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Borussia Mönchengladbach: Winter-Transfer von Matthias Ginter wäre das Beste

Klub sendet Signale aus : Trennung im Winter wäre für Borussia und Ginter das Beste

Die Beziehung zwischen Matthias Ginter und Borussia Mönchengladbach kriselt nicht erst seit Samstag. Längst ist klar: Ginters Abschied wird kein tränenreicher, dazu haben alle Parteien beigetragen. Ein Wechsel im Winter wäre das Beste für die Beteiligten, meint unsere Autorin.

Die Entscheidung von Gladbachs Trainer Adi Hütter, im Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen nicht auf Matthias Ginter zu setzen, sorgt für viel Diskussion. Eine Woche, nachdem Ginter beim 2:1-Sieg gegen die Bayern noch zu den besten Borussen gehört hatte, saß der Nationalspieler am Samstag nur auf der Bank.

Hütter hatte sich stattdessen für Winter-Zugang Marvin Friedrich und Routinier Tony Jantschke entschieden, begründete seine Wahl vor allem mit dem Wort „Zukunft“. Denn dort spielt Ginter, der Borussia spätestens im Sommer verlassen wird, keine Rolle mehr. Hält Hütter an dieser Devise fest, dürfte es für Ginter vermutlich schwer werden, weitere Einsätze zu sammeln.

Spekuliert werden darf auch über die weiteren Gründe von Ginters Nicht-Berücksichtigung: Möchte Borussia dem 27-Jährigen zeigen, dass der Klub am längeren Hebel sitzt? Spielen vielleicht auch falscher Stolz und Eitelkeiten eine Rolle? Warum argumentiert Hütter bei Jantschke mit dessem guten Auftritt in München, verzichtet aber freiwillig auf Ginter? Oder hätte Hütter, wenn er personell die Möglichkeit dazu gehabt hätte, Ginter schon in der Pleiten-Serie im Dezember nicht für die erste Elf nominiert, als der Abwehrspieler – wie die meisten seiner Mitspieler – große Unsicherheit ausstrahlte?

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Diese Deutung lässt zumindest Hütters Aussage zu. „Wir haben 17 Gegentore in vier Spielen bekommen, in denen er gespielt hat. Auch das darf man nicht vergessen“, sagte der Trainer nach dem 1:2 gegen Leverkusen. Zur Wahrheit der Partie gehört aber auch: Jantschke war derjenige, der nach einem Eckball Torschütze Robert Andrich aus den Augen verlor. Friedrich verursachte einen Elfmeter und war am 0:2 beteiligt, und der eingewechselte Jordan Beyer war nach seiner Einwechslung für den zweiten Leverkusener Strafstoß verantwortlich.

Kein Wunder, dass es vor allem nach dem Abpfiff Stimmen gab, die mit Hütters Aufstellung nicht einverstanden waren. Doch genauso erhielt Hütter Zuspruch für die Entscheidung, denn die Personalie Ginter ist in den vergangenen Wochen rund um den Borussia-Park zu einem großen Reizthema geworden. Als kurz nach Weihnachten klar wurde, dass der Klub spätestens ab Sommer ohne Ginter plant, waren alle froh, Klarheit zu haben. Seitdem gibt es die Hoffnung, dass der gebürtige Freiburger, der 2017 für rund 17 Millionen Euro vom BVB kam, den Borussen im Januar wenigstens noch eine kleine Ablösesumme beschert.

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Auch Manager Max Eberl schloss einen vorzeitigen Wechsel nicht aus, hat laut eigener Aussage derzeit aber kein Angebot für Ginter vorliegen. Die Situation am Samstag hat allerdings gezeigt, dass ein Abschied in der Winter-Transferperiode für alle Beteiligten das Beste wäre. Ginter auf die Bank zu setzen – das geht bei Borussia nicht ohne Nebengeräusche. Weitere Unruhe ist vorprogrammiert. Die kann sich der Verein, der derzeit auf Rang zwölf steht, nicht erlauben. Borussias Signale waren am Samstag eindeutig – nun muss Ginter schauen, wie er diese deutet.

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