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Borussia Mönchengladbach zieht sich gegen den SC Freiburg zu früh zurück

1:3 in Freiburg : Borussia zieht sich nach dem Ausgleich zu früh zurück

Nach dem 0:1 erhöhen die Gladbacher im Breisgau den Druck, kommen zum 1:1 ziehen sich danach aber zu früh zurück. In der zweiten Halbzeit ermöglichen Fehler die Führung der Hausherren. Die Borussia ist für den Ausgleich diesmal nicht zielstrebig genug.

Dieter Hecking hatte das Problem in der Pause zum Thema gemacht: „Mit dem Ausgleich haben wir uns wieder ein bisschen zurückgezogen – das war so nicht gewollt, das haben wir in der Halbzeit auch angesprochen“, sagte Borussias Trainer nach der 1:3 (1:1)-Niederlage beim SC Freiburg am Freitagabend. Und die erste Reaktion seines Teams nach der Pause war auch die, die er erhofft hatte: Die Gladbacher wirkten aggressiver und drängten auf das Führungstor. Allein – es fiel nicht.

Stattdessen leitete ein Ballverlust von Lars Stindl, der zuvor noch die erste Chance in Hälfte zwei knapp neben das Tor gesetzt hatte, das Freiburger 2:1 ein. In der Folge wurde Janik Haberer rechts außen freigespielt und legte flach zurück auf Luca Waldschmidt, der Yann Sommer im Gladbacher Tor keine Chance ließ. „So ein Tor darfst du nicht bekommen, wenn du etwas mitnehmen willst. Wir sind in Überzahl, verteidigen aber den Rückraum nicht gut“, analysierte Hecking. Sein „Sechser“ Tobias Strobl fand mit Blick auf Freiburgs jungen Torschützen: „Ich glaube, bei 20 Schüssen macht er den einmal.“ Am Freitagabend war der Schuss jedenfalls drin.

Das Problem war aber schon vorher aufgetaucht, wie Hecking angemahnt hatte. Anstatt nach Thorgan Hazards verwandeltem Elfmeter zum 1:1 vehement auf die Führung zu drängen, wurde Borussia defensiver und versuchte ein Spiel zu kontrollieren, das Freiburg seinerseits nur stören wollte, um zwischendrin Nadelstiche zu setzen. Die Folge war eine ereignisarme zweite Hälfte der ersten Halbzeit, in der nur ein Konter von Lukas Kübler und ein Distanzschuss von Jonas Hofmann die jeweiligen Torleute beschäftigten. Strobl fand hinterher: „Den Druck, den wir vor dem Ausgleich aufrechterhalten haben, kann keine Mannschaft über 90 Minuten gehen. Von daher war es ganz normal, dass wir nach dem 1:1 wieder ein bisschen runtergefahren haben. Es war schwierig heute.“

Torwart Sommer meinte dazu: „Vor dem 1:1 haben wir viel Druck gemacht, aber danach war der Druck wieder ein bisschen weg. Das haben wir in der Pause auch angesprochen.“ Er ergänzte: „In der zweiten Hälfte haben wir uns gegen gut stehende Freiburger nicht lösen können. Das ist eine gute Heimmannschaft, und wir haben die Lösungen dagegen nicht gefunden. Und dann passiert irgendwann der Fehlpass und danach fällt das 1:2.“

Denn das „Runterfahren“ war eben nicht der Plan des Trainers und spielte Freiburg in die Karten. Hecking analysierte treffend: „In der zweiten Halbzeit hat es Freiburg uns richtig schwer gemacht. Wir waren im letzten Drittel nicht mehr in der Lage, uns so durchzuspielen, wie wir es dann gebraucht hätten. Das lag einerseits am SC Freiburg, der das richtig gut gemacht hat, wir haben aber auch nicht diese Konsequenz und Klarheit im Passspiel gehabt, die wir gebraucht hätten. Deshalb ist es so, wie es ist, dass du mit einer 1:3-Niederlage nach Hause fährst. Letzten Endes waren wir nicht konsequent genug, um hier mehr mitnehmen zu können.“ Sein Kapitän fand sogar noch deutlichere Worte: „Es war über das ganze Spiel gesehen kein guter Auftritt. Am Ende verlieren wir verdient“, sagte Stindl.

Ähnlich sah es sein Torwart: „Wir haben immer gesagt: Egal, gegen wen du spielst, es ist oft auf Messers Schneide. Wir haben heute verdient verloren. Freiburg hatte mehr Tormöglichkeiten als wir. Das müssen wir noch einmal analysieren“, sagte Sommer.

Er hatte früh Kopf und Kragen riskieren müssen und dabei Luca Waldschmidt elfmeterreif nach 13 Sekunden gefoult. „Du weißt, dass du in Freiburg viel Aufwand betreiben musst, um Torchancen zu haben, und du gehst sehr motiviert auf den Platz und kriegst nach 13 Sekunden einen Elfmeter. Das ist ärgerlich“, sagte Sommer, der den Strafstoß von Nils Petersen in der Folge nicht hatte abwehren können. Hecking meinte dazu: „Es fängt natürlich äußerst schlecht an, wenn du nach einer halben Minute in Rückstand gerätst.“ Strobl sagte über die so frühe Elfmeterentscheidung: „Nein, so etwas habe ich noch nicht erlebt, aber das passiert. Wir sind dann, sehr, sehr gut zurückgekommen und haben den Ausgleich gemacht.“

Auch Hecking fand, sein Team habe nach dem ersten Gegentor „sehr schnell ins Spiel gefunden, vieles richtig gemacht, Freiburg hinten reingedrängt. Wir hatten ein gutes Positionsspiel, ein gutes Passspiel. In der Phase waren wir sehr dominant.“ Doch Borussia verpasste es, die Führung folgen zu lassen, zog sich zurück und kam danach nicht wieder richtig auf Touren. Freiburg machte aus seinen Chancen das Optimum und gewann damit letzten Endes verdient, weil Borussia Fehler machte, die Freiburg besser ausnutzte.

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