40-Meter-Gegentor und Platzverweis Borussias U19 verliert auch in Leverkusen – Boteli trifft bei Debüt

Mönchengladbach · Borussias U19 muss weiter auf den dritten Saisonsieg warten. Gegen Bayer 04 Leverkusen gab es am Samstag eine 1:4-Niederlage, die Schlussphase musste Gladbach sogar in Unterzahl bestreiten. Positiv: Der erst 16-Jährige Winsley Boteli steuerte bei seinem U19-Debüt gleich einen Treffer bei.

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Borussias Eigengewächse aus dem Fohlenstall

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Foto: AFP/UWE KRAFT

Drei Punkte hatte Gladbachs U19-Trainer Sebastian König seiner Mannschaft als Ziel für das Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen gesetzt. Außerdem forderte er, „Widerstands- und Leidensfähigkeit“ unter Beweis zu stellen. Und genau darin waren die Borussen am Samstag früh gefordert, denn die Leverkusener gingen bereits in der dritten Minute in Führung.

Nach einer eigenen Ecke, die sich Borussia mit ihrem ersten Angriff erspielt hatte und die von der Werkself zunächst geklärt wurde, trat Gladbachs Micael Nguimbous Nack über den Ball – und leitete so den Konter ein, den David Widlarz alleine vor Torwart Linus Wirth zum 1:0 vollendete. Der frühe Rückschlag sorgte dafür, dass Königs Team zunächst gar keinen Zugriff aufs Spiel hatte und in der 27. Spielminute das 0:2 kassierte – aus einer Situation heraus, die so passieren kann, aber ähnlich unglücklich wie beim ersten Gegentor verlief.

Wirth hatte an der Sechzehnerkante einen langen Flachpass erlaufen, den er klären wollte. Daraufhin landete der Ball im Mittelfeld genau vor den Füßen von Bayers Jardell Kanga, der die Situation erkannte und den Ball aus rund 40 Metern gefühlvoll über den zurücklaufenden Wirth hinweg ins Gladbacher Tor schoss.

Wer jetzt dachte, die Gladbacher würden sich aufgeben, sah sich allerdings getäuscht, denn nur eine Minute später gelang Borussia der Anschlusstreffer. Aus dem Gewühl heraus konnte Winsley Boteli aus vier Metern abstauben und zum 1:2 treffen. Dem Schweizer gelang damit in seinem ersten U19-Einsatz überhaupt gleich sein erstes Tor. Erst im Sommer war der 16-Jährige von Servette FC an den Niederrhein gekommen, bislang lief er sechsmal (drei Tore) für die U17 auf. Und auch in der U19 scheute er sich nicht, seine Mitspieler zu führen und Anweisungen zu geben.

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Foto: AFP/CHRISTOF STACHE

Botelis Treffer gab den Borussen wieder mehr Mut, bis zur Pause gestaltete sich die Partie mehr und mehr ausgeglichen, Michael Nduka hatte sogar den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber gleich zweimal hintereinander aus kurzer Distanz am Leverkusener Schlussmann Maximilian Neutgens.

Nach dem Seitenwechsel setzte Konstantin Gerhardt kurz nach seiner Einwechslung aus Gladbacher Sicht das erste Ausrufezeichen im zweiten Durchgang. Sein Schuss aus 16 Metern zog allerdings knapp am Tor vorbei (56.). Doch statt sich vorne mit dem Ausgleich zu belohnen, kassierten die Borussen hinten ihr drittes Tor: Noah Pesch zog von halbrechts in den Strafraum, ließ Ibrahim Digberekou stehen und schoss dann aus spitzem Winkel das 3:1 (58.).

Beinahe hätte Bayer das 4:1 erzielt, doch ein Freistoß von Batuhan Zidan Sertdemir aus 17 Metern flog knapp am Tor vorbei. Auf der Gegenseite dauerte es, bis Borussia wieder gefährlich wurde. Zwischenzeitlich hatte König in Shaban Zenku und Leo Arndt noch zwei weitere frische Kräfte eingewechselt, ehe er mit ansehen musste, wie Digberekou als letzter Mann ein Foul beging und mit Gelb-Rot vom Platz flog (74.). Im Anschluss nutzte Leverkusen die freien Räume und kam in der 86. Minute sogar noch zum vierten Tor, als der eingewechselte Jordan Zirkzee mit einem Schuss von der linken Strafraumkante ins lange Eck den Endstand erzielte.

„Wir müssen erkennen, dass wir gegen keinen Gegner so eklatante Fehler machen dürfen. Es war eine enttäuschende Leistung. Die Mannschaft hat offenbar den Ernst der Lage noch nicht erkannt. Das sollte sie schleunigst tun“, sagte König nach der Partie.

Mit sieben Punkten aus sieben Spielen ist Borussia in den kommenden Partien dringend gefordert, zu punkten. Da könnte das Spiel gegen den bisher noch punktlosen VfB 03 Hilden am nächsten Wochenende gerade recht kommen.
Borussia Wirth – Hülsenbusch, Digberekou, Deumi-Nappi, Nack (66. Zenku) – Scheibner (46. Adedeji), Reitz (56. Gerhardt), Moustafa, Korytowski (66. Arndt) – Boteli, Nducka

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