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Borussia Mönchengladbach: Zurück in der Champions League - Sieg gegen Hertha BSC

2:1 gegen Hertha BSC : Borussia ist zurück in der Champions League

Borussia spielt zum dritten Mal seit 2015 in der Königsklasse. Mit dem 2:1 gegen Hertha BSC hat die Mannschaft von Trainer Marco Rose den Einzug in die höchsten Spielklasse Europas geschafft. Jonas Hofmann und Breel Embolo machen die Tore.

Hätten die Pappkameraden auf der Tribüne gekonnt, sie hätten die Humba mit Borussias Spielern gemacht. So aber waren die Fan-Doppelgänger stille Beobachter auf der Tribüne, deren Originale an anderer Stelle sicherlich ebenso ausgelassen feierten wie die Profis unten auf dem Rasen des Fan-leeren Borussia-Parks: Grund dafür gab es genug, denn in der Saison 2020/21 wird Gladbach zum dritten Mal seit 2015 in der Champions League spielen nach dem 2:1-Sieg gegen Hertha BSC, mit dem Platz vier fix gemacht wurde.

„Etwas Außerordentliches“, so beschreibt Sportdirektor Max Eberl die Königsklasse gern, sogar als „eine Meisterschaft für uns“. 2015 hatten sich Gladbach als Dritter mit 66 Punkten erstmals direkt für den Wettbewerb qualifiziert, 2016 dann auf dem Umweg der Playoffs, in denen es sich gegen Young Boys Bern durchsetzte. Nun geht es wieder direkt dorthin als Vierter mit 65 Punkten.

Trainer Marco Rose ist nach Lucien Favre und Marco Rose der dritte Trainer, der Gladbach in die Champions League geführt hat. Sein Schnitt von 1,91 Punkten ist sogar der Spitzenwert im Gladbacher Trainer-Ranking. Für den Sachsen ist seine erste Saison bei Borussia und in der Bundesliga gleich eine Erfolgsgeschichte, so wie es vorher schon bei RB Salzburg war, wo er zweimal Meister und einmal Pokalsieger wurde. In der Champions League wird der 43-Jährige indes seine Visitenkarte erstmals abgeben, denn mit Salzburg hatte die Qualifikation zunächst nicht geklappt, und als es soweit war, wechselte er zu Borussia.

In der vergangenen Saison hatten die Borussen die Champions League noch verspielt und mussten Leverkusen den Vortritt lassen. Nun zog Bayer trotz des Sieges gegen Mainz den Kürzeren. Das 0:2 eine Woche zuvor in Berlin kostete Leverkusen die entscheidenden Punkte, während Borussia ihre letzten drei Spiel gewann und damit cool ihren Job machte.

Rose veränderte seine Mannschaft gegen Berlin im Vergleich zum 3:1 beim SC Paderborn nur auf einer Position. Der zuvor gesperrte Nico Elvedi kehrte zurück in die Startelf, Tony Jantschke musste dafür auf die Bank. Alassane Plea und auch Raffael wurden rechtzeitig fit, um einen Kaderplatz zu ergattern. Beide waren für spezielle Momente des Tages eingeplant.

Was die Borussen wollten, war schnell zu erkennen: Ein frühes Tor, um den Leverkusenern gleich klar zu machen: „Es geht nichts für euch.“ Jonas Hofmann sorgte dafür, dass der Plan aufging. Doch einen gewichtigen Anteil an diesem Tor hatte Breel Embolo: Der Unermüdliche erkämpfte den Ball und legte ihn Hofmann vor. Der erzielte wie gegen Wolfsburg im Heimspiel zuvor das 1:0, dieses Mal nach sieben Minuten. Für Hofmann war es das fünfte Saisontor. Schon gegen Wolfsburg war er mit seinem Doppelpack entscheidend am Erfolg beteiligt gewesen.

Borussia hatte danach weitere gute bis sehr gute Gelegenheiten, das Spiel schnell zu entscheiden. Rose hatte seinem Team die nötige Grundaggressivität eingeimpft, den Willen, dieses Spiel zu gewinnen. Hertha wurde früh attackiert und damit entnervt. Embolo und Hofmann, aber aber Lars Stindl und Patrick Herrmann waren sehr präsent und in der Defensive wurde konzentriert gearbeitet.

Allein vor dem Tor schluderte Borussia weiterhin. Florian Neuhaus zielte aus der Distanz über das Ziel, Lars Stindl schoss freistehend an den Pfosten, den vorher auch schon Embolo getroffen hatte, und Patrick Herrmann scheiterte am besten Berliner, Torwart Dennis Smarsch. So blieb Hertha im Spiel dank des Ergebnisses. Doch Borussia ließ sich die Freude nicht mehr verderben und als Breel Embolo dann in der 78. Minuten nach Hofmann Flanke traf, war die Sache durch, daran änderte auch der Anschlusstreffer von Vedad Ibisevic (90.) nichts mehr.

Am Ende bekam dann auch noch Raffael seinen angemessenen Ausstand nach sieben Jahren als Borusse. Lars Stindl übergab dem 35-Jährigen die Kapitänsbinde. Raffael hatte sogar noch eine große Chance, traf aber nicht. Seine Ära in Gladbach geht zu Ende, die Ära von Marco Rose hat höchst erfolgreich begonnen.

Statistik

Mönchengladbach: Sommer - Lainer (90.+2 Jantschke), Ginter, Elvedi, Bensebaini - Kramer, Neuhaus - Herrmann (60. Traore), Stindl (90.+2 Raffael), Hofmann - Embolo (88. Benes). - Trainer: Rose

Berlin: Smarsch - Esswein (46. Leckie), Boyata, Torunarigha, Plattenhardt (46. Arne Maier) - Stark, Grujic (46. Skjelbred, 76. Ngankam) - Lukebakio, Darida (67. Ibisevic), Cunha - Piatek. - Trainer: Labbadia

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

Tore: 1:0 Hofmann (7.), 2:0 Embolo (78.), 2:1 Ibisevic (90.+1)

Zuschauer: keine

Beste Spieler: Embolo, Stindl - Stark, Smarsch

Gelbe Karten: Kramer (4) - Skjelbred (4), Stark (8)

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussia - Hertha: die Bilder des Spiels