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Borussia Mönchengladbach: Zakaria sollte nur in Ausnahmefällen in der Dreierkette spielen

Borussias Taktik in Leipzig : Warum die Zakaria-Dreierkette die Ausnahme bleiben sollte

Denis Zakaria spielte in Leipzig in der Dreierkette. Will Borussia ihn länger behalten, sollte es diese taktische Maßnahme nur in besonderen Fällen geben.

Wenn man Denis Zakaria darauf anspricht, macht er keinen Hehl daraus, dass er die Rolle, die er gegen RB Leipzig einnehmen musste, nicht so sehr mag. Im Zentrum der Dreierkette in der Abwehr sollte er der Abfangjäger für die schnellen Offensivspieler des Gegners sein. Eine taktische Maßnahme, die fruchtete, Zakaria nahm vor allem Timo Werner nahezu aus dem Spiel. Dennoch sollte diese Taktik mit ihm in der defensivsten Reihe eine Ausnahme bleiben.

Auf der einen Seite ist Zakaria aus sportlicher Sicht zu wichtig für Borussias Mittelfeld. Er ist der vielleicht beste Akteur in der Schaltzentrale, ganz sicher aber der konstanteste Mann zwischen Verteidigung und Angriff. Er verkörpert mittlerweile die ideale Kombination aus Zweikampfstärke, Stellungsspiel, Laufkraft und spielerischen Qualitäten. Gegen Leipzig waren es die defensiven Stärken, die gefragt  waren, in fast allen übrigen Spielen wird es darum gehen, das Gesamtpaket Zakaria ins Rollen zu bringen – und das geht am besten auf seiner Paradeposition auf der Mittelfeld-Sechs.

Auf dieser hat der Schweizer Nationalspieler eine Mission. Er möchte zu einem der absoluten Top-Spieler in Europa aufsteigen. Es geht ihm auch darum, sich selbst zu entwickeln, Zakaria betont immer wieder, dass bei ihm nach wie vor noch viel Luft nach oben sei. Zu viele Einsätze auf der defensiveren Position in der Dreierkette könnten seine Entwicklung verlangsamen. Und sollte das passieren, würde das wohl für Borussia Folgen haben.

Nach wie vor hat Gladbach gute Chancen, dass Zakaria, der von vielen großen Klubs in Europa umworben wird, dem Verein über den Sommer hinaus erhalten bleibt, vielleicht sogar nochmal verlängert. Zur Erinnerung: Sein Vertrag läuft bis 2022 und beinhaltet keine Ausstiegsklausel. Aber wenn der 22-Jährige unbedingt gehen wollen würde und ein interessierter Klub einen angemessenen Preis, der deutlich über seinem Marktwert von 45 Millionen Euro liegt, zahlt, würde Gladbach ihn ziehen lassen. Dieser Wunsch hängt nicht nur vom sportlichen Abschneiden ab – das Erreichen der Champions League wäre ein wichtiger Aspekt, wie Sportdirektor Max Eberl kürzlich bereits betonte –, sondern auch davon, ob Zakaria die Borussia weiterhin als den Ort ansieht, wo er sich weiter verbessern kann auf der Mittelfeld-Sechs, um später noch besser für den Sprung zu den ganz großen Größen im europäischen Fußball gewappnet zu sein.

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Dass dieser Schritt geschieht, gilt als sicher, die Frage ist nur, wann. Borussia will Zakaria so lange wie möglich halten. Der Spieler fühlt sich wohl, sieht den unter Trainer Marco Rose eingeschlagenen Weg als den richtigen für sich an, erachtet den 43-Jährigen auch als Förderer, der ihn weitergebracht hat und weiterbringen wird – im Mittelfeld.

Zakaria wird in der Dreierkette seine Aufgabe immer zu 100 Prozent erfüllen. Doch diese taktische Maßnahme ist auch eine politische Angelegenheit, eine, die Folgen haben und Zakaria zu einem Klub treiben könnte, wo er ausschließlich im Mittelfeld eingeplant ist. Deswegen sollte sie eine Ausnahme bleiben.