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Borussia Mönchengladbach: William Pacho kommt erst einmal nicht

Talent aus Ecuador : Pacho-Transfer nach Gladbach hat sich erst einmal zerschlagen

Borussia kann William Pacho aus Ecuador momentan nicht finanzieren. Der 19-jährige Innenverteidiger hatte bereits seinen Wechsel verkündet. Ist der Transfer nun geplatzt? Das allerletzte Wort scheint noch nicht gesprochen zu sein.

Seit mehr als einem Monat ist William Pacho raus bei Independiente del Valle (IDV). Auf der Foto-Collage, die er zum Abschied bekommen hat, könnte bereits Staub sein. Doch bis heute ist der junge Innenverteidiger aus Ecuador nicht bei Borussia Mönchengladbach, seinem designierten neuen Klub, angekommen – und aktuell deutet nahezu alles darauf hin, dass er zumindest in dieser Transferperiode auch nicht mehr wechseln wird.

Santiago Morales, Geschäftsführer des Erstligisten aus Sangolquí, hat nun ausführlich darüber gesprochen, woran das liegt. „Die Verhandlungen waren weit fortgeschritten, es gibt E-Mails von Seite zu Seite mit den jeweiligen Vereinbarungen“, erklärte Morales im Interview mit „Radio la Red“. Anfang dieser Woche habe Borussia schriftlich abgesagt und dabei auf wirtschaftliche Probleme verwiesen.

Auf Anfrage unserer Redaktion erklärten die Gladbacher, sich im Moment zu der Angelegenheit nicht äußern zu wollen und verwiesen am Donnerstag auf das noch bis zum 31. August geöffnete Bundesliga-Transferfenster. Am Freitag erklärte Manager Max Eberl auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Union Berlin: „Das würde ich erst kommentieren, wenn die Transferperiode wirklich vorbei ist. Es ist noch so viel Unruhe drin. Man weiß nicht, was noch alles passiert. Wenn dann alles vorbei ist, können wir gerne darüber reden.“

Pacho selbst soll am Boden zerstört sein, wie aus Ecuador zu hören ist. Der 19-Jährige hatte bereits vor einigen Wochen ein TV-Interview gegeben, in dem er voller Vorfreude über seinen bevorstehenden Wechsel zu Borussia sprach – zu voreilig. Die Tage vergingen, nach Informationen unserer Redaktion musste noch auf die Einreiseerlaubnis gewartet werden. Doch das Visum war nicht das größte Problem: Gladbach kann sich den Transfer nach jetzigem Stand schlichtweg finanziell nicht erlauben.

„Das kann ich nicht sagen, weil wir noch nichts fixiert haben“, hatte Eberl vor einer Woche auf unsere Nachfrage, ob Pacho noch kommen werde, erklärt. „Natürlich bereiten wir uns vor, und es gehört zu unserer Strategie, junge Spieler dazu zu nehmen. Wir müssen schauen, was passiert.“ Passiert ist seitdem nichts, was Borussia das nötige Budget verschafft hätte, um knapp drei Millionen Euro Ablöse für Pacho zu stemmen. So einige Vorhaben hängen in der Warteschleife.

Independiente del Valle habe den Borussen noch einmal geschrieben, so Geschäftsführer Morales: „Wir haben ihnen zwei Tage Zeit für eine Antwort gegeben, sonst werden wir eine Klage bei der Fifa einreichen, um unsere Rechte durchzusetzen.“ Das spanische Wort „demanda“ kann neben „Klage“ allerdings auch „Gesuch“ oder „Anfrage“ heißen. Darüber hinaus wäre zu klären, welche Ansprüche Pachos Verein geltend machen wollte, wenn noch nichts unterschrieben und kein Medizincheck absolviert war.

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Bitter für Pacho, der als eines der größten Talente seines Landes gilt, ist die ganze Geschichte allemal. Sein Landsmann und Ex-Teamkollege Piero Hincapié ist gerade für acht Millionen Euro zu Bayer Leverkusen gewechselt. Manager Morales hat allerdings schon angekündigt, dass Pacho bei IDV wieder mit offenen Armen empfangen würde. Doch das allerletzte Wort dürfte erst am 31. August gesprochen sein.