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Borussia Mönchengladbach: Yann Sommer ragt beim 1:1 gegen Mainz erneut heraus

Bei Borussias 1:1 : So wurde Yann Sommer gegen Mainz zum Teufelskerl

Borussia brach beim 1:1 gegen Mainz 05 in der zweiten Halbzeit wieder ein. Dass es nicht noch eine Niederlage gab, hatte mit der Leistung eines ihrer Schweizer Torwarts Yann Sommer zu tun. Der bekam sogar ein Anerkennung vom Gegner.

Anton Stach, der Nationalspieler von Mainz 05, und sein Trainer Bo Svensson, einst selbst Profi im Borussia-Park, wussten, bei wem sich der Gegner zu bedanken hatte. Stach hatte „Superparaden von Yann Sommer“ gesehen und Svensson war sich sicher, dass „wir gewonnen hätten, wenn Sommer nicht so gut hält“. Tatsächlich war es neben Breel Embolo, dem Torschützen zum 1:0, dessen Landsmann im Tor, der letztlich dafür sorgte, dass die Borussia nach der Führung mit einem 1:1 davon kam und nicht wie in der vergangenen Saison 1:2 gegen die Mainzer verlor.

„Yann hat uns mit seinen außergewöhnlichen Paraden geholfen“, wusste auch Borussias Trainer Adi Hütter. „Es ist wichtig, einen guten Torhüter zu haben, Yann ist in bestechender Form“, lobte der Österreicher. Sommer tat indes, was er im Grunde die ganze Saison schon tut: Er hielt und hielt und hielt.

Gegen die Mainzer gab es mal wieder einige Szenen, die man so überschreiben könnte: „Sommer, immer wieder Sommer“. Oder, in Anspielung auf Toni Turek, den deutschen „Fußballgott“ mit Torwarthandschuhen, der im Herbst seiner Karriere auch mal einige Spiele für Gladbach machte: „Sommer, du Teufelskerl!“ Zum Beispiel, als sein Arm hochschnellte, als sei er bionisch, das war bei der Chance des gerade eingewechselten Jonathan Burkardt drei Minuten nach der Pause. „Manchmal zuckt es einfach, sogar nachts. Ich sah, dass der Ball an den Pfosten geht und dann probierst du einfach irgendetwas zu machen. Zum Glück hat er meine Hand getroffen“, sagte Sommer.

Gleich zweimal zuckte es bei ihm in der 89. Minute, als er binnen zweier Wimpernschläge glänzend reagierte: Erst beim erneuten Versuch von Burkardt und dann beim Kopfball von Jae-Sung Lee. Auf der Gladbacher Bank schauten der verletzte Thuram und Co-Trainer Neuville ungläubig, auch die Gesichter der Fans sprachen Bände in dieser Szene, sie schwankten zwischen schierem Entsetzen ob der Qualität der Mainzer Chancen und größter Bewunderung für die Taten des Torwarts.

Dieser hatte in der ersten Halbzeit kaum etwas zu tun, denn da war Mainz total harmlos. Nach der Pause war es wie das gesamte Spiel: das genaue Gegenteil. Aber nur Karim Onisiwo schaffte es, den Ball an Sommer vorbei zu bringen. Das ist in diesen Wochen fast eine Kunst.

Sommer indes konnte sich wegen der mal wieder frappierenden Wankelmütigkeit seiner Kollegen nicht so recht erfreuen an seinen Großtaten. „Es begleitet uns leider schon relativ lange, dass wir eine gute erste Halbzeit spielen, viel Kontrolle über das Spiel haben, gute Möglichkeiten herausspielen und dann in die zweite Halbzeit rauskommen und komplett Probleme bekommen“, monierte Sommer. „Die Räume wurden immer größer, wir hatten keinen Zugriff mehr, das ist schwierig, zum Glück haben wir das Spiel heute nicht verloren.“

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Sommer hat aber keine Erklärung für das Problem, das die Gladbacher zuletzt im Griff zu haben schienen. „Wir nehmen uns natürlich vor, dass wir ähnlich spielen wie in der ersten Halbzeit, dass wir kompakt stehen, guten Zugriff haben, aber wir verlieren in der zweiten Halbzeit komplett unsere Kompaktheit, machen die Wege nicht mehr richtig und lassen uns zu einfach ausspielen. Daran müssen wir arbeiten“, sagte Sommer.

Für den Moment haben die Borussen immerhin daran gearbeitet, Spiele wie dieses nicht zu verlieren, darauf verwies Kapitän Lars Stindl nach seinem 62-Minuten-Comeback. Er machte zwei Gründe für den 34. Punkt dieser Saison aus, den Borussia gegen Mainz einsammelte: „Glück und Yann Sommer.“ Das war nach diesem Spielverlauf das passende Resümee.