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Borussia Mönchengladbachs Spieler befinden sich laut Uwe Rahn in einer Extremsituation

Kolumne von Uwe Rahn : „Es ist eine Extremsituation für die Jungs“

Der frühere Torschützenkönig beneidet die Gladbacher nicht in der aktuellen Situation, er lobt den Kapitän und sah vor der Zwangspause einen positiven Trend bei Borussia.

Zu Beginn der Kolumne habe ich mich gefragt: Wie fange ich an? Ich möchte über Borussia schreiben und nun steht ein anderes, alles überschattendes Thema im Raum: der Corona-Virus! Die Bundesliga-Saison ist unterbrochen und nicht nur die Sportwelt steht still.

Borussia hat vor dem Fußball-Stopp ihren positiven Trend fortgesetzt und ist weiter oben in der Bundesliga-Spitze dabei. Die beiden Derby-Spiele wurden wie in der Hinrunde gewonnen. In Düsseldorf hat sich das Team mit einer überzeugenden und vor allem in der zweiten Halbzeit starken Leistung den 4:1-Sieg verdient – Angeführt von Ihrem Kapitän Lars Stindl. Für mich ist Lars ein absoluter Führungsspieler: Ein Antreiber, erfahren, abgeklärt und immer torgefährlich. Die jeweils zwei Tore in Düsseldorf und Augsburg sprechen für sich. Klasse!

Die Spiele gegen Hoffenheim, Augsburg und Dortmund  waren in Ordnung. Man kann hinterher immer der Meinung sein, da hätten wir noch den einen oder anderen Punkt mitnehmen müssen. Auf eine Saison gesehen holt man auch noch Punkte, die schon verloren waren. Es gleicht sich alles aus. Das 2:1 gegen den 1. FC Köln ohne Zuschauer hatte etwas Eigenartiges, zum Glück habe ich so etwas nie erlebt. Es war wichtig, die Punkte zu holen und weiter oben dran zu bleiben.

Der Abstand zum sechsten Tabellenplatz ist nun schon beruhigend angewachsen und sollte den Gladbachern zusätzlich Sicherheit geben, wenn es weitergeht. In der Endphase der Bundesliga-Saison zeichnet sich ein Kräftemessen um die Champions-League-Plätze ab. Borussia ist gut aufgestellt und wird sich weiter unter den Spitzenmannschaften behaupten.

Wichtig ist, trotz der Unterbrechung die Spannung mental hoch zu halten. Ich möchte da nicht mit den Jungs tauschen, es ist eine absolute Extremsituation für sie. Wenn du als Leistungssportler dazu verdammt bist, untätig zu sein, fällt das wahnsinnig schwer. Zumal, wenn man im Unklaren ist, wann es weitergeht.

Generell zum Thema Coronavirus: Wir alle sollten Entscheidungen, die in dieser schwierigen Phase getroffen werden, mittragen und trotzdem hoffen, dass der Bundesliga-Fußball so bald wie möglich wieder rollt, die EM irgendwann stattfindet und wir uns alle wieder, nicht nur von der Sportwelt aus gesehen, einem normalen Leben zuwenden können.

Uwe Rahn (57) spielte von 1980 bis 1988, schoss in 283 Pflichtspielen 111 Tore. Er sagt: „Es wird genug gemeckert über den Fußball.“ Und schreibt exklusiv für unsere Redaktion über das, was ihm bei Borussia gefallen hat.