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Borussia Mönchengladbach: Wir checken das Gerücht um Luka Jovic

Fohlenfutter-Gerüchtecheck : Jovic ist für Borussia interessant, aber aktuell kein Thema

Im Fohlenfutter-Gerüchtecheck ordnen die RP-Reporter die neuesten Transfergeschichten rund um Borussia Mönchengladbach ein. Heute: Gladbach soll Interesse an Luka Jovic von Real Madrid haben.

Das Gerücht

Borussia soll den serbischen Mittelstürmer Luka Jovic (23) von Real Madrid im Visier haben. Das berichtet das spanische Portal „Don Balon“. Es soll sogar schon Gespräche gegeben haben zwischen den beiden Klubs, die sich in der vergangenen Saison in der Champions League trafen, um auszuloten, ob und unter welchen Bedingungen ein Transfer möglich werden könnte.

Die Situation

Jovic, der in der Rückrunde an Eintracht Frankfurt verliehen war, soll unter dem neuen Real-Trainer Carlo Ancelotti nicht mehr gebraucht werden und daher zum Verkauf stehen. 2019 hatte Real 60 Millionen für den Serben bezahlt, er kam aber nie wirklich an bei den „Königlichen“, aktuell wird sein Marktwert auf 20 Millionen Euro beziffert. Sein Vertrag in Madrid läuft noch bis 2025. Auch die Wolverhampten Wanderers und, das berichtete die „Frankfurter Neue Presse“, weiterhin die Eintracht sollen an Jovic interessiert sein.

Dass Borussia aktuell eine solche Summe investiert, ist undenkbar. Manager Max Eberl hat angedeutet, dass die Gladbacher nur einkaufen können, wenn sie verkaufen. Es müsste also ein Spieler gehen, der einen großen Transferertrag bringt, um überhaupt aktiv werden zu können.

Eberl hatte zuletzt auch über alternative Transfermodelle gesprochen, die im Zeichen der Corona-Folgen interessant werden könnten, zum Beispiel den Tausch oder die Verrechnung von Spielern. Auch Leihmodelle mit einer Kaufoption sind eine Variante, die schon zum Tragen kamen, beispielsweise bei Hannes Wolf.

Jovic war derweil vor allem in der Zusammenarbeit mit Adi Hütter, dem künftigen Borussen-Trainer, erfolgreich. 66 Spiele machte er unter dem Österreicher, dabei schoss er 31 Tore und bereitete neun vor. In der vergangenen Saison kam er bei der Eintracht allerdings nicht so recht in Fahrt, traf in 18 Spielen nur viermal.

Einschätzung des RP-Reporters

Luka Jovic würde Borussia zweifelsohne bereichern. Er ist der Typ Fußballer, der dem insgesamt etwas zu netten Gladbacher Team fehlt, er hat das gewisse „Drecksack“-Gen. Als Teil der früheren Frankfurter „Büffelherde“, zu der noch Ante Rebic und Sebastien Haller gehörten, verkörpert er genau diesen Aspekt, mit dem er zum Pokalsieg der Eintracht und auch zum Halbfinal-Einzug in der Europa League beigetragen hat.

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Zudem ist Jovic ein Lieblingsschüler von Adi Hütter, und dies aus gutem Grund. Jovic hat extrem gute Abschlussqualitäten und passt genau zum Ansatz des Trainers: Er kann gut kicken, kann aber auch den Aggro-Fußball, mit dem zum Beispiel die Eintracht ihre Gegner immer wieder beeindruckt hat.

Dass das allerdings keine Garantie für einen Torlauf ist, das zeigt der Fall Hannes Wolf, der als ein Lieblingsspieler von Ex-Trainer Marco Rose gilt, sich aber trotzdem schwer tat, bei Borussia anzukommen.

Mit 23 passt Jovic in Eberls Altersschema, er ist somit noch jung genug, um sich sportlich und ablösetechnisch zu entwickeln. Aktuell allerdings gibt es im Grunde genommen keinen Bedarf für einen weiteren Mittelstürmer, denn im Kader gibt es genug und diverse Typen, die den Job machen könnten, unter anderem ist vor allem der Schweizer EM-Torschütze Breel Embolo ein Spieler seiner Art, was die Wucht angeht.

Gehen aber Plea und vielleicht auch Marcus Thuram, wäre definitiv Bedarf an einem Klasse-Torjäger wie Jovic. In einer solchen Konstellation könnte die Personalie tatsächlich auch wirtschaftlich realistisch erscheinen. Grundsätzlich ist in dieser Preisklasse eher ein Leihmodell denkbar (auch des Gehaltes wegen), doch ist die Frage, ob Real Jovic nicht ganz loswerden will, auch, um das Geld in einen neuen Spieler zu investieren. So wäre die Voraussetzung für einen Jovic-Wechsel zu Borussia wohl eine üppige Transfereinnahme der Gladbacher. Es sei denn, das Gerücht, Real sei sehr an Borussias Nationalspieler Florian Neuhaus interessiert, erhärtet sich – was Eberls Einlassung, dass künftig auch Tauschgeschäfte denkbar seien, realer werden lassen könnte.

Aktuell ist ein Jovic-Transfer nicht machbar und daher kein Thema. Unter passenden Umständen könnte sich das ändern. Jovic ist sicher eine interessante Idee, weil er den Borussen etwas geben würde, was sie so nicht haben. Und passen würde es nicht, nur, weil das Trikot mit der Nummer 9, das er in Frankfurt zuletzt trug, bei Borussia frei ist, und Adi Hütter seine Qualitäten sehr zu schätzen weiß. Aber es müssen eben einige Voraussetzungen erfüllt sein, um die Basis für einen solchen Deal zu schaffen.