selbstläufer. Es wird sehr hitzig werden. Es wird Härte auf uns zukommen. Es ist für Sarajevo das Spiel des Jahres", sagte er.

Christoph Kramers Spiel des Jahres ist jetzt schon das WM-Finale. Dass er nun im "Spiegel" im Bezug auf seine Zukunft ab 2015 die Relevanz geltender Verträge klein geredet hatte, relativierte Eberl am Montag und formulierte eine für Borussia geltenden Sichtweise: "Natürlich entscheidet, der Spieler, was passiert, aber es gibt ja auch Verträge, die vorher unterzeichnet worden sind, und die kann man ja auch nicht ganz außer Acht lassen", sagte er. Ein Interesse, das Thema eine Saison lang am Kochen zu halten, kann jedenfalls auch Gladbach nicht haben. "Ich würde das Thema jetzt auch gerne mal ad acta legen, zumindest bis Sommer, denn bis dahin belastet uns das mehr, als dass es hilft, weil es vorher eh nichts zu klären gibt", sagte Eberl.

Noch einiges zu klären hat Eberl derweil mit dem FC Bayern, was einen möglichen Transfer von Sinan Kurt angeht. Der hatte seinen Wechselwunsch nun medienwirksam noch mal untermauert. "Er hat Vertrag bei uns, und jetzt muss man halt gucken, ob es zu einer Einigung zwischen den Bayern und Borussia kommt", sagte Eberl. "Gerade macht es nicht den Anschein."

(RP)