Borussia Mönchengladbach: Zweifel an Niclas Füllkrug sind erlaubt

Borussia-Gerüchte-Scanner : Zweifel an Füllkrug-Transfer sind erlaubt

Sowohl auf der potenziellen Zugangs- als auch auf der Abgangsseite hat sich wieder etwas getan: Gerüchte gibt es um Niclas Füllkrug, Bernardo, Vincenzo Grifo und Thorgan Hazard.

Niclas Füllkrug von Hannover 96 nach Gladbach?

„Vorne würde ich mir einen Stürmertypen wünschen, der anders ist als unsere aktuellen Angreifer“ – dieses Zitat von Dieter Hecking stammt aus der „Sport Bild“. So richtig passt die Meldung vom Freitagmorgen, dass Borussia ein Angebot über zehn Millionen Euro für Niclas Füllkrug von Hannover 96 abgegeben habe, nicht dazu. Der 14-Tore-Mann ist doch ein sehr ähnlicher Typ wie Josip Drmic, der in den letzten Wochen der Saison als einer der wenigen Gladbacher überzeugt hat, allerdings aufgrund seines Knorpelschadens ein großes Fragezeichen mit sich herumträgt und nur noch eine Vertragslaufzeit von einem Jahr hat. Präsident Martin Kind bestätigte den Bericht der „Bild-Zeitung“ sogar offiziell: „Ja, es stimmt. Uns liegt ein Angebot aus Gladbach vor. Dieses Angebot haben wir abgelehnt.“

Dass Hannover bei der kolportierten Summe nicht gleich eingeschlagen hat, ist angesichts der Gesamtlage auf dem Transfermarkt verständlich. Offerten aus England über 15 Millionen Euro soll der Klub ebenfalls abgelehnt haben. In Martin Harnik und Felix Klaus verliert 96 bereits zwei wichtige Offensivspieler, es besteht zunächst einmal kein Bedarf, mit einem Füllkrug-Verkauf (bis 2020 läuft dessen Vertrag noch) das große Geld einzunehmen. Sollte Borussia ernst machen (können) und sich auf 13 bis 15 Millionen Euro strecken, dürfte Hannover aber sicherlich mit sich reden lassen. Die Frage ist jedoch, ob Füllkrug seine Leistungen der abgelaufenen Saison in der Zukunft bestätigen kann. Es gäbe doch ein paar One-Hit-Wonder-Bedenken – oder ist der 25-Jährige einfach ein Spätstarter? Unterm Strich ist die Angelegenheit also nicht sehr realistisch und plausibel.

Vincenzo Grifo zu Lazio Rom oder zum AC Florenz?

Dass Vincenzo Grifo bei Hannover auf der „A-Prioritätenliste“ steht, hatte Vereinsboss Kind bereits vergangene Woche sehr auskunftsfreudig bestätigt. Hier wiederum sind es die 96er, die sich finanziell noch deutlich strecken müssten: von 5,5 auf an die zehn Millionen Euro. Schließlich kam Gladbach vor einem Jahr lediglich aufgrund einer Ausstiegsklausel mit sechs Millionen davon, und Grifos Vertrag läuft noch drei Jahre. Tauschgeschäfte, bei denen die Marktwerte von Spielern miteinander verrechnet werden, sind darüber hinaus äußerst selten.

So klingt eine Variante, die in den vergangenen Tagen aufkam, fast schon realistischer: Klubs aus der Serie A sollen nach dem Deutsch-Italiener Grifo ihre Fühler ausgestreckt haben. In seiner Kindheit war Grifo großer Inter-Mailand-Fan, den Wunsch wird er sich jedoch nicht erfüllen können. In der Heimat seiner Eltern wird berichtet, dass Lazio Rom und der AC Florenz interessiert seien. Beide Klubs würden, anders als Hannover, nicht nach einem sportlichen Rückschritt klingen. Lazio kann sogar Europa-League-Fußball bieten, erst am letzten Spieltag wurde die Champions League verspielt – im direkten Duell mit Inter.

Grifo hat sich erstmal aufgemacht in die Flitterwochen mit seiner Frau Vanessa. So schnell dürfte sich in der Sache nichts tun. Ohnehin hat er gesagt: „Die neue Saison soll besser laufen als die letzte. Ich habe einen Vertrag in Gladbach, es passt, ich will Gas geben und zeigen, was ich drauf habe." Dass Grifo ein Kandidat ist, um Borussias finanzielle Möglichkeiten auf dem Transfermarkt zu erhöhen, darf mittlerweile aber als gesichert gelten. Definitiv so kommen muss es aber nicht.

Thorgan Hazard zum FC Valencia?

Die Meinungen, wer sich nun alles auf den Bildern aus Valencia befindet, gehen auseinander. Dass Thorgan Hazards Vater Thierry gemeinsam mit Álvaro Dominguez unterwegs war, ist jedoch unstrittig. Der Ex-Borusse, der 2016 als Sportinvalide seine Karriere beenden musste, fungiert offenbar als Vermittler. Denn wie verschiedene Medien berichten, führe Vater Hazard momentan eher informelle Gespräche in Spanien. Nach dem FC Sevilla soll der FC Valencia dran gewesen sein, auch Atlético Madrid soll sich Informationen aus Belgien zufolge in der Verlosung befinden.

Wie groß jeweils das gegenseitige Interesse ist, lässt sich derzeit allerdings nicht beziffern. Was Valencia und Hazard angeht, lieferte die „Marca“ immerhin konkrete Zahlen. 30 Millionen Euro sollen dem Vierten der abgelaufenen Saison zu viel gewesen sein. Für die linke Angriffsposition gilt Goncalo Guedes als Favorit. Der 21-jährige Portugiese war eine Saison lang von Paris Saint-Germain an Valencia ausgeliehen und überzeugte. Laut „Marca“ ist Valencia bereit, 40 Millionen Euro für Guedes zu bezahlen, der keine Eingewöhnungszeit in „La Liga“ bräuchte und fast vier Jahre jünger ist als Hazard.

Spätestens die Bilder von Vater Hazard auf dem Bürgersteig in Valencia untermauern jedoch: Von den Kandidaten, die Borussia nicht abgeben muss und will, für eine massive Summe aber abgeben würde, ist Hazard der wahrscheinlichste.

Bernardo von RB Leipzig nach Gladbach?

Dass ein Stürmer kommen soll, dessen genaues Profil recht flexibel zu sein scheint, ist klar. Gleiches sollte für die Tatsache gelten, dass Borussia nicht durch das Sommer-Transferfenster gehen kann, ohne einen Außenverteidiger zu verpflichten. Keanan Bennetts scheint doch ein Stück weiter vorne zu Hause zu sein und Oscar Wendt ist der einzige Vollblut-Außenverteidiger im Kader. Der Schwede wird in diesem Jahr aber 33 und nach der nächsten Saison läuft sein Vertrag aus. Sobald in den kommenden Wochen ein Außenverteidiger mit Borussia in Verbindung gebracht wird, darf man also aufhorchen.

Der aktuellste Kandidat ist Bernardo von RB Leipzig. Der Brasilianer kommt nicht an Nationalspieler Marcel Halstenberg vorbei, dürfte aufgrund seines Entwicklungspotenzials mit erst 23 Jahren und einer Vertragslaufzeit bis 2021 allerdings nicht ganz billig werden. Die Leipziger Abteilung der „Bild-Zeitung“ berichtete über Borussias Interesse und von einem Angebot über acht Millionen Euro. In diesem Rahmen könnte Gladbach dem Vernehmen nach tätig werden, bevor erste Einnahmen generiert wurden. Aber das Stürmer-Thema ist dringlicher.

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