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Borussia Mönchengladbach: Yann Sommer ist in der Hierarchie die Nummer eins

Schweizer Torhüter : Warum Sommer in der Borussia-Hierarchie ganz oben steht

Kein anderer Spieler von Borussia war in der vergangenen Saison über die gesamte Zeit so stabil wie Yann Sommer. Der Torhüter aus der Schweiz ist ein verlässlicher Rückhalt und ein Anführer.

Yann Sommer lässt seine Fans via Instagram an seinem Urlaub teilhaben. Zunächst gab es ein Foto von Borussias Torhüter und seiner Lebensgefährtin Alina in New York zu sehen, später eines von ihm am Strand. Sommer lädt die Batterien auf für die neue Saison. Am Sonntag beginnt die Vorbereitung mit dem neuen Trainer Marco Rose, der Schweizer Torwart darf sicher aber noch ein paar Tage länger erholen.

Sommer spielte eine ganz starke Saison 2018/19, zu Recht wählten ihn die Fans zum Spieler der Saison. Seine Leistungen waren eine Basis für den Einzug in die Europa League. Dass er damit auf sich aufmerksam machte, liegt nahe. Wie häufiger in der Vergangenheit gab es im Mai Gerüchte, er könne Borussia verlassen. Dieses Mal ging es um einen Wechsel zum FC Barcelona, wo er der Mann hinter dem Ex-Borussen Marc-André ter Stegen werden sollte. Sommer kommentierte das nicht weiter, bis jetzt ist das Gerücht im Sand verlaufen. Es ist nicht aus der Welt, aber auch schon lange kein öffentliches Thema mehr.

Sommer abzugeben, wäre für Gladbach ein extremer Verlust. Grobe Fehlgriffe gab es kaum vom 30-Jährigen in der abgelaufenen Spielzeit. Einen der wenigen leistete er sich nach dem Ende der Bundesliga-Runde im Halbfinale der Nations League, als er beim 0:3 gegen Portugal beim Freistoßtreffer von Cristiano Ronaldo nicht gut aussah. Ein kleiner Schritt nach rechts war zu viel. Das zeigt: Es sind immer wieder Details, auf die es ankommt. Dass Sommer mit den Torwarttrainern Uwe Kamps und Steffen Krebs die Szene nochmal analysieren wird, ist anzunehmen. Fehler sind für Sommer kein Anlass, sich zu grämen, sondern der nächste Schritt, besser zu werden.

Das Team braucht den Schweizer nicht nur als verlässlichen Rückhalt, sondern auch als Anführer. Ex-Trainer Dieter Hecking machte ihn zum Vize-Kapitän. Weil Lars Stindl lange fehlte, trug Sommer in 15 Spielen die Binde. Er nahm die Rolle an und war deutlich präsenter als zuvor. Er wird auch in der anstehenden Saison – sollte Rose keine neuen Planungen haben – zunächst mal der Spielführer sein, denn nach seinem Schienbeinbruch fehlt Stindl erneut in den ersten Wochen.

Gerade jetzt, da es einen neuen Weg gibt im Spiel der Borussen und auch personell einige Neuerungen anstehen – allein schon durch Rose und die drei neuen Co-Trainer, die er mitbringt – ist eine Konstante wie Sommer, der seit fünf Jahren Borusse ist, wesentlich.

Was die Gladbacher brauchen, ist mehr Stabilität auf Strecke. Nach der starken Vorrunde gab es wie in der Saison davor in der Rückrunde einen Einbruch – außer bei Sommer. 13-mal spielte er zu Null, siebenmal in der Hinrunde, sechsmal im zweiten Saisonteil.

Sommer war der einzige aus der Riege der Achsenspieler, der über die gesamte Saison verlässlich gut war. Matthias Ginter und Nico Elvedi, die in der Hinrunde die defensive Mitte ausgezeichnet im Griff hatten, ließen im zweiten Saisonteil nach, so war es auch bei Tobias Strobl und Jonas Hofmann im Mittelfeld und vorn bei Alassane Plea und Thorgan Hazard. Christoph Kramer und Denis Zakaria kamen in der Hinrunde kaum zum Zug, Stindl und Raffael waren aufgrund ihrer Ausfallzeiten nur Teilzeitarbeiter.

Nun wird sich das Team neu sortieren, auch hierarchisch. Zukauf Stefan Lainer soll eine Führungsrolle spielen, auch Zakaria soll unter Rose mehr Verantwortung übernehmen im Zentrum. Auch Ginter und Elvedi haben in Sachen Führungsqualitäten noch Nachholbedarf. Denn letztlich müssen Anführer vor allem eine möglichst konstante Leistungslinie haben. Was das angeht, ist der Sommer der Vorsaison definitiv ein brauchbares Vorbild.