Borussia Mönchengladbach: Yann Sommer freut sich auf die Herausforderungen des neuen Jahres

Erfolg mit Borussia, EM mit der Schweiz : Yann Sommer hat 2020 viel vor

Mit dem Jahr 2019 ist Yann Sommer sehr zufrieden. 2020 will der Torwart mit Borussia weiteren Erfolg und freut sich auf die EM mit der Schweiz.

Wer in diesen Tagen den Instagram-Account von Borussias Torwart Yann Sommer besucht, sieht Bilder, die einen glücklichen Mann zeigen. Sommer beim Waldspaziergang mit seiner jüngst geborenen Tochter Mila, Sommer, der ins Weite einer Schweizer Winterlandschaft schaut, Sommer beim Relaxen am Kamin, Sommer mit seiner Frau Alina und der kleinen Mila. Familienidyll in den Winterferien.

Zu dem Foto mit seinen beiden Damen hat Sommer eine kleine Neujahrsansprache geschrieben. Ein Blick zurück auf das vergangene Jahr 2019 kommt darin vor. Er  fällt kurz, aber eindeutig aus: „Wir sind dankbar für ein unbeschreibliches Jahr, das uns so viel gegeben hat“, ist zu lesen. Beruflich und privat war Sommer obenauf in den abgelaufenen zwölf Monaten.

Im August 2019 teilte er der Welt mit, das er erstens Alina geheiratet habe im  „kleinen, gemütlichen Kreis“, und dass seine Gattin zweitens schwanger sei. Ende Oktober kam dann Töchterchen Mila zur Welt, die ihm nun im Weihnachtsurlaub beim Waldspaziergang einen der „besten Morgen-Workouts, den ich je gehabt habe“ bescherte. Der Vater genoss die Zeit mit der Tochter.

Der Torwart Sommer hat sowohl bei Borussia als auch im Schweizer Nationalteam viel erreicht. Mit Gladbach schaffte er die Europa-League-Qualifikation, mit der „Nati“ kam er bis ins Halbfinale der Nations League und schaffte die Qualifikation für die Europameisterschaft im Sommer 2020. In beiden Fällen war Sommer mit seinen Leistungen ein Hauptgrund für das Erreichte. 52 Pflichtspiele absolvierte er 2019, 42 davon für Gladbach, zehn für sein Land. In 17 dieser Spiele blieb er ohne Gegentor. In der Rückrunde der Bundesliga-Saison wehrte er 73,1 Prozent der Bälle ab, die auf sein Tor kamen, in der laufenden Spielzeit 2019/20 sind es sogar 76,9 Prozent. Kein anderer Bundesliga-Torhüter ist in der Statistik aktuell besser.

Zuletzt beim 2:1-Sieg gegen den FC Bayern lieferte er nebenbei noch die Parade des Jahres ab: Erst rutschte ihm der Schuss von Josuha Kimmich durch, doch Sommer schnellte herum, streckte den Arm aus und verhinderte dann durch Mittelfinger-Auflegen, dass der Ball komplett die Torlinie überquerte. Borussia produzierte daraufhin ein lustiges Video zum Thema.

Im Spiel danach hatte Sommer das einzige echte Negativerlebnis des Jahres: Gegen Basaksehir FK ließ er den haltbaren Schuss von Irfan Can Kahveci  durch, es war der Anfang vom Ende der Europa-Träume der Gladbacher, die Sommer in den Spielen zuvor mit starken Paraden noch am Leben gehalten hatte.

„Es war eine gute, aber nicht perfekte Hinrunde“, sagte Sommer wohl auch wegen dieses 1:2 gegen das Team aus Istanbul nach dem 0:0 in Berlin, das die Hinrunde beendete. Er blieb dabei zum zweiten Mal hintereinander ohne Gegentor, zuvor hatte es das 2:0 gegen Paderborn gegeben. Mit einer Nuller-Serie hatte das Jahr für ihn auch angefangen: In den ersten drei Spielen 2019 blieb Sommer unbezwungen (1:0 in Leverkusen, 2:0 gegen Augsburg und auf Schalke).

Sommer, der kurz vor Jahresende seinen Vertrag bis 2023 verlängerte und als erster Ausländer zum NRW-Fußballer des Jahres gewählt wurde, hätte nichts dagegen, wenn es auch im neuen Jahr so sein würde. 2019 hat Sommer abgehakt. „Jetzt schauen wir nach vorn auf 2020 und all die neuen Ziele, die spannenden Herausforderungen und die besonderen Momente, die vor uns liegen“, schrieb er in seiner Präambel zum neuen Jahr.

Privat ist er nun Familienvater, das definiert auch einen 31-Jährigen nochmal neu. Er kann sich einigen Rat holen bei Teamkollegen, bei erfahrenen wie Lars Stindl oder Breel Embolo, die gerade zum zweiten Mal Vater geworden sind, aber auch bei einem anderen Neu-Papa: Patrick Herrmann, der sein neues Familienglück ebenfalls via Instagram dokumentierte.

Beruflich geht es für ihn und die anderen Borussen darum, die in der Hinrunde erarbeitete gute Ausgangslage dieses Mal konsequenter als in der Vorsaison zu nutzen. Sommer selbst genügt höchsten Ansprüchen, dass er sich bald gern wieder in der Champions League beweisen würde, ist klar. Im Sommer wird er mit der Schweiz eine ganz große Bühne des Fußballs betreten: Die EM wird, so alles normal läuft, nach der EM 2016 und der WM 2018 sein drittes großes Turnier als Nummer eins der Schweiz sein. Wer Sommer auf seinen Instagram-Bildern sieht, spürt: Er hat 2020 nicht nur viel vor, er ist auch bereit es anzugehen.