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Borussia Mönchengladbach: "Wir werfen uns in jeden Ball rein"

Borussia Mönchengladbach : "Wir werfen uns in jeden Ball rein"

Borussia Mönchengladbach hat seine Serie unter Trainer Dieter Hecking fortgesetzt. Das 1:0 bei Werder Bremen war der vierte Pflichtspielsieg in Folge. Den Schlüssel zum Erfolg sehen Mannschaft und Trainer in den sogenannten Basics.

"Oh, wie ist das schön!", sangen 4500 Borussia-Fans nach dem Abpfiff, während die Bremer enttäuscht nach Hause trotteten. Werder hatte die Möglichkeit gehabt, Gladbach mit einem Sieg wieder runterzuziehen in den Abstiegskampf und selbst die eigene Niederlagenserie zu beenden. Stattdessen könnte es der Nachmittag gewesen sein, an dem sich die Wege beider Mannschaften für diese Saison endgültig getrennt haben. Zehn Punkte beträgt Borussias Vorsprung auf den Relegationsplatz, den nun Bremen belegt. Zum ersten Mal seit langer Zeit sind die internationalen Ränge für die "Elf vom Niederrhein" näher als der Abstiegskampf.

Auf die Frage, ob die Fans wieder träumen dürften, antwortete Hecking: "Die Fans dürfen alles. Aber wir sind erstmal froh, dass wir so gestartet sind und Druck vom Kessel nehmen konnten." In der Jahrestabelle ist Gladbach vorerst Erster. Nach nur 16 Zählern in 16 Spielen vor Weihnachten sind es schon zehn in vier Spielen unter Hecking. In Abwesenheit von Raffael (Oberschenkelprobleme) und Lars Stindl (Gelbsperre) war es kein einfaches Spiel und auch kein durchweg gutes.

Am Ende war es eine Zitterpartie

Borussia ließ nach dem frühen Führungstor durch Thorgan Hazard in der zwölften Minute mehrere gute Chancen aus, während Werder zwar nicht immer zwingend genug agierte, aber so viel Druck aufbaute, dass vor allem die Schlussphase eine Zitterpartie war und der Ausgleich durchaus verdient gewesen wäre. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, hätten aber ewig spielen können, es wäre nicht mehr dabei rumgekommen", sagte Bremens Torwart Felix Wiedwald, der bei Hazards Treffer aus spitzem Winkel nicht gut ausgesehen hatte.

Auf der anderen Seite hielt Yann Sommer in der 18. Minute gegen Fin Bartels das 1:0 fest und spielte auch ansonsten fehlerfrei. Dies war einer von vielen kleinen, aber entscheidenden Unterschieden. Die Torschuss- und Ballbesitz-Statistik sah Bremen vorne, auch das Passspiel der Gastgeber war sicherer. "Wie schon in den letzten Wochen hatte ich heute das Gefühl, dass wir uns in jeden Ball reinwerfen. Wir wollen, dass nichts anbrennt", sagte Verteidiger Tony Jantschke und umschrieb damit gut Borussias Erfolgsgeheimnis im Weserstadion. Zudem legte Gladbach vier Kilometer mehr zurück als Bremen, erneut mehr als 119. "Die Mannschaft ist sehr gefestigt, arbeitet füreinander und hat eine sehr hohe Laufbereitschaft. Das ist es, was uns momentan auszeichnet. Es darf aber auch keinen Deut weniger werden", sagte Hecking und wurde seine wöchentliche Warnung los. Rechtsverteidiger Jantschke meinte: "Es kann immer einer durchrutschten, das müssen wir uns ersparen."

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Unterm Strich stand der erst zweite Erfolg in Bremen seit 1987. Vor zwei Jahren machte Borussia dort die direkte Champions-League-Qualifikation klar. Von derartigen Erfolgen ist die Mannschaft derzeit weit entfernt. Weitere drei Punkte sorgen jedoch dafür, dass sich Hecking und seine Spieler vorerst nicht mehr mit ganz schlimmen Bedrohungen befassen müssen. Am Donnerstag kommt der AC Florenz in der Europa League. "Dann ist in Gladbach Feiertag", sagte Hecking mit Vorfreude. "Wir wollen den deutschen Fußball gut vertreten."

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(jaso)