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Borussia Mönchengladbach: "Wir hatten das nötige Glück"

Borussia Mönchengladbach : "Wir hatten das nötige Glück"

Die Trainer waren sich einig. Sowohl Dieter Hecking als auch Christian Streich meinten, dass Borussia ein intensives Spiel am Ende etwas zu hoch gewonnen hatte. Doch die Gladbacher konnten sich beim 3:0 eben auch auf ihre individuelle Qualität verlassen.

An einem Punkt fasste sich Dieter Hecking kurz. "Das werde ich Ihnen nicht sagen, sondern teile es der Mannschaft mit", antwortete Borussias Trainer mit verschmitztem Lächeln auf die Frage, was ihm beim zweiten Sieg in Folge noch nicht gefallen habe. Ansonsten fasste der 52-Jährige das, was er und was in diesem Fall die meisten Beobachter gesehen hatten, akkurat zusammen. "Es gab Phasen, da waren wir besser, dann war Freiburg besser. Nach der Halbzeit hatte ich ein paar Sorgen und wir hatten das nötige Glück. Aber dann zeigt Lars all seine Qualität, das war der Dosenöffner", sagte Hecking.

Der Kapitän hatte Borussia recht spät in Führung gebracht, bis zum Treffer in der 73. Minute war die Partie offen gewesen. Deshalb kam Christian Streichs Analyse genauso treffend rüber. "Was soll ich sagen? Ich bin einverstanden, meine Spieler haben malocht. Das ist die Bundesliga, da verlierst du so ein Spiel am Ende 0:3", sagte Freiburgs Trainer.

Beide Mannschaften liefen mehr als 120 Kilometer, das war in der Tat eine bemerkenswerteste Statistik. Gleiches galt für Gladbachs Effektivität: Stindl traf mit dem ersten Schuss, der aufs Freiburger Tor ging, Raffael versenkte den zweiten, Patrick Herrmann krönte in der Nachspielzeit mit Hilfe einen gegnerischen Beins, das den Ball abfälschte, sein nicht einmal dreiminütiges Comeback. Angesprochen auf den Treffer, lachte Teamkollege Tony Jantschke und sagte: "Ich weiß nicht, wo er den hinschießen wollte." Aber das war eben die Geschichte des Spiels, in dem Borussia am Ende auch einfach mehr Fortune hatte als der Gegner.

"So einen Spielverlauf hatte ich im Kopf"

"Ich habe unter der Woche schon gesagt, dass wir die Freiburger ein wenig mit ihren eigenen Mitteln schlagen müssen. Ich will mich nicht loben, aber so einen Spielverlauf hatte ich im Kopf", sagte Hecking. Ohne ein paar mahnende Worte wollte er seine Mannschaft allerdings nicht in den Feierabend schicken. "Es waren ein paar Wackler drin, die dürfen wir nicht verschweigen. Gut ist, dass sie sich davon nicht hat beeindrucken lassen", sagte der Trainer, der Gladbach vorerst auf den zehnten Platz geführt und bislang fast das Optimum herausgeholt hat. "Ich bin sehr zufrieden. Sieben Punkte aus drei Spielen — wenn mir das jemand angeboten hätte, hätte ich das sofort angenommen", sagte er. Es folgen die ersten Englischen Wochen seit dem Trainerwechsel, beginnend mit dem DFB-Pokal-Achtelfinale bei der SpVgg Greuther Fürth am Dienstag.

In der kritischen Phase des Spiels am Samstag konnte Borussia sich auch bei Torwart Yann Sommer bedanken, der in der 51. Minute Vincenzo Grifos Schuss hervorragend hielt. Doch auch dies war eine Szene, in der sich auf Seiten der Gastgeber Können und Glück die Klinke in die Hand gaben: Nach Sommers Parade stand kein Freiburger im Sechzehner, um den abgewehrten Ball zu verwerten. "Es war ein hartes Stück Arbeit. Wir sind sehr glücklich über den Sieg", sagte der Schweizer. "Am Schluss ist er etwas hoch ausgefallen. Gerade in der zweiten Halbzeit hatten wir teilweise Schwierigkeiten und standen enorm unter Druck."

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Die personelle Lage konnte Hecking ähnlich analysieren wie das Spiel. Auf der einen Seite wäre da Jonas Hofmanns Verletzung, die vor allem für den Flügelspieler ein Rückschlag ist, zudem fehlt der aktuell unumstrittene Leader Stindl am kommenden Samstag bei Werder Bremen gelbgesperrt. Auf der anderen Seite feierte Herrmann sein Comeback, Fabian Johnson spielte fast eine halbe Stunde und Josip Drmic lieferte in wenigen Minuten noch eine Vorlage zur Vorlage. Am Sonntag sollen dann Nico Elvedi und Tobias Strobl ins Trainings zurückkehren. Unterm Strich hat sich Lage im ersten Monat unter dem neuen Trainer enorm verbessert.

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(jaso)