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Borussia Mönchengladbach wird für Rot-Weiss Essen zum „Königs-Test“​

Testspiel am Freitagabend : Borussia wird für Rot-Weiss Essen zum „Königs-Test“

Trainer Daniel Farke macht sich im Testspiel von Borussia Mönchengladbach am Freitag (19 Uhr) bei Rot-Weiss Essen auf einen hochmotivierten Drittliga-Aufsteiger gefasst. Seine Spieler sollen „Gier“ entwickeln. Darüber hinaus ist es besonders für die jungen Talente eine Chance, sich zu zeigen.

Daniel Farke ist der dritte Borussia-Trainer binnen drei Jahren, der sein Debüt in einem Testspiel feiert. 2019 gab es unter Marco Rose ein 8:0 gegen den 1. FC Mönchengladbach, 2021 unter Adi Hütter ein 2.2 gegen Viktoria Köln, jeweils im Rheydter Grenzlandstadion. Farke legt am Freitagabend (19 Uhr) auswärts los, bei Drittliga-Aufsteiger Rot-Weiss Essen. „Das erste Freundschaftsspiel kommt jetzt zum richtigen Zeitpunkt. Es ist eine willkommene Abwechslung zum Trainingsalltag und wird sicherlich ein guter Test für uns“, sagt der 45-Jährige.

Zehn Einheiten werden die Borussen hinter sich gebracht haben, wenn es nach Essen geht. „Die Jungs haben sich in den ersten Tagen, die schon sehr intensiv waren, in einer körperlich guten Verfassung präsentiert“, sagt Farke. „Wir haben auch schon viel theoretisch gearbeitet in Taktik-Sitzungen mit dem Team.“ Dennoch geht der Trainer davon aus, „dass die Beine etwas schwer sein werden“.

15 bis 19 Feldspieler waren diese Woche im Training, darunter mehrere aus der U23 und der U19. Es ist davon auszugehen, dass Farke den Kader in Abwesenheit der Nationalspieler noch weiter auffüllt. „Ganz bestimmt werden wir auch ein paar junge Spieler sehen. Für sie ist es eine gute Möglichkeit, um sich zu präsentieren“, sagte er. „Zumal es zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung keinen Sinn macht, den einzelnen Jungs zu viele Spielminuten zu geben. Da wollen wir keine Verletzungen riskieren.“ So könnte erstmals Junioren-Nationalspieler Simon Walde für die Profis auflaufen. Im Detail soll spontan entschieden werden, wer zum Einsatz kommt. Womöglich feiert Tony Jantschke sein Comeback. Der Routinier stand zuletzt Mitte Januar gegen Bayer Leverkusen für Borussia auf dem Platz.

Farke rechnet damit, dass das Spiel an der Hafenstraße für RWE der „Königs-Test“ wird. „Der Gegner wird sich Selbstvertrauen für die neue Saison holen und die Euphorie nach dem Aufstieg noch ein bisschen schärfen wollen“, sagte Borussias Coach. „Aber auch wir wollen uns natürlich möglichst gut präsentieren und die Gier entwickeln, gute Spiele zu machen und positive Ergebnisse zu erzielen.“

Für eine gute Atmosphäre dürfte gesorgt sein. Als Borussias Bundesliga-Team zuletzt vor fünf Jahren zu Gast in Essen war, trennten die Traditionsvereine noch drei Ligen. Jonas Hofmann und Raffael drehten in der Schlussphase einen Rückstand und verhinderten eine Blamage. Andere historische Verbindungen zwischen RWE und Gladbach liegen weiter in der Vergangenheit. 1971 hätte ein knapper 4:3-Sieg auf dem Bökelberg gegen Essen fast die Meisterschaft gekostet, denn wegen der drei Gegentore zog der FC Bayern dank der dann besseren Torbilanz am vorletzten Spieltag am Dauer-Ersten Borussia vorbei. Doch mit einem 4:1 in Frankfurt bei einer gleichzeitigen Niederlage der Bayern in Duisburg schaffen die Gladbacher doch noch die erste Titelverteidigung der Bundesliga-Geschichte.

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1975 zahlte Borussia an Rot-Weiss Essen quasi die erste Trainer-Ablösesumme. Nachdem Hennes Weisweiler nach dem ersten Uefa-Cup-Triumph seinen Abgang zum FC Barcelona erklärt hatte, brauchtge Borussia einen neuen Coach. Manager Helmut Grashoff entschied sich für Startrainer Udo Lattek. Der hatte zwar gerade erst in Essen unterschrieben, hatte aber eine „Ausstiegsklausel für einen guten Verein“ im Vertrag. Lattek fuhr flugs nach Gladbach, als er von Weisweilers Wechsel hörte und kam mit den Borussia-Bossen überein. Die Essener waren sauer, kassierten aber 20.000 Mark für den Trainer. Lattek sammelte bis 1979 drei Titel in Gladbach ein.

1981 kam der Stürmer Frank Mill von der Hafenstraße – als Zweitliga-Torschützenkönig mit 40 Treffern. Bis 1986 schoss Schlitzohr Mill seine Tore dann in Gladbach, fünfmal hintereinander war er bester Torjäger. 71 Tore machte er insgesamt für Borussia, darunter das zur 1:0-Führung im dann noch verloren gegangenen DFB-Pokalfinale gegen die Bayern 1984.

Aktuell stehen zwei Ex-Essener bei Borussia unter Vertrag: die Torhüter Moritz Nicolas und Jonas Kersken, der nun an den SV Meppen ausgeliehen ist. Nicolas könnte am Freitag sogar zum Einsatz kommen an alter Wirkungsstätte.

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