Borussia Mönchengladbach Zu Hause läuft es nicht in diesem Jahr

Auswärts ist Borussia seit der Winterpause geradezu eine Macht. Dafür fällt die Heimbilanz mit drei Siegen in zehn Pflichtspielen dürftig aus. Das passt zu dem Bild, das nicht nur die Mannschaft im eigenen Stadion derzeit abgibt.

Borussia Mönchengladbach - FC Augsburg: die Bilder des Spiels
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Gladbach - Augsburg: die Bilder des Spiels

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Foto: dpa, mb hpl
  • "Ab dem nächsten Heimspiel gegen Augsburg stellen wir unsere Aktivitäten als Gruppe bei Heimspielen dann komplett ein", hatte die Ultra-Gruppierung "Sottocultura" vor dem DFB-Pokalspiel gegen Frankfurt auf einem Flugblatt mitgeteilt, unter anderem als Reaktion auf die Choreo-Zerstörung. Im Pokal wurde noch bedingungslos angefeuert, gegen Augsburg sah es nun so aus, dass unten im Block 16 um die 500 Fans standen, die die Mannschaft über die gesamte Spieldauer nicht anfeuerten. Der "Supporters Club" betonte am Freitag noch, "Sottocultura" habe weiterhin vor, bei Heimspielen "präsent zu sein". Doch das beschränkte sich augenscheinlich auf die Kernbedeutung des Wortes "präsent", nämlich einfach anwesend zu sein.
  • Eine halbe Stunde lang stimmte der Rest der Nordkurve — allein im Unterrang stehen noch mehr als 13.000 weitere Fans — immer wieder Gesänge und Anfeuerungsrufe an, die sich auch entfalteten. Als die Mannschaft auf dem Rasen nach einer halben Stunde erste Probleme hatte, ließ jedoch auch die Unterstützung von den Rängen nach. Den Borussia-Park ergriff eine nervöse Unruhe, die am 32. Spieltag, wenn es um so viel geht, nicht allzu sehr überrascht.
  • Die Pfiffe wurden erst nach dem 0:1 in der 57. Minute lauter, wobei man mal wissenschaftlich erheben müsste, wie viele Fans es letztendlich sind, die ihren Unmut auf diese Weise äußern. Ansonsten reicht es schon oft, wenn die Mehrheit der Zuschauer in verzweifeltes Raunen verfällt. Unterdessen prügelten sich sogar ein paar Borussia-Fans untereinander in Block 17.
  • Als André Hahn in der Nachspielzeit traf, hatte sich das Stadion bereits auf eine Weise geleert, wie sie bei anderen Klubs gerne belächelt wird. Letztendlich waren Fans und Mannschaft am Samstag dann doch eine Einheit: Alle hatten große Probleme mit sich selbst, wobei nie zu entschlüsseln ist, wer den jeweils anderen dabei wie beeinflusst.
  • Christoph Kramer lieferte zu dem Thema immerhin noch ein Zitat, das es in diverse Sammlungen zu dieser Saison schaffen dürfte: "Wenn sie entertained werden wollen, dann sollen sie am Samstagabend DSDS schauen, oder nach München ziehen."
(jaso)
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